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Ein Spiel, zwei Gewinner

FCB feiert Halbfinaleinzug, Aachen sich selbst

Nach dem Spiel wurden auf beiden Seiten erst einmal munter Komplimente verteilt. „Herzlichen Glückwunsch an den FC Bayern, das ist eine absolute Spitzenmannschaft. Hut ab“, schwärmte Aachens Trainer Peter Hyballa. „Man kann Aachen nur loben. Sie haben immer versucht Fußball zu spielen, was total untypisch ist für eine Zweitligamannschaft“, erklärte Bayern-Torjäger Mario Gomez. Und Alemannia-Sportchef Erik Meijer sagte: „Ich bin stolz auf die Jungs.“

Am Ende unterlag der aktuelle Tabellenzehnte der 2. Liga deutlich mit 0:4 (0:1) dem hohen Favoriten aus München, der damit erwartungsgemäß zum 22. Mal ins Halbfinale des DFB-Pokals einzog. Doch bei den Gastgebern wich schon kurz nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung über den geplatzten Traum, den FC Bayern wie schon 2004 und 2006 aus dem Wettbewerb zu werfen - zu groß war die Überlegenheit des Rekordchampions gewesen.

„Es war für uns alle ein ganz besonderes Erlebnis, gegen solch einen hochkarätigen Gegner zu spielen“, sagte der starke Schlussmann David Hohs: „Der Spaßfaktor war trotz der vier Gegentore riesig.“ Passend dazu lautete die Überschrift auf der Aachener Homepage: „Trotzdem ein geiler Abend.“ Die meisten der über 32.000 Zuschauer im restlos ausverkauften Tivoli werden Ähnliches gedacht haben. „Die Fans haben ein schönes Spiel gesehen und wir sind froh, dass wir im Halbfinale stehen“, brachte es Gomez auf den Punkt.

Der Torjäger vom Dienst hatte seine Mannschaft Mitte der ersten Hälfte in Führung gebracht. Thomas Müller (75./80.) und der eingewechselte Arjen Robben (88.) sorgten im zweiten Abschnitt für die Entscheidung. „Das war ein auch in dieser Höhe verdienter Sieg“, befand Uli Hoeneß zufrieden. „Im Großen und Ganzen haben wir während des ganzen Spiels unseren Stempel draufgedrückt“, hielt Müller fest.

FCB zu stark

Nur im zweiten Abschnitt gerieten die Bayern einmal ernsthaft in Gefahr, als Aachen sich die eine oder andere Möglichkeit zum Ausgleich erspielte. „Wenn man die Mitte des Spiels betrachtet, dann war es sicherlich ein hartes Stück Arbeit“, sagte Müller. „Letztendlich aber haben wir hochverdient gewonnen“, betonte Gomez. „Bayern München war heute einfach zu stark“, gestand Hyballa.

Während man in Aachen sicherlich noch lange an diesen Abend zurückdenken wird (Benjamin Auer: „Das war sicher ein Highlight für den ganzen Verein“), richteten die Bayern den Blick gleich wieder auf die kommenden Aufgaben. „So schnell wie möglich“ wolle man sich nun Platz zwei in der Liga sichern, wie der neue Kapitän Philipp Lahm betonte: „Wichtig ist es, auch nächste Saison wieder Champions League zu spielen. Wir wollen in die Erfolgsspur zurückkehren und eine Serie starten.“

Hoeneß wünscht sich Schalke zuhause

Zwei Auswärtspartien stehen nun in der Bundesliga auf dem Programm, beide Male gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion: Zunächst am Samstag bei Werder Bremen und dann eine Woche darauf beim 1. FC Köln. „Wir haben nur noch wichtige Spiele. Ausrutscher haben wir uns in dieser Saison schon genug erlaubt “, sagte Müller, der aber zuversichtlich ist: „Wir sind in einer guten Verfassung, grundsätzlich passt alles.“

Und am Sonntagabend werden die Bayern sicherlich auch sehr gespannt die Halbfinal-Auslosung in der Sportschau verfolgen. Neben dem Vorjahresgegner FC Schalke 04 liegen dann auch die beiden Zweitligisten MSV Duisburg und Energie Cottbus im Lostopf. „Wir wollen wieder nach Berlin und nehmen es, wie es kommt“, sagte Müller. Präsident Hoeneß wurde da schon präziser: „Jetzt wünsche ich mir ein Heimspiel gegen Schalke.”

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