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Wieder am Ball

FC Bayern II startet die Rückrundenvorbereitung

„Tief im Westen“, wie Herbert Grönemeyer in seiner Hymne an seine Heimatstadt Bochum singt, ist immer eine Frage des Standpunkts. Von Katar aus gesehen, wo die Profis des FC Bayern derzeit ihr Trainingslager verbringen, liegt auch München „tief im Westen“. Und genau dort lässt seit Montag Hermann Gerland, Bochumer Urgestein, seine Spieler schuften. Denn auch die zweite Mannschaft des FC Bayern ist in die Rückrunden-Vorbereitung gestartet.

„Vor Arbeit ganz grau“, um bei Grönemeyer zu bleiben, war es auch beim Auftakt der kleinen Bayern, wenngleich dies auch an den frostig-trüben Witterungsverhältnissen lag. Der Kunstrasenplatz an der Säbener Straße war mit Schnee beflockt, selbst Gerland, einst eisenharter Verteidiger beim VfL Bochum („Ich war ein Klopper.“), sprach von einem „schwierigen Boden. Aber wir spielen auch bei diesen Witterungsverhältnissen, dann können wir auch trainieren. Das müssen die jungen Leute verkraften.“

Verletzter Kapitän

Die gesamten knapp drei Wochen der Vorbereitung wird der FCB II in München absolvieren, ein Trainingslager in wärmeren Gefilden ist nicht gebucht. Einmal am Tag kann Gerland aber zumindest einen der beiden beheizten Rasenplätze nutzen. Die Trainingsbedingungen bereiten dem Tiger daher weniger Sorgen. Die Personalsituation hingegen schon.

Zum Auftakt fehlte neben den beiden Torhütern Maximilian Riedmüller, der mit den Profis nach Katar geflogen ist, und Rouven Sattelmaier (Reha nach Schulter-OP) auch Danny Schwarz. Der Kapitän laboriert noch immer an einer Sprunggelenksverletzung, die er sich beim letzten Hinrundenspiel Ende November in Bremen zugezogen hat. „Er hat nach wie vor Schmerzen beim Abrollen“, berichtete Gerland.

In der Rückrunde auch ohne Alaba

Langzeitverletzt sind darüber hinaus Saer Sene, Taygun Kuru und Stefan Schürf, die allesamt in der Rückrunde wohl nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Das gilt seit Sonntag auch für David Alaba, der an die TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen wurde. „David Alaba ist ein außergewöhnlicher Spieler. Den kriegt man in der Dritten Liga nicht, den kriegt man in der Zweiten Liga nicht“, beschrieb Gerland, wie schwer der Verlust des österreichischen Nationalspielers wiegt.

Wie Alabas Lücke zu schließen ist, konnte Gerland noch nicht sagen. Eventuell ist ein Neuzugang nötig. Auf der Suche nach Verstärkung für seine kleinen Bayern befindet sich der Cheftrainer ohnehin schon lange. Schon vor der Winterpause war nämlich klar: Vor allem im Angriff drückt der Schuh. Mit nur 16 Toren in 18 Spielen verfügt der FCB II über eine der ungefährlichsten Offensivabteilungen der Dritten Liga.

Stürmer im Probetraining

„Die allerwichtigste Position, die wir besetzen müssen, ist die des Mittelstürmers“, sagte junior-team-Leiter Werner Kern fcbayern.de. „Wir brauchen einen Spieler, der für Tore bürgt. Gut gebrauchen könnten wir zudem einen Mittelfeldspieler, der Druck macht, spielerisch gut ist und Tore erzielt.“ Doch diese Wünsche lassen sich nicht so leicht erfüllen. „Stand heute: Wir haben nichts“, sagte Gerland am Montag.

Man habe mehrere Spieler beobachtet, erzählte der Tiger. Aber eine Beurteilung von Spielern aus unteren Ligen falle schwer. „Eine Liga höher ist 20 Prozent schwieriger“, meinte Gerland, der zum Start der Vorbereitung mit Michael Schürg vom SSV Ulm einen Probespieler begrüßen konnte. „Er hat in Ulm, allerdings eine Liga tiefer, zehn Tore geschossen“, verwies Gerland auf die Hinrunden-Bilanz des 26-Jährigen, der bei den Stuttgartern Kickers auch schon eine Saison in der Dritten Liga zum Einsatz kam.

Testspiel gegen den Club II

„Wir müssen abwarten“, meinte Gerland, der zuversichtlich ist, dass noch Verstärkungen an Land gezogen werden können. „Ich denke schon, dass wir den einen oder anderen Spieler kriegen werden. Es ist aber nicht so, dass wir einen haben, von dem ich überzeugt bin, dass er 20 Tore schießt in der Rückserie. Den wird es nicht geben, weil solche Spieler alle in der Bundesliga aktiv sind.“

Egal wer in den kommenden Wochen neu zur Mannschaft stößt: Im Kampf um den Klassenerhalt in der Dritten Liga - der FCB II überwintert auf dem vorletzten Tabellenplatz, hat allerdings noch drei Nachholspiele - heißt es für die kleinen Bayern in den kommenden Wochen vor allem trainieren, trainieren, trainieren. Am 13. Januar bestreiten sie beim 1. FC Nürnberg II ein Testspiel, am 22. Januar starten sie mit einem Auswärtsspiel in Burghausen gleich in zwei englische Wochen. Um es mit Grönemeyer zu sagen: „Glück auf!“

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