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Doppelpass mit Nerlinger

'Tabellenstand ist inakzeptabel'

Es war kein leichter Gang, den Christian Nerlinger an diesem Sonntagmorgen anzutreten hatte. Einen Tag nach der „unglaublichen Niederlage“ (Louis van Gaal) beim FC Schalke stand der Sportdirektor des FC Bayern im Doppelpass bei Sport 1 Rede und Antwort. Dabei analysierte Nerlinger die sportlich unbefriedigende Situation beim Rekordmeister und warum er optimistisch in die nächsten Wochen geht. Auch zu möglichen Wintertransfers bezog der 37-Jährige ausführlich Stellung.

Christian Nerlinger über…

…die Gründe für die Niederlage in Schalke: „Wir alle sind frustriert nach Hause gefahren. Natürlich ist es nicht nur Pech, weil es uns in dieser Saison viel zu häufig passiert ist. Wir spielen eine sehr gute erste Halbzeit, das war in Dortmund so, in Gladbach so und gestern auch. Wir erarbeiten uns Chancen, können sie aber nicht verwerten. Dann kommt ein individueller Fehler oder eine unglückliche Aktion und wir geraten in Rückstand. Dann verliert die Mannschaft den Faden und spielt nicht so weiter wie gewünscht.“

…die sportliche Situation: „Ich schließe mich den Worten unseres Ehrenpräsidenten Franz Beckenbauers an, der sagt: Die Meisterschaft ist Lichtjahre entfernt. Nur solange es rechnerisch noch möglich ist, wird der FC Bayern die Meisterschaft nie abhaken. Wenn man aber so einen Rückstand hat, braucht man momentan nicht davon zu reden. Und man braucht auch den aktuellen Tabellenstand nicht schön zu reden. Es ist absolut inakzeptabel und unbefriedigend und ich mag schon gar nicht mehr auf die Tabelle schauen. Die aktuelle Situation ist brenzlig. Wir müssen jetzt als Verein die Situation geschlossen annehmen und uns Schritt für Schritt nach vorne kämpfen. In dieser Phase muss es jetzt das Ziel sein, sich für die Champions League zu qualifizieren. Und wenn ich die Trainingsarbeit sehe, wie intensiv und seriös gearbeitet wird, dann ist es für mich nur eine Frage der Zeit, wann wir uns wieder stabilisieren.“

…Tabellenführer Borussia Dortmund: „Ich glaube, man muss den Dortmundern zu der Vorrunde, die sie bisher gespielt haben, gratulieren. Und wenn sie so weitermachen, dann sind sie ein verdienter Deutscher Meister. Wenn ich die darauf folgenden Mannschaften sehe mit Mainz und Leverkusen, dann kann ich aufgrund unserer Situation mit dem aktuellen Abstand leben.“

…das Verletzungspech: „Unser Doc Müller-Wohlfahrt, der uns seit 30 Jahren begleitet, sagt: So ein Verletzungspech hat es beim FC Bayern noch nicht gegeben. Das war ein Riesenproblem. Wir hätten gestern gerne noch Klose oder Olic gebracht, aber sie fehlen uns nun mal. Oder das Bespiel Ribéry. In Hoffenheim, als es mit seiner erneuten Verletzung passiert ist, hatte ich den Eindruck, jetzt er ist wieder da. Doch dann ist er wieder mehrere Wochen ausgefallen. Und was können wir dafür, dass die Holländer Arjen Robben so behandelt haben. Aber damit müssen wir zurechtkommen.“

…den Verzicht auf Sommertransfers: „Wir, der Trainer, Vorstand, Präsident und ich haben gesagt: Wenn es auf gewissen Positionen die Möglichkeit gibt, dass wir uns qualitativ definitiv verstärken, dann werden wir zuschlagen. Dann haben wir beobachtet. Coentrao hat bei dieser aberwitzigen Ablöse keine Rolle gespielt und der holländische Rechtsverteidiger (Van der Wiel) hat mich bei der WM nicht überzeugt. Darüberhinaus wollten wir nicht eine zu starke holländische Fraktion und dass die Vereinssprache vielleicht Holländisch wird. Wir haben unseren Kader analysiert und gesagt: Wir hatten im letzten Jahr in Deutschland die beste Abwehr und den besten Sturm. Und wir holen mit Breno einen Rohdiamanten zurück, dessen Rehabilitation leider länger gedauert hat als erwartet. Und wir holen mit Toni Kroos eines der hoffnungsvollsten Talente im deutschen Fußball zurück. Wir waren davon überzeugt, dass das als neue Impulse für die Mannschaft ausreichend ist.“

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