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Teamcheck

Wer läuft gegen Wolfsburg auf? Wer nicht?

Am Samstag startet der FC Bayern in Wolfsburg in die Bundesliga-Rückrunde. Zuvor muss Louis van Gaal noch eine schwere Entscheidung treffen. „Ich muss eine Wahl machen, wer nicht zum Kader gehört“, berichtete er. Das nennt man wohl „Qual der Wahl“, in der Hinrunde war es oft ganz anders. Wegen einer Verletzungsmisere blieben in einigen Spielen sogar Plätze auf der Ersatzbank frei. „Es ist schon Monate her, dass ich eine Wahl treffen musste. Das ist unglaublich.“

Im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres stehen dem FCB-Chefcoach 17 Spieler und 2 Torhüter zur Verfügung. Nur Toni Kroos (Fuß in Gips) und Ivica Olic (Knie-OP) sind verletzt. Edson Braafheid ist krank und muss zum Auftakt ebenfalls zuschauen, wie Van Gaal erzählte. Die fitten 19 Spieler kämpfen nicht nur um die 18 Plätze im Kader, sondern vor allem um die elf Plätze in der Startformation. fcbayern.de hat sich den Konkurrenzkampf auf den einzelnen Positionen einmal genauer angesehen.

Der Teamcheck vor dem Rückrundenstart:

Tor:
Zwischen den Pfosten vollzieht sich zum Rückrundenstart ein Wechsel. Louis van Gaal schenkt Thomas Kraft sein Vertrauen, der damit in Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt feiern wird. „Es kann passieren, das Jörg Butt sich den Platz zurückholt“, betonte Van Gaal, dass Kraft das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen muss. Von seinen Qualitäten als Torhüter ist der FCB-Chefcoach überzeugt. Aber: „Die Frage ist: Kann er mit dem Druck umgehen? Nur wenn man einem Spieler eine Chance gibt, weiß man, ob er das kann oder nicht.“

Rechtsverteidiger:
Philipp Lahm, wer sonst? Der deutsche Nationalspieler hat keines der letzten 88 Pflichtspiele verpasst, stand in der Hinrunde als einziger FCB-Profi in allen 27 Spielen in der Startformation, wurde dabei nur einmal ausgewechselt. An ihm führt auch in der Rückrunde kein Weg vorbei. Als Alternative hat sich im Trainingslager in Doha Andreas Ottl herauskristallisiert. Im Testspiel agierte er als Rechtsverteidiger.

Innenverteidigung:
Holger Badstuber (links) und Breno (rechts) spielten aus Verletzungsgründen in dieser Saison noch kein einziges Mal gemeinsam in der Innenverteidigung des FC Bayern. In Wolfsburg könnten sie erstmals zusammen auflaufen. Fehlende Erfahrung spreche nicht gegen die beiden 21-Jährigen, betonte Van Gaal. „Das ist Quatsch. Die Spieler müssen nur ihre Funktion ausführen.“ Badstuber hält der FCB-Chefcoach für den „besten deutschen linken Innverteidiger. Ich werde sicher mit ihm anfangen.“ Breno etablierte sich nach überstandenem Kreuzbandriss zum Ende der Hinrunde in der ersten Elf und hat daher auch in Wolfsburg gute Chancen zu spielen. Aber auch Daniel van Buyten drängt wieder in die Mannschaft und auch der gelernte Sechser Anatoliy Tymoshchuk habe in der Hinrunde als Innenverteidiger „sehr gut“ gespielt, wie van Gaal sagte.

Linksverteidiger:
Wer sich hinten links durchsetzt, wird wohl erst kurz vor dem Anpfiff in Wolfsburg klar sein. Die Entscheidung fällt zwischen Luiz Gustavo, Diego Contento und Danijel Pranjic. In der Hinrunde war bis zu seiner Leisten-OP Contento gesetzt. Danach entwickelte sich Pranjic auf dieser Position zu einem der besten Torvorbereiter (5) in der Mannschaft, der Kroate verpasste allerdings das Trainingslager in Doha krankheitsbedingt. Jetzt greift auch Gustavo in den Konkurrenzkampf ein. Im Testspiel in Doha konnte er sich genauso wie Contento eine Halbzeit lang als Linksverteidiger präsentieren. Van Gaal war danach „sehr zufrieden“ mit dem Neuzugang aus Hoffenheim. Der FCB-Chefcoach schränkte jedoch ein: „Er muss sich so schnell wie möglich an unsere Philosophie anpassen. Das ist nicht einfach. Er ist sicher im Kader. Aber ob er spielt, das weiß ich nicht.“

Doppelsechs:
Letzteres gilt natürlich auch für einen Einsatz Gustavos auf der Doppelsechs. Hier liegt die Lieblingsposition des vielseitig einsetzbaren Brasilianers, doch hier tobt auch der größte Konkurrenzkampf vor dem Rückrundenstart. Mark van Bommel dürfte in Wolfsburg wie in der Hinrunde als Kapitän auflaufen (Van Gaal: „Das denke ich.“), aber wer sein Partner sein wird, ist offen. Vielleicht Bastian Schweinsteiger, der in Wolfsburg ebenfalls als gesetzt gilt. Aber als Nebenmann von Van Bommel, wo seine Lieblingsposition liegt? Oder doch wieder auf der Zehn wie meistens in der Hinrunde? Auch Tymoshchuk und Andreas Ottl drängen in die Mannschaft, Pranjic ist eine weitere Alternative.

Rechtes Mittelfeld:
Die entscheidende Frage: Wie fit ist Arjen Robben? Nach einem halben Jahr Verletzungspause brennt der Flügelflitzer auf sein Comeback, das hat er im Training mehr als deutlich gemacht. Ob ihn Van Gaal, der Spieler nach Verletzungen normalerweise stufenweise aufbaut, gleich in die Startformation nimmt? „Es gibt eine Möglichkeit. Aber normalerweise nicht“, wollte sich der FCB-Cheftrainer noch nicht festlegen. Auch Hamit Altintop („Ich gebe mein Bestes und versuche, es dem Trainer so schwer wie möglich zu machen.“) kämpft um diesen Platz in der ersten Elf. Eine weitere Alternative ist Thomas Müller.

Zehn:
In der Hinrunde spielte sich Schweinsteiger auf der Zehn fest, am liebsten agiere er aber auf der Doppelsechs, sagte der Nationalspieler. Und dorthin drängt er jetzt zurück. Gut möglich, dass Van Gaal daher gegen Wolfsburg Müller als Zehner aufstellt. Aber auch Miroslav Klose hat hier schon gespielt.

Linkes Mittelfeld:
Franck Ribéry. Wie Robben hat auch der Franzose in der Vorbereitung einen bärenstarken Eindruck hinterlassen. Es wäre eine Überraschung, wenn er in Wolfsburg nicht auflaufen sollte. Als Alternativen kommen Müller und Pranjic in Frage.

Sturm:
Mario Gomez oder Miroslav Klose? Nach überwundener Wadenverletzung hat Gomez die Nase wohl vorn. „Gomez war heute sehr frisch, aber Klose auch“, erzählte Van Gaal am Mittwoch und legte sich fest: „Wenn Gomez frisch ist, ist er erste Wahl.“ Der Toptorjäger der Hinrunde (20 Tore in 24 Spielen) hat seinen Stammplatz also auch zum Rückrundenstart wohl sicher, aber Klose steht bereit.

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