präsentiert von
Menü
'Ich gebe mein Bestes'

Altintop kämpft um seinen Platz

Eine gute Nachricht für alle Torhüter gab es am Mittwoch im Bayern-Training: Hamit Altintop hämmert nicht jeden Ball in den Torwinkel. Im Trainingsspiel verzog der FIFA Torschütze des Jahres 2010 einmal dermaßen, dass das Leder auf halbem Weg zwischen Pfosten und Eckfahne an den Fangzaun klatschte. Doch, und das ist die schlechte Nachricht für alle Keeper, das ist die Ausnahme.

Elf Treffer hat Altintop in dreieinhalb Jahren beim FC Bayern erzielt, sechs Mal knallte er den Ball aus mehr als 16 Metern ins Tornetz. Kürzlich im Dezember beim Heimspiel gegen St. Pauli zum Beispiel schoss er den FCB aus 20 Metern in Führung. Oder im März 2008, als sein Schuss beim 5:0-Auswärtssieg im UEFA-Cup-Achtelfinale in Anderlecht gar aus 28 Metern links oben im Eck einschlug.

Sein bis jetzt vielleicht schönstes Karrieretor gelang dem 28-Jährigen aber im September vergangenen Jahres im Trikot der türkischen Nationalmannschaft, als er den Ball im EM-Qualifikationsspiel in Kasachstan nach einer Ecke aus 16 Metern volley in den Winkel hämmerte. Der Fußball-Weltverband FIFA verlieh ihm dafür vergangenen Montag den Puskás-Preis für das weltweit schönste Tor 2010.

Die Trophäe habe er „nach Gelsenkirchen geschickt zu meiner Mama“, erzählte Altintop am Mittwoch. „Da ist sie besser aufgehoben.“ Das heißt jedoch nicht, dass sich der Mittelfeldspieler mit der rechten Klebe nicht über die Auszeichnung freuen würde. Ganz im Gegenteil. „Das ist eine schöne Sache, wenn so viele Tore fallen und meins wird zum Tor des Jahres gewählt“, sagte er, „ich freue mich darüber.“

Gleichzeitig hat er sein Tor des Jahres aber auch ad acta gelegt. Oft habe er sich den Treffer in den letzten Wochen und Monaten noch einmal angeschaut. Zuhause auf DVD oder im Internet. „Aber ab jetzt werde ich es mir nicht mehr anschauen“, betonte Altintop. Auch als zusätzliche Motivation für die anstehende Rückrunde habe er die Auszeichnung nicht nötig. „So etwas brauche ich Gott sei dank nicht.“

'Ich bin gespannt'

Der Konkurrenzkampf ist Motivation genug für Altintop. In der Hinrunde kam er zu 17 Pflichtspieleinsätzen, zwölf Mal von Beginn an. Thomas Müller und Toni Kroos hießen seine Konkurrenten um den Platz im rechten Mittelfeld. Und jetzt meldet auch Arjen Robben nach langer Verletzungspause wieder Ansprüche an. „Er macht einen guten Eindruck, das muss man ihm lassen“, meinte der Türke, der auch weiß, dass Robben nach seinen famosen Auftritten in der letzten Saison „Kredit beim Trainer“ besitzt, „was absolut in Ordnung ist.“

Doch gute Trainingseindrücke bedeuten nicht automatisch, dass Robben nach einem halben Jahr Pause gleich in die Startelf zurückkehrt. „Training ist es viel anders als ein Spiel“, meinte Altintop, der an seine Chance glaubt. „Der Trainer hat immer betont: Es geht nicht um Namen, sondern um Leistung“, sagte er, „ich kann nur mein Bestes geben und versuchen, es dem Trainer so schwer wie möglich zu machen. Ich bin selbst gespannt, wie sich der Trainer entscheidet.“

Weitere Inhalte