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Enttäuschte Bayern

'Wir hätten drei Punkte holen müssen'

Die Serie hat gehalten, doch im Kampf um den Anschluss an die Spitzenplätze tritt der FC Bayern in der Bundesliga auf der Stelle. Nach dem 1:1 (1:1)-Unentschieden am 13. Spieltag ist der FCB zwar bereits seit neun Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage, der Rückstand auf den zweiten Tabellenplatz beträgt aber bereits sieben Punkte, deren 14 sind es sogar schon auf Spitzenreiter Borussia Dortmund.

„Das 1:1 ist natürlich zu wenig. Ich habe wie nach dem Spiel gegen Gladbach das Gefühl, dass wir wieder zwei Punkte weggegeben haben“, trauerte Bayern-Trainer Louis van Gaal einem vergebenen Sieg hinterher. Vor allem auswärts kommt der deutsche Rekordmeister in der laufenden Saison nicht richtig in Fahrt: Sechs Punkte in sechs Spielen, erst ein Sieg in der Fremde (2:1 in Hoffenheim) - der Anspruch des Titelverteidigers ist ein anderer. „Wenn wir aufholen wollen, müssen wir auch auswärts mal gewinnen“, sagte Bastian Schweinsteiger.

„Von der Meisterschaft brauchen wir bei dem Abstand nicht zu reden“, sprach Sportdirektor Christian Nerlinger nach der „gerechten Punkteteilung“ vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena Klartext. Für den FCB war es bereits das fünfte Remis in der laufenden Saison, nicht einmal gelangen der Van Gaal-Elf zwei Siege in Folge. „Wir müssen uns weiter stabilisieren, weiter Punkte sammeln und uns Schritt für Schritt nach oben arbeiten“, lautete Nerlingers Vorgabe für die nächsten Wochen.

Dabei verzeichneten die Bayern in Leverkusen einen glänzenden Start. Bereits nach 84 Sekunden hatte Schweinsteiger die Münchner in Führung gebracht, doch der Kopfballtreffer des Nationalspielers wurde zu Unrecht aberkannt. „Das wäre ein super Beginn gewesen für uns“, ärgerte sich Schweinsteiger über sein „reguläres Tor. Ich habe gefühlt, dass es kein Abseits war.“

Die Bayern ließen sich trotz des nicht gegebenen Treffers nicht beirren und kontrollierten das Geschehen, der verdiente Führungstreffer durch Mario Gomez (34.) war die logische Konsequenz. „Wir haben die erste Halbzeit ganz klar dominiert“, so Schweinsteiger. Doch kurz vor der Halbzeitpause brachten sich die Bayern um die „die gute Ausgangsposition für die zweite Halbzeit“ (Toni Kroos): Nach einem leichten Ballverlust in der eigenen Spielhälfte brachte Danijel Pranjic Sidney Sam im Strafraum zu Fall, Arturo Vidal (45.+2) verwandelte den Strafstoß sicher.

„Wir haben die erste Halbzeit ganz klar dominiert und haben wieder selber die Fehler gemacht und Leverkusen den Elfmeter geschenkt“, sagte Schweinsteiger. „Eine Spitzenmannschaft muss so klug sein, dass wir die Halbzeit ruhig erreichen. Das haben wir nicht gemacht“, war Van Gaal „sehr enttäuscht“ über die leichtfertig vergebene Führung. Und Kroos ergänzte: „Wenn wir mit 1:0 in die Kabine gehen, können wir hier ruhiger aufspielen. So sind wir am Ende nicht zufrieden.“

Noch 21 Spieltage

Nach dem Seitenwechsel gestalteten die Gastgeber die Partie etwas offener, die Bayern blieben aber auch im zweiten Durchgang die „bessere Mannschaft“ (Van Gaal). Doch sowohl Kroos (52./69.) als auch Gomez (90.) ließen die wenigen Chancen auf einen weiteren Treffer ungenutzt. Auf der Gegenseite taten es ihnen Eren Derdiyok (70.) und Vidal (71.) gleich, so dass es am Ende bei der letztlich leistungsgerechten Punkteteilung blieb.

„Meines Erachtens hätten wir drei Punkte holen können, wenn nicht sogar müssen“, meinte Schweinsteiger, „aber wir sind selber schuld.“ Torschütze Gomez sagte: „Wir wollten gewinnen, jetzt haben wir einen Punkt - damit müssen wir zufrieden sein.“ In den verbleibenden vier Spielen bis zur Winterpause müsse der FCB „Siege einfahren, um den Anschluss an die Spitze wiederherzustellen“, sagte Jörg Butt. „Wir haben erst 13 Spiele gespielt, es sind noch 21 Spieltage. Da kann noch eine Menge passieren.“

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