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VfL-Co-Trainer Littbarski

'Dzeko wird uns fehlen, aber...'

Er war einer der besten Offensivspieler der Bundesliga seiner Zeit und gehörte zur deutschen Nationalmannschaft, die 1990 in Italien Weltmeister wurde. Pierre Littbarski war aber auch ein kleiner Weltenbummler in Sachen Fußball und wurde als Trainer Meister auf zwei Kontinenten. Mittlerweile ist Litti wieder nach Deutschland zurück gekehrt und arbeitet seit Saisonbeginn als Co-Trainer beim VfL Wolfsburg. fcbayern.de sprach mit dem ehemaligen Dribbelkönig über den Rückrundenauftakt am Samstag und sein Zeit im Land der aufgehenden Sonne und in down under.

Das Interview mit Pierre Littbarski

fcbayern.de: Hallo, Herr Littbarski. Sie haben im letzten Frühjahr eine Woche lang Louis van Gaal auf die Finger schauen können. Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?
Pierre Littbarski: „Eine ganze Menge. Van Gaal arbeitet sehr akribisch, ähnlich wie unser Coach Steve McClaren. Er hat eine ganz minutiöse Vorbereitung in allen Dingen und arbeitet perfekt abgestimmt mit seinem Trainerstab und auch der Scouting-Abteilung zusammen. Alles ist aufeinander abgestimmt, das war sehr interessant für mich mal hautnah mitzuerleben. Und Van Gaal ist nicht nur Trainer, sondern auch Fußballlehrer. Er spricht während des Trainings immer wieder Dinge an und verbessert.“

fcbayern.de: Der VfL ist mit großen Erwartungen in die Saison gestartet. Nach der Hinrunde belegt Ihre Mannschaft aber nur Platz 13. Was ist schief gelaufen?
Littbarski: „Naja, es ist ein bisschen mit der Situation beim FCB in der letzten Saison zu vergleichen, als zwischen Trainer und Mannschaft auch ein Lernprozess vonstatten ging. Früher hat man sich in Wolfsburg nur auf Misimovic und Dzeko verlassen und alle anderen sind rauf und runter marschiert. Jetzt müssen das alle tun, weil das eine Notwendigkeit im heutigen Fußball ist, aber das muss auch innerhalb des Systems oder der taktischen Vorgaben des Trainers passieren. Es ist nicht mehr so wie früher, als sich einer den Ball geschnappt hat, über den ganzen Platz gelaufen ist und dann aufs Tor schoss. Heutzutage muss ein Rädchen ins andere greifen, die Mannschaftsteile müssen genau aufeinander abgestimmt sein.“

fcbayern.de: Toptorjäger Dzeko hat den VfL Richtung Manchester verlassen. Ist das ein großer Verlust, oder erwarten Sie jetzt vielleicht sogar eine „Trotzreaktion“ der Mannschaft?
Littbarski: „Das ist ein zweischneidiges Schwert. Sicherlich werden uns die Torjägerqualitäten von Dzeko fehlen, aber wir erkennen eine Tendenz, dass mehrere Spieler bereit sind, jetzt mehr Verantwortung zu übernehmen. Es war ja eine unglückliche Situation für alle. Dzeko wollte den nächsten Schritt in seiner Karriere machen und wechseln, alle anderen Spieler haben das durch öffentliche Diskussion mitbekommen.“

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