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'Ein Genuss'

'Neuzugang' Robben brennt auf sein Comeback

Eine kurze Ballannahme, ein schneller Sprint, eine Körpertäuschung, ein Schuss, dann schlägt der Ball links oben im Winkel ein. Wer Arjen Robben dieser Tage im Trainingslager des FC Bayern in Doha bei der Arbeit beobachtet, der sieht vor allem eines: Pure Spielfreude und totale Lust auf Fußball. „Es ist für mich ein Genuss, wie er trainiert. Ich bin mit dem Verlauf sehr zufrieden“, sagte Trainer Louis van Gaal, der ein halbes Jahr auf seinen Landsmann verzichten musste.

„Es war eine schwierige Phase, ich habe gewusst, dass es eine lange Reha wird“, sagte der 26 Jahre alte Niederländer, der nach einem Muskelriss im Oberschenkel bereits vor der Winterpause wieder dosiert am Mannschaftstraining teilnahm. Angst um die Fortsetzung seiner Karriere habe er aber nicht gehabt. „Nein, niemals“, betonte Robben, der in Katar wieder voll mit seinen Kollegen trainiert, zwischendrin aber immer wieder eine individuelle Einheit einlegt. „Das ist gut für mich.“

Schon beim Training ist zu sehen, dass es Robben kaum erwarten kann, endlich wieder loszustürmen. Hochkonzentriert absolviert er das Programm, jede noch so kleine Übung wird mit großer Präzision ausgeführt. „Das ist vielleicht eine Qualität von mir. Ich will immer alles zu hundert Prozent machen, auch im Training. Das ist meine Persönlichkeit“, sagte er auf Nachfrage von fcbayern.de.

In den nächsten Wochen sei es für ihn vor allem wichtig, „in den Rhythmus rein zu kommen“, erklärte Robben, der „lieber morgen als in drei oder vier Wochen“ wieder spielen will. „Aber am Ende muss das der Trainer entscheiden.“ Dieser stellte Robben für das Testspiel am Samstag gegen den lokalen Erstligisten Al-Wakrah Sports Club mehr als einen Kurzeinsatz in Aussicht. „Ich glaube, dass er 30 Minuten oder mehr spielen kann.“

Stärker als vorher

Auf die Frage, ob er zum Rückrundenstart am 15. Januar beim VfL Wolfsburg sein Bundesliga-Comeback geben werde, antwortete Robben: „Wolfsburg ist noch weit weg. Mal schauen, was passiert.“ Im Moment schaue er „nur von Tag zu Tag. Bis jetzt kann ich nur zufrieden sein, es läuft gut, auch das Gefühl am Ball ist gut“, so Robben, der sich am meisten über die Rückkehr ins Mannschaftstraining freute. „Ich bin wieder einer von der Mannschaft, das ist ein super Gefühl“, sagte er nach dem Ende seiner langen Leidenszeit.

„Zu den Heimspielen ins Stadion zu fahren und nicht zu spielen, war das Schwierigste.“ Doch er habe „immer im Kopf gehabt: Ich will stärker zurückkommen als vorher. Deswegen habe ich so viel gearbeitet. Ich will so schnell wie möglich wieder wichtig sein für die Mannschaft.“ Allerdings dämpfte Robben auch ein wenig die hohen Erwartungen. „Druck ist immer da, ich will auch nicht davor weglaufen. Aber es ist nicht so, dass ich wieder zurück bin und es von Anfang an läuft. Fünf Monate sind eine lange Zeit.“

Wie ein Neuzugang

„Nach so einer langen Verletzung braucht man immer ein bisschen Zeit, bis man wieder zu seiner hundertprozentigen Form findet“, pflichtete ihm Rechtsverteidiger Philipp Lahm bei, der Robben in den letzten Monaten „sehr engagiert“ bei seinem Aufbautraining erlebt hat. Jetzt freut sich Lahm schon darauf, wenn der Niederländer „wieder vor mir spielt. Er ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft, deswegen hoffe ich, dass er so schnell wie möglich wieder fit wird.“

„Wer Arjen im Training gesehen hat, dem läuft das Wasser schon wieder im Munde zusammen“, zeigte sich auch FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger begeistert von der körperlichen Verfassung des Vizeweltmeisters. Robben sei „in dieser Saison wie ein Neuzugang zu betrachten“ und mit seinen Qualitäten für die Mannschaft „eine Wahnsinnsverbesserung im Vergleich zur Vorrunde,“

Für fcbayern.de in Doha: Carsten Zimmermann

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