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Frohe Weihnachten!

FCB blickt zuversichtlich ins neue Jahr

Es war spät geworden, als die Pokalhelden nach München zurückgekehrten. Erst um kurz nach halb drei erreichte der Mannschaftsbus die Säbener Straße. Müde, abgekämpft, aber auch zufrieden machten sich Louis van Gaal und seine Spieler nach dem nervenaufreibenden 6:3 (2:2)-Sieg beim VfB Stuttgart auf den Nachhauseweg, um sich nur wenige Stunden später ein letztes Mal in diesem Jahr noch mal zu treffen. Nach einem Leistungstest verabschiedete Van Gaal die Seinen dann endgültig in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub.

Und die Bayern werden garantiert mit reichlich Rückenwind am 2. Januar die Vorbereitung auf die Rückrunde aufnehmen. In der Bundesliga auf Platz fünf vorgekämpft und sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal weiterhin im Wettbewerb - die sportlichen Führung stellte der Mannschaft ein positives Zwischenzeugnis aus. „Wir haben uns eine Ausgangsposition geschaffen, die uns für die Rückrunde sehr zuversichtlich stimmen kann“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger am Donnerstagmittag.

Mit einem letzten Kraftakt hatte die Van-Gaal-Truppe am Mittwochabend in Stuttgart für beste Weihnachtsstimmung beim Double-Gewinner gesorgt. Vier Tage nach dem kuriosen 5:3-Erfolg des FCB zum Hinrundenabschluss in der Bundesliga sahen die 40.500 Zuschauer in der ausverkauften Baustelle Mercedes-Benz-Arena eine noch verrücktere Partie mit insgesamt neun Toren, zwei Platzverweisen, einem verschossenen Elfmeter und einem alles in allem verdienten Einzug des Rekordchampions ins Pokalviertelfinale.

„17 Tore in zwei Spielen, das wollen doch die Zuschauer sehen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge nach dem zweiten Streich gegen die Schwaben. „Wir haben jetzt in zwei Spielen elf Tore geschossen, das ist doch wunderbar. Wir sind offensiv, attraktiv und dominant“, freute sich der Bayern-Boss. „Das war ein super Spiel mit Leidenschaft und Begeisterung“, schwärmte Van Gaal nach dem „packenden Pokalfight“ (Nerlinger).

„Das wird ein ganz anderes Spiel als am Sonntag“, hatten die Bayern uniso zuvor gesagt. Doch genau wie in der Bundesliga war auch diese Partie nichts für Menschen mit schwachen Nerven oder schwachem Herz. Nach acht Minuten führten die Bayern 2:0, 3:3 lautete das Resultat 13 Minuten vor dem Ende der dramatischen Auseinandersetzung, ehe WM-Held Thomas Müller, Miroslav Klose und Franck Ribéry dem Titelverteidiger noch den Erfolg bescherten. Der VfB schwächte sich durch die Gelb-Roten Karten für Khalid Boulahrouz und Matthieu Delpierre selbst und vergab sogar einen Elfmeter.

Fehler? Schwamm drüber!

„Es passieren bei uns zurzeit hinten verrückte Dinge“, sagte Müller, der seine Mannschaft mit seinem Treffer zum 4:3 auf Viertelfinalkurs brachte. „Heute hätten wir wieder verlieren können“, meinte auch Van Gaal. Doch wie schon am Sonntag erwies sich die FCB-Offensive als Meister der Effizienz und nutzt fast jeden individuellen Fehler der Stuttgarter zum Torerfolg aus. „Das waren zwei verrückte Spiele, bei denen wir klar in Führung liegen, und dann machen wir uns das Leben selber schwer“, hielt Jörg Butt fest.

Präsident Uli Hoeneß sah in Anbetracht des Viertelfinaleinzuges großzügig über die Nachlässigekeiten hinweg: „In der Vorweihnachtszeit redet man nicht über Fehler, sondern freut sich über die zwei Siege in Stuttgart.“ Auch Rummenigge hob nach dem vierten Pflichtspielsieg in Folge das Positive hervor: „Wir sind der einzige Klub, der in allen drei Wettbewerben noch vertreten ist.“ Voller Optimismus blickt man beim FCB auf die Rückrunde. Schweinsteiger sagte: „Wir haben die Qualität, müssen aber die Fehler, die heute passiert sind, abstellen. Dann könnte die Rückrunde super laufen.“

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