präsentiert von
Menü
Titel, Tore, Triumphe

Müllers 'Wahnsinnsjahr' 2010

Das Jahr 2010 hat auch Thomas Müller überrascht. Eine Pokal-Vitrine hat er jedenfalls noch nicht, wie er kürzlich in einem Interview erzählte. Und so wirft der Goldene Schuh ganz einfach von einer Kommode im Flur aus seinen Glanz auf diesen Thomas Müller, für den 2010 sein erstes komplettes Jahr im Profifußball war, in dem er prompt in den Fußballhimmel hochgeschossen ist. „Es ist wahnsinnig viel passiert, allein von den Titeln, die ich gewonnen habe, mit der Mannschaft und auch mit der Nationalmannschaft“, sagte der 21-Jährige fcbayern.de, „das war für mein erstes Profijahr ein Wahnsinnsjahr.“

Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger, Champions-League-Finalist, WM-Dritter, Torschützenkönig und bester Nachwuchsspieler der WM - angesichts der Fülle der Erfolge fällt es Müller selbst „schwer, da etwas herauszufiltern. Es ist schwer zu sagen, ob es besser war, eine WM zuspielen oder ein Champions-League-Finale. Oder ob es besser war, das Double zu holen. Ich habe einfach jedes Highlight genossen.“

54 Spiele, 33 Torbeteiligungen

Dabei hat er selbst mit für die Höhepunkte gesorgt. In allen 54 Pflichtspielen des FC Bayern im Jahr 2010 hat Müller mitgewirkt, dabei stand er 50 Mal in der ersten Elf und war an 33 Treffern beteiligt (18 Tore, 15 Vorlagen). „Er sieht immer den Raum und weiß, wo die Mitspieler und der Ball sind“, sagte Louis van Gaal über seine Nummer 25, die er auf allen Offensivpositionen (linkes, zentrales und rechts Mittelfeld; Sturm) eingesetzt hat. „Unglaublich“, findet der FCB-Chefcoach, „dass so ein junger Spieler so viel geleistet hat. Da muss man stark im Kopf und im Körper sein.“

Mit seinen Qualitäten hat Müller auch Bundestrainer Joachim Löw schnell überzeugt. Im März feierte er in der Allianz Arena sein Länderspieldebüt gegen Argentinien, ein Freundschaftsländerspiel später gehörte er zum deutschen WM-Kader und war in Südafrika Stammspieler. „Es war einfach dieses Glück, zur richtigen Zeit die richtige Form zu haben“, meinte Müller im Rückblick über seinen steilen Aufstieg im DFB-Team und seinen Lauf bei der WM, wo er mit fünf Toren und drei Vorlagen Torschützenkönig wurde.

'Quirlig, frech und unbekümmert'

Glück? Vielleicht. Können? Sicher. Aber diesen Thomas Müller zeichnet mit seinen 21 Jahren auch noch etwas anderes aus: Wie kaum ein anderer Spitzenfußballer erweckt er ständig den Eindruck, als sei die schillernde Profiwelt nichts viel anderes als der Bolzplatz hinter seinem Elternhaus. „Ich wundere mich immer wieder, mit welcher Frechheit und Lockerheit er spielt“, staunte auch Löw.

„Quirlig, frech und unbekümmert“ sei Thomas schon immer gewesen, erzählte seine Mutter Claudia. „Er war schon immer ein Lausbub.“ Und als solcher hat er auch seine persönliche November-Delle gemeistert. Für drei Spiele nahm ihn Louis van Gaal aus der FCB-Startelf, ließ ihn auf der Ersatzbank schmoren. „Es klappt im Moment nicht so viel. Ich versuch‘ viel, ich reib‘ mich auf. Aber das Schlüsselerlebnis fehlt noch“, analysierte Müller selbst seine Situation, „ich muss dran bleiben, weiter hart arbeiten. Dann kommen der Erfolg und meine eigenen Erfolgserlebnisse von ganz allein.“

'Erfolge bestätigen'

Gesagt, getan! Ende November war Müller zurück in der ersten Elf und war in den letzten acht Spielen des Jahres an neun Toren beteiligt (3 Treffer, 6 Vorlagen). 2011 kann also kommen. „Das Schwierigste, was ich mir vorgenommen habe, ist, die Erfolge mit der Mannschaft zu bestätigen“, meinte er zu seinen Vorsätzen fürs neue Jahr. 2010 lässt sich am besten mit seinen eigenen Worten zusammenfassen, so wie er es im Sommer bei der WM gesagt hat: „Nur weil‘s mein erstes Jahr ist, heißt das ja nicht, dass ich ein Blinder bin.“

Weitere Inhalte