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Nur 24 von 76 Spielen

Bayerns gesprengte Flügelzange

Neues Jahr, altes Leid: Mit Rückkehrer Arjen Robben und einem wiedererstarkten Franck Ribéry wollte der FC Bayern in der Bundesliga die große Aufholjagd einleiten. Doch es ist wie verhext - der Plan platzte schon beim Rückrundenstart. Beim 1:1 in Wolfsburg feierte Robben zwar sein ersehntes Saisondebüt nach halbjähriger Verletzungspause - allerdings löste er bei seiner Einwechslung ausgerechnet Ribéry ab, der mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Spielfeld humpelte.

Auch wenn der französische Nationalspieler nach dem Tritt des Wolfsburgers Josué mit einer Zerrung des Kapselbandapparates im linken Knie noch glimpflich davon kam, ist die Münchner Flügelzange zumindest für kurze Zeit wieder gesprengt. „Ich bin sehr froh und auch erleichtert“, erklärte Ribéry nach der Diagnose, im ersten Moment war Schlimmeres befürchtet worden. Trotzdem beschleicht den Mittelfeldspieler angesichts seiner Pechsträhne ein ungutes Gefühl: „Es ist nicht normal, was mit mir passiert.“

Mindestens am Samstag gegen Kaiserslautern sowie vier Tage darauf im Pokal-Viertelfinale beim Zweitligisten Alemannia Aachen muss der Rekordmeister auf Ribéry verzichten ausfallen. Und danach wird er wieder neu seinen Rhythmus finden müssen - ebenso wie Robben nach über sechs Monaten Pause. „Es tut sehr gut, wieder auf dem Platz zu stehen“, sagte der Niederländer: „Ich bin der glücklichste Spieler der Bundesliga.“

Robben und Ribéry - im Doppelpack sind sie ungemein wertvoll für den FC Bayern. 17 Siege und drei Unentschieden fuhren die Bayern mit „Rib & Rob“ ein, aber nur vier Niederlagen. Allerdings hat das Duo seit Robbens Verpflichtung Ende August 2009 nur selten gemeinsam auf dem Platz gestanden; nämlich in 24 von 76 (!) möglichen Partien in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal.

Ribérys Seuchenjahr 2010

„Wenn Arjen und ich bei hundert Prozent sind, ist das gut für uns und schwer für die anderen Mannschaften“, hatte Ribéry optimistisch im Winter-Trainingslager in Katar verkündet. Dort präsentierten sich sowohl Robben als auch der flinke Franzose voller Tatendrang und Spielfreude. Nach dem Seuchenjahr 2010 („Es war ein sehr hartes Jahr mit vielen Schwierigkeiten“) wollte Ribéry endlich wieder voll durchstarten. Doch dieses Vorhaben dauerte in Wolfsburg gerade einmal 16 Minuten.

In der letzten Saison stoppten Ribéry eine Entzündung der Patella-Sehne sowie entzündete Zehen, im Champions-League-Finale war er nach einer Roten Karte im Halbfinale gesperrt. In dieser Saison zwang ihn ein Bänderriss am rechten Sprunggelenk zu einer längeren Zwangspause. Robben verpasste wegen eines Muskelrisses die gesamte Hinrunde. In seiner ersten, überragenden Bayern-Saison musste er kurz nach seiner Verpflichtung wegen einer Knie-Operation einige Wochen pausieren.

Mit Rib & Rob gegen Inter

Die Jagd auf Spitzenreiter Dortmund haben die Bayern nach dem Auftaktremis in Wolfsburg ad acta gelegt, der Blick richtet sich nun auf den zweiten Platz, der zur direkten Teilnahme an der Königsklasse berechtigt. „Die sind einfach zu weit weg. Das muss man akzeptieren und respektieren. Da kann man denen auch schon gratulieren, denke ich“, sagte Robben nach dem auf inzwischen 16 Punkte angewachsenen Rückstand der Münchner auf den BVB.

Nach der nun fast aussichtlosen Titelverteidigung in der Liga rücken für die Bayern der DFB-Pokal und die Champions League noch mehr in den Fokus - und bis zur Revanche gegen Titelverteidiger Inter Mailand im Achtelfinale (23. Februar/15. März) soll auch das Traumduo Ribéry/Robben wieder vereint sein.

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