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'Auf dem richtigen Weg'

Robben zündet, Bayern klettert

Mainz? Hat verloren. Hannover? Hat verloren. Und als dann kurz vor Schluss in der Allianz Arena auch noch das Unentschieden der Dortmunder auf der Anzeigetafel aufleuchtete, waren die Fans kaum mehr zu halten. „Deutscher Meister wird nur der FCB!”, schallte es von den Rängen.

Doch halt! „Wir sollten jetzt nicht zu euphorisch sein“, bremste Christian Nerlinger nach dem 5:1 (1:0)-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern die überschäumenden Hoffnungen der Anhänger. Zwar war der FC Bayern an diesem Januar-Samstag erstmals in dieser Saison auf den dritten Tabellenplatz geklettert und der Rückstand auf Platz zwei war auf einen Zähler geschrumpft - der Abstand zu Spitzenreiter Dortmund beträgt jedoch noch immer 14 Punkte. Am Sonntag preschte zudem Leverkusen (3:1 in Gladbach) auf den zweiten Rang vor, so dass der FCB den Spieltag als Vierter mit drei Punkten auf Leverkusen abschloss.

Die Frage, ob der Titelverteidiger doch noch einmal in den Kampf um die Meisterschaft eingreifen kann, stellen sich die Bayern daher nach dem 19. Spieltag nicht. „Was Platz eins angeht, sollten wir nicht jede Woche eine Wasserstandsmeldung abgeben“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. Der FCB-Vorstandschef freute sich einfach über einen „guten Spieltag für uns. Es war ein wichtiger Schritt, um unser Mindestziel zu erreichen.“ Und das ist der zweite Platz.

Der Titel bleibt aber natürlich ein Traum im Lager des deutschen Rekordmeisters. „Ja, natürlich guckt man nach oben, das haben Sie auch von unseren Fans gehört“, sagte Louis van Gaal, „da ist immer Hoffnung.“ Und die ist seit Samstag wieder ein bisschen größer, soviel lässt sich festhalten. Auch wegen der Ergebnisse der Konkurrenten, vor allem aber wegen ihm: Arjen Robben.

Der Holländer feierte gegen Kaiserslautern sein Startelf-Comeback und war, neben Dreifach-Torschützen Mario Gomez, der Mann des Spiels. „Er hat fantastisch gespielt“, schwärmte Rummenigge vom Turbo-Auftritt des lange verletzten Holländers. „Ich bin überzeugt, dass wir mit ihm wesentlich mehr Punkte auf dem Konto hätten, als wir heute haben.“

Initialzündung durch Robben

Gegen den Aufsteiger traf Robben in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zum 1:0, kurz nach der Pause leitete er das 2:0 durch Gomez (46. Minute) ein - „zwei Nackenschläge“, wie Lauterns Trainer Marco Kurz meinte. Zwar kamen die Gäste durch Jan Moravek (62.) danach noch einmal auf 2:1 heran, Gomez mit zwei weiteren Treffern (80., 84.) und Thomas Müller (90.+1) sorgten jedoch für klare Verhältnisse. „In der zweiten Halbzeit war es eine überzeugende Leistung, auf die wir aufbauen können“, meinte Nerlinger.

„5:1 gewonnen und das erste Spiel von Anfang an - ich bin sehr glücklich“, sagte Robben, der die Initialzündung zum höchsten Saisonsieg gegeben hatte. Auch zu neuen Titelambitionen? „Wir müssen aufhören, darüber zu reden. Das sage ich auch, wenn die Dortmunder noch zweimal hintereinander verlieren“, betonte der Flügelflitzer, „wir müssen auf uns selbst konzentriert bleiben. Wir können uns noch verbessern, auch heute haben wir wieder Fehler gemacht.“

'Ein optimaler Spieltag'

Das zeigte vor allem die ersten Halbzeit, in der die Münchner lange kein Rezept gegen die kompakten Roten Teufel fanden. „Da hatten wir viele Probleme. Wenn eine Mannschaft so organisiert verteidigt und nur auf einen Fehler von uns wartet, ist es immer schwierig“, sagte Van Gaal. „In der ersten Halbzeit kann man nur die letzte Minute als positiv bewerten“, meinte Nerlinger in Anspielung auf Robbens erlösenden Führungstreffer.

Am Ende zeigte die Anzeigetafel ein 5:1 für den FC Bayern an. Und die Ergebnisse der anderen Spiele natürlich sowie die Tabelle. „Wir hatten noch nicht so viele Spieltage, die so gut für uns gelaufen sind. Heute war es ein optimaler Spieltag für uns“, sagte Nerlinger. Auch Van Gaal konnte zufrieden feststellen: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

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