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Brasilianer mit Bayern-Gen

Gustavo will 'hart arbeiten' und gewinnen

34 Grad, nur ein paar Wolken am Himmel - das war Pindamonhangaba am Montag. Vom Hochsommer in seinem Heimatort, gut 200 Kilometer westlich von Rio de Janeiro, bekommt Luiz Gustavo jedoch nichts mit. Der 23-Jährige sitzt am Montagmorgen in München im Mediencenter des FC Bayern, draußen schneit es seit Stunden. Der frisch geräumte Trainingsplatz liegt schon wieder unter einem weißen Schneeschleier. Gustavo, den Brasilianer, stört das nicht. „Ich bin jetzt schon fast vier Jahre in Deutschland“, erzählt er, „da ist das kein Problem mehr.“

Der Eindruck täuscht nicht: Luiz Gustavo ist inzwischen selbst ein bisschen deutsch geworden. Nicht nur, dass er mit Schneetreiben zurechtkommt. Er hat auch Tugenden seiner Wahlheimat verinnerlicht. „Ohne harte Arbeit kommt nichts“, sagte er zum Beispiel und das sind keine hohlen Worte. Gustavo lebt danach, gerade jetzt, drei Wochen nach seinem Wechsel zum FC Bayern.

„Ich will so schnell wie möglich diese Philosophie zu lernen“, erzählt der Defensivspieler von seinen Bemühungen, Louis van Gaals Spielphilosophie umzusetzen. „In Hoffenheim habe ich ganz anders gespielt. Ich muss jeden Tag im Training hart arbeiten, dann kommt das“, ist er überzeugt. Anfang Januar ist Gustavo in Katar zur Mannschaft gestoßen. „Da war es schwierig, weil alles ganz neu war. Jetzt ist es schon besser. Ich habe schon ein bisschen gelernt, was die Philosophie angeht.“

'Nicht mein bester Tag'

Am Samstag warf Van Gaal Gustavo gleich ins kalte Wasser. Beim 5:1-Sieg gegen Kaiserslautern feierte er sein Startelf-Debüt im FCB-Trikot und war anschließend „nicht zufrieden. Ich wollte in meinem ersten Heimspiel super spielen. Der Trainer hat mir erklärt, was er will, was ich machen soll. Ich habe es versucht, aber leider war es nicht mein bester Tag.“ Gustavos Schlussfolgerung: „Ich muss weiter hart arbeiten und mehr lernen.“

Das sieht auch Van Gaal so. „Er hat im Mittelfeld angefangen, das hat er nicht so gut gemacht“, analysierte der FCB-Chefcoach. Noch während der ersten Halbzeit zog er Gustavo daher zurück auf die Linksverteidigerposition. „Da hat er es besser gemacht. Aber er war auch beim Gegentor beteiligt.“ Van Gaal weiß, dass der 23-Jährige noch ein bisschen Zeit braucht. Die wird er bekommen. „Es ist immer schwierig für einen Spieler, der zu Bayern München kommt.“

Druck? 'Finde ich gut'

Auch Christian Nerlinger hat Geduld mit dem Brasilianer. „Er kann sicher stärker spielen, als er es diesmal gezeigt hat“, sagte der FCB-Sportdirektor am Samstag, „aber er wird seinen Weg bei uns gehen. Ich bin davon überzeugt, dass Luiz ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns wird.“ Diesen Wunsch hat natürlich auch Gustavo selbst. Er will in München Erfolg haben, persönlich und mit der Mannschaft. „Jeder Spieler träumt von einem Titel“, sagt er. Beim deutschen Rekordmeister hat er die besten Voraussetzungen dafür.

Die Kehrseite der Medaille, der ständige Erfolgsdruck beim FC Bayern, stört ihn nicht. „In Hoffenheim wollte ich auch immer gewinnen, in jedem Spiel, in jedem Training, jeden Tag“, erzählt er, „beim FC Bayern ist das normal, hier musst du immer gewinnen. Ich finde das gut, das gefällt mir sehr.“ Luiz Gustavo, der Brasilianer, ist nicht nur ein bisschen deutsch. Er besitzt offenbar auch das Bayern-Gen.

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