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'Alles ist gut'

Olic glücklich in der Reha-Mühle

Draußen auf dem Rasen laufen die Bayern im Schneeregen, drinnen im Leistungszentrum ist es angenehm warm, ein Radio läuft. Doch Ivica Olic kann das nicht genießen. Er liegt auf einer Matte, die Beine angewinkelt, zwei zusammengeklebte Tennisbälle stecken zwischen seinem Rücken und dem Boden. Langsam bewegt er den Oberkörper Richtung Füße und zurück. „Da, wo der Schmerz ist, da bleibst du drauf“, weist ihn Rehacoach Thomas Wilhelmi an. Ivica Olic verzerrt das Gesicht.

Rehatraining ist kein Zuckerschlecken, für Olic hat diese Mühle gerade erst begonnen. Anfang November wurde er von Dr. Richard Steadman in den USA am linken Knie operiert. Meniskus und Knorpel waren beschädigt. Seit ein paar Tagen sind die Krücken jetzt weg und Olic ist voll ins Rehatraining eingestiegen. Am leicht bandagierten Knie hat er keine Schmerzen, aber die Übungen sind eine Qual. Dennoch leuchten Olic‘s Augen. „Ich bin sehr glücklich, dass ich schon etwas machen kann“, sagt er im FCB.tv-Interview.

Denn die ersten zwei Monate nach der Operation waren „sehr schwer“, wie der 31-jährige Kroate, der in der letzten Saison mit sieben Treffern hinter Lionel Messi der erfolgreichste Champions-League-Torschütze war, erzählt. Acht Wochen lang musste er jeden Tag für acht Stunden eine spezielle Maschine am Bein tragen. „Das war extrem schwer. Damals hatte meine Frau nicht nur drei Kinder - ich war auch wie ein Kind, konnte ihr nicht helfen. Ich bin sehr froh, dass ich das geschafft habe.“

Comeback im Sommer

Anfang des Jahres flog Olic zur Nachuntersuchung in die USA. Seitdem hat er seine Zuversicht endgültig zurück. „Ich habe eine sehr gute Nachricht vom Doktor bekommen. Dass alles gut ist“, berichtet der Kroate, „jetzt muss ich meinem Programm folgen und hoffe, dass ich nächste Saison zum Beginn der Vorbereitung fit bin.“

Mit einem Comeback noch in dieser Saison wird es also nichts. Das wäre zwar vielleicht sogar möglich, meint Olic, „aber ich will kein Risiko eingehen. Das bringt nichts. Für mich und mein Knie ist es besser, wenn ich ein bisschen Geduld habe. Ich konzentriere mich auf die nächste Saison.“ Im Mai, schätzt Olic, werde er erstmals wieder auf dem Rasen laufen und dann auch bald erste Übungen mit dem Ball machen können.

Ganz der Alte

Im Moment ist der Stürmer noch ein gutes Stück vom regulären Fußballtraining entfernt. Fahrradfahren und Gehen auf dem Laufband, mehr kann er noch nicht machen. Dazu stehen korrigierende, stabilisierende und mobilisierende Übungen für Rumpf und Oberkörper auf dem Programm - wie zum Beispiel die Tennisballübung, die der Mobilisierung der Brustwirbelsäule dient. Es tut weh, aber Olic hängt sich voll rein. Was Willen und Einsatzbereitschaft angeht, ist er schon wieder ganz der Alte.

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