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'Das gibt mir Auftrieb'

Ribéry auf dem Weg zum 'alten Franck'

Auch am Donnerstag war er wieder da. Der Mann in der dicken, schwarz glänzenden Daunenjacke beobachtete mittags das Training der Bayern-Profis, am Nachmittag war er dabei, als Franck Ribéry zum Pressegespräch kam. An der Säbener Straße ist er kein Unbekannter, oft ist er hier, der Mann in Schwarz. Seit Mittwochabend ist er auch über die Grenzen des FCB-Vereinsgeländes hinaus bekannt. Denn nach seinem zweiten Treffer beim 3:0-Sieg gegen den FC Basel lief Ribéry zu ihm an den Tribünenzaun und umarmte ihn herzlich.

Wer ist der Mann, der Franck Ribéry fast zum Verwechseln ähnlich sieht? Sein Bruder? Nein, sein Cousin Mathieu. Das erklärte Ribéry, der eine enge Beziehung zu ihm besitzt. „Wir sind zusammen aufgewachsen, ich bin immer für ihn da“, sagte der Bayern-Profi und erzählte von den jüngsten Schicksalsschlägen seines Cousins: Nach seinem Vater und Bruder starb vor gut einem Monat auch seine Mutter. „Es ist zurzeit sehr schwer für ihn“, meinte Ribéry, der Mathieu zurzeit bei sich zuhause aufgenommen hat.

Seinen Doppelpack gegen Basel widmete Ribéry ganz bewusst seinem Cousin, dem diese Treffer auch Hoffnung machen dürften. Hoffnung auf bessere Zeiten. Denn auch für Ribéry waren die zwei Treffer wichtige Schritte auf dem Weg zurück zu seiner Bestform. „Schwere Zeiten“ lägen hinter ihm, spielte der französische Nationalspieler auf seine Verletzungspausen in der letzten und der aktuellen Saison an. Gegen Basel habe er aber einen „wunderschönen Abend“ erlebt. „Ich habe lange nicht mehr zwei Tore erzielt. Das gibt mir sicherlich Auftrieb.“

'Fühle mich besser'

Vor einem Jahr zwangen Ribéry eine Sehnenreizung im Knie und eine Nagelbettentzündung zu einer monatelangen Pause. Zu Beginn dieser Saison musste er sich zunächst einer Leistenoperation unterziehen, dann erlitt er einen Kapsel- und Bänderriss im rechten Sprunggelenk. Nach fast acht Wochen Pause ist er seit Mitte November wieder einsatzfähig und arbeitet seitdem hart, um wieder zu seiner Bestform zu finden.

„Ich fühle mich viel, viel besser“, sagte er jetzt nach seinen ersten Toren seit fast vier Monaten (16. August, Pokalspiel gegen Germania Windeck). „Ich weiß, dass die Eins-gegen-eins-Situationen manchmal noch nicht funktioniert haben. Aber das kommt“, ist er überzeugt. Die zweite Halbzeit gegen Basel sei in dieser Hinsicht bereits „viel, viel besser“ gewesen.

Tore fürs Selbstvertrauen

„Ich denke, dass er heute frei war in seinem Kopf, das ist sehr wichtig für einen Spieler wie Franck Ribéry. Das habe ich heute gesehen und das freut mich sehr“, stellte Louis van Gaal nach dem Basel-Spiel einen Aufwärtstrend Ribérys fest. „Er ist auf einem guten Weg“, meinte auch Christian Nerlinger, „in der zweiten Halbzeit hat er seine alte Klasse gezeigt.“

Den „alten Franck“ hat auch Philipp Lahm gegen Basel phasenweise wieder durchblitzen sehen. „Dass man nach einer Verletzung mehrere Spiele braucht, um wieder zu seiner Form zurückzufinden, ist ganz normal“, sagte der FCB-Vizekapitän, „die Tore tun ihm gut.“ Denn die geben Ribéry Selbstvertrauen. Und davon könne er ruhig „noch mehr“ brauchen“, meinte der Franzose selbst, der sich aber „keinen Druck und Stress“ macht.

'Schritt für Schritt'

„Franck weiß, dass es Schritt für Schritt gehen muss“, sagte Thomas Müller, „in den letzten zwei Jahren hat er immer nur Bruchstücke gespielt.“ Und deswegen ist das Wichtigste für Ribéry auf dem Weg zu alter Bestform, was Nerlinger so ausdrückte: „Ich hoffe, dass er jetzt in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren von Verletzungen verschont bleibt.“ Sein Cousin wird Franck die Daumen drücken.

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