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Aachen kampfbereit

'Wenn sie Fehler machen, sind wir da'

Trainer Peter Hyballa ist Experte in Sachen Van Gaal und holländischer Fußball, im letzten Jahr veröffentlichte er sogar ein Buch darüber. Co-Trainer Eric van der Luer ist Holländer und hospitierte in der Hinrunde fünf Tage an der Säbener Straße. Manager Erik Meijer ist der personifizierte Bayern-Schreck, im Pokal-Viertelfinale 2004 schoss er den 2:1-Siegtreffer für Aachen. Und das Stadion ist ein heißes Pflaster für den FC Bayern: Auf dem Aachener Tivoli verloren die München ihre beiden bisherigen Pokalspiele. Alemannia Aachen hat also gleich mehrere Gründe, mit breiter Brust in das dritte Cup-Duell mit dem Rekordpokalsieger zu gehen.

Und dieses Selbstvertrauen spürt man auch, wenn man Hyballa vor dem Spiel hört. „Wir glauben wirklich daran, dass wir sie schlagen können, auch wenn wir nur eine Minichance haben“, sagte der Alemannen-Trainer, „wir werden sicher nicht erstarren. Auch der große FC Bayern hat seine Schwächen. Das sind ja auch nur Menschen und keine Außerirdischen. Wir werden versuchen, sie permanent unter Stress zu setzen. Wenn sie Fehler machen, sind wir da.“

Der FC Bayern kann sich also wieder mal auf einen heißen Pokalfight auf dem Tivoli einstellen. „Leidenschaft und Laufstärke“ der Aachener kündigte Meijer an. Der mit 32.160 Zuschauern seit Wochen ausverkaufte Tivoli wird die Gastgeber zudem zu Höchstleistungen anstacheln. „Es wird hitzig werden“, weiß Philipp Lahm, „Aachens Fans werden ihre Mannschaft pushen, jeder Alemannia-Spieler wird alles geben.“ Aachens Toptorjäger Benjamin Auer (10 Treffer) bestätigte dies: „Wir reden seit Wochen von dieser Partie. Das ist für jeden Spieler ein Traum.“

Um Ruhm, Ehre und Geld

Wie sich das anfühlt, dem großen FC Bayern ein Bein zu stellen, konnte die Mannschaft beim einstigen Siegtorschützen Meijer in Erfahrung bringen. „Ich habe den Spielern erzählt, wie das ist“, erzählte der heutige Geschäftsführer der Alemannen, „jetzt sind wir wieder der Underdog und die Bayern reisen erneut mit einer hochkarätigen Mannschaft an. Das ist eine Gelegenheit, Geschichte zu schreiben, zu Ruhm und Ehre zu kommen.“

Für den Tabellenzehnten der zweiten Liga geht es aber auch um viel Geld. „Finanziell geht Aachen am Stock. Das Geld, das wir durch den Pokal einnehmen, ist für uns überlebenswichtig“, sagte Hyballa, der als Kind großer Bayern-Fan war und sogar in FCB-Bettwäsche schlief. „Ein besseres Los gibt es wohl nicht. Das ist eine Belohnung für den ganzen Verein“, sagte der 35-Jährige, der aktuell der jüngste Trainer im deutschen Profifußball ist.

Angriff ist die beste Verteidigung

Gegen Mainz (2:1) und Frankfurt (5:3 i.E.) hat Hyballas Mannschaft in dieser Saison bereits zweimal bewiesen, dass sie einen Bundesligisten ausschalten kann. Das wollen die Aachener jetzt auch gegen den Titelverteidiger schaffen. „Wir haben zwei Möglichkeiten: Die erste ist, dass wir versuchen, so zu spielen wie immer. Dass wir vorne angreifen und ein gutes Pressing spielen. Die zweite ist, dass wir uns hinten reinstellen und schon mal die Fluchtwagen vor dem Stadion organisieren“, sagte Hyballa, „wir haben beiden Varianten mit der Mannschaft besprochen und es war 100-prozentige Zustimmung, dass wir uns für die erste entscheiden.“

Angriff ist also die beste Verteidigung für die Gastgeber. Auch gegen den FC Bayern, der zum dritten Mal gegen die Alemannen stolpern soll. „Tradition zählt im Fußball. Das spielt immer mit“, weiß Louis van Gaal um die zwei bisherigen Pokal-K.o.‘s des FCB in Aachen. Mario Gomez ist trotzdem überzeugt: „Wir können nicht bei jeder Partie zurückdenken: Haben wir gegen die schon mal gewonnen oder verloren? Daran denkt man nicht. Es wird ein komplett anderes Spiel.“

Erstmals im neuen Tivoli

Vielleicht auch, weil der FC Bayern beide Pokalniederlagen in Aachen im alten Tivoli kassierte. Im neuen Tivoli, wo die Alemannia seit der letzten Saison ihre Heimspiele austrägt, war der FC Bayern noch nie zu Gast - eine gute Voraussetzung also, um eine neue, erfolgreiche Pokaltradition in Aachen zu starten.

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