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'...das war Wahnsinn'

Miroslav Kloses Trainingslager-Erfahrungen

Ob im Sommer oder im Winter: Vorbereitungszeit bedeutet fast immer Trainingslagerzeit. So auch beim FC Bayern, der in der laufenden Wintervorbereitung sein Quartier im Emirat Katar aufgeschlagen hat. Doch was passiert eigentlich alles während eines Trainingslagers? Und was hat sich im Laufe der Jahre verändert? fcbayern.de hat bei Miroslav Klose nachgefragt. Der 32 Jahre alte Nationalspieler ist einer der erfahrensten Akteure im FCB-Kader, Katar ist „bestimmt schon das 30. Trainingslager, das ich mitmache.“

Das Interview mit Miroslav Klose:

fcbayern.de: Miro, mit wem man auch spricht, von allen Seiten gibt es viel Lob für das diesjährige Wintertrainingslager in Katar. Siehst Du das auch so?
Miroslav Klose: „Ja, absolut. Wir haben hier hervorragend trainiert, jeden Tag zwei Mal. Die Plätze sind super, das Wetter ist top zum Trainieren, das Hotel ist klasse. Einziger Kritikpunkt sind vielleicht die Fahrten zwischen Hotel und Trainingsgelände, aber wenn man dann so einen Rasen hat, nimmt man das gerne in kauf.“

fcbayern.de: Du bist ja einer der erfahrenen Spieler im Kader, weißt Du eigentlich, wie viele Trainingslager Du schon mitgemacht hast?
Klose: „Ich glaube mit WM- und EM-Vorbereitung ist das bestimmt schon das 30. Trainingslager, das ich mitmache. Das ist schon nicht schlecht, wenn man so viele hinter sich gebracht hat.“

fcbayern.de: Kannst Du Dich noch an Dein erstes Trainingslager erinnern?
Klose: „Mit den Amateuren vom 1. FC Kaiserslautern waren wir auch im Trainingslager, da sind wir dann 150, 200 Kilometer weit weg gefahren. Ein Jahr später war ich dann bei den Profis, da sind wir dann auch zwei Stunden von Kaiserslautern weggefahren. Wohin genau es damals ging… gute Frage.“

fcbayern.de: Inwieweit haben sich die Trainingslager von damals zu heute verändert?
Klose: „Früher ging es ja nur ums laufen, da wurde das getrennt und es gab extra ein Lauftrainingslager, wo man eine Woche, zehn Tage nur gelaufen ist. Und dann gab es ein Trainingslager, in dem fußballspezifisch gearbeitet wurde. Da hat man aber auch mehr Zeit gehabt, ich war damals noch kein Nationalspieler.“

fcbayern.de: Und heute?
Klose: „Heute ist es etwas anders. Früher lag der Fokus auf dem Laufen, es sollte eine Grundausdauer als Basis gelegt werden. Heute, und insbesondere bei unserem Trainer, ist das komplett anders. Klar gibt es auch hier eine Basis, aber die erarbeitet man sich durch die vielen Sprints und Läufe, die wir in seiner Trainingsgestaltung machen. Für mich persönlich ist es angenehmer und besser so, wie es jetzt ist, denn das spielspezifischer und entspricht mehr meinem Verhalten im Spiel. Schnelle Aktionen, kurze Sprints, dann wieder eine Pause.“

fcbayern.de: Hier in Doha seid Ihr alle im Einzelzimmer untergebracht, Du kennst das aber auch noch anders, oder?
Klose: „Klar, als ich anfing wurden wir noch in Doppelzimmern untergebracht. In Kaiserslautern war ich jahrelang mit Vratislav Lokvenc auf einem Zimmer, er war damals mein Sturmpartner und einer der besten Kollegen in der Mannschaft.“

fcbayern.de: Geht man sich da nach fünf, sechs, sieben Tagen nicht auf die Nerven?
Klose: „Nein, überhaupt nicht. Er war ein Typ… ich habe so viel Spaß mit ihm gehabt, das war Wahnsinn.“

fcbayern.de: Was hat sich noch geändert im Vergleich zu früher?
Klose: „Ich glaube, dass es grundsätzlich alles noch sehr ähnlich ist. In erster Linie dient ein Trainingslager dazu, fit zu werden, das ist das Thema Nummer eins. Klar, dazu reicht nicht nur eine Woche, aber die Basis kann gelegt werden. Dazu bleibt einem inzwischen aber immer weniger zeit. Früher hatte man vier, fünf Wochen Zeit, heute bleiben einem, gerade nach einer WM oder EM, gerade mal zwei Wochen. Wichtig ist einfach, dass man versucht, verletzungsfrei zu bleiben und jede Einheit mitzumachen. Dann kann man das auch genießen.“

fcbayern.de: Habt Ihr Spieler denn auch Freizeit, was macht man den ganzen Tag?
Klose: „Viel Zeit, etwas zu unternehmen, bleibt einem nicht. Training, Essen, Schlafen - das sind die drei Komponenten im Trainingslager. In den freien Minuten bekommt man noch eine Massage oder lässt sich behandeln, das war’s. Einmal in der Woche gibt es einen freien Abend, an dem man mal mit der Mannschaft etwas essen geht und zwei, drei Stunden aus dem Hotel rauskommt. Früher hatten wir sogar drei Mal am Tag Training, da stand morgens um sieben noch ein Strandlauf auf dem Programm.“

fcbayern.de: Du hast es erwähnt, rund 30 Trainigslager hast Du schon auf dem Buckel, wieviele folgen noch?
Klose: „Ich hoffe, dass es noch ein paar werden. Ich fühle mich fit, das ist das Hauptthema bei mir. Ich versuche, verletzungsfrei zu bleiben und dann schauen wir mal. Ich denke, dass ich schon noch ein paar Jahre machen kann.“

Für fcbayern.de in Doha: Carsten Zimmermann

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