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'Nicht hinten reinstellen'

Bayern bauen auf ihre Offensiv-Power

Der Ort des größten Triumphes der jüngeren FCB-Geschichte thront kolossal im Mailänder Stadtteil San Siro. Im dortigen Giuseppe-Meazza-Stadion gewann der deutsche Rekordmeister 2001 die Champions League. Mailand, CL-Finale, FC Bayern - in veränderter Kombination kommen diese drei Aspekte auch heute wieder zusammen. Um 20.45 Uhr (im Liveticker und im Webradio auf fcbayern.de) treten die Bayern bei Inter Mailand an. Diesmal zwar nur im Achtelfinale, aber natürlich wirft das letztjährige CL-Endspiel zwischen beiden Teams seinen Schatten auf dieses Duell.

Von einer Revanche für die damalige 0:2-Niederlage wollten die Münchner vor dem Spiel aber nichts wissen. Zu verändert ist die Ausgangsposition: Spieler und Mailands Trainer haben gewechselt; es geht diesmal nicht um einen Titel, sondern ums Weiterkommen in zwei Spielen. Trotzdem sorgt das letztjährige Aufeinandertreffen für einen gewissen Reiz. „Seit der Auslosung haben auch wir Spieler viel über dieses Spiel gesprochen“, erzählte Bastian Schweinsteiger. Philipp Lahm brachte es auf den Punkt: „Das Finale können wir leider nicht rückgängig machen. Aber es wäre eine Genugtuung, eine Runde weiterzukommen.“

Die Zuversicht, dass dies gelingt, schöpft der FCB vor allem aus seiner Offensiv-Power. „Unsere große Qualität liegt in der Offensive. Wenn wir zeigen, was wir offensiv können, wird Mailand Probleme haben“, meinte Philipp Lahm. 21 Tore erzielten die Bayern in ihren letzten sechs Pflichtspielen, durchschnittlich also mehr als drei pro Partie. Zudem komplettiert diesmal Franck Ribéry, der im Finale 2010 gesperrt war, die Abteilung Attacke. „Franck ist ein Aktivposten in der Offensive, er ist kreativ. Deswegen sind wir froh, dass er diesmal dabei ist“, sagte Lahm.

Ribéry und Arjen Robben auf den Flügeln, im Sturm mit Torjäger Mario Gomez, dahinter WM-Torschützenkönig Thomas Müller - „da werden wir uns nicht hinten reinstellen und auf ein 0:0 spielen. Das wollen wir nicht und können wir auch nicht“, sagte Schweinsteiger. Trainer Louis van Gaal steht sowieso für eine offensive Spielweise. „Ich spiele immer offensiv. Ich will dem Publikum immer etwas bieten“, betonte der FCB-Chefcoach auf der Pressekonferenz vor dem Wiedersehen mit Inter Mailand.

Der defensive Stil, mit dem die Italiener im letzten Jahr den Titel holten, gefällt Van Gaal nicht. „Nur zu verteidigen und auf kleinem Raum zu spielen, ist einfacher.“ Gleichzeitig für den Gegner aber auch schwieriger. „Inter spielt immer aus einer geschlossenen Organisation. Das ist sehr schwierig für jeden Klub in Europa.“ An dieser Inter-Taktik habe sich auch unter dem neuen Trainer Leonardo nicht viel geändert, meinte Van Gaal. „Ich habe Inter noch nicht anders gesehen.“

Defensiv eingestellte Mailänder, die auf Konter lauern, erwartet auch Lahm, der volle Konzentration forderte: „Wir müssen wissen, dass jeder Ballverlust bestraft werden kann.“ Auch Mario Gomez meinte: „Inter hat viel individuelle Klasse, viele Spieler, die ein Spiel entscheiden können. Wir müssen höllisch aufpassen und sehr kompakt spielen.“ Robben betonte: „Wir dürfen uns keine einfachen Fehler erlauben.“

Die Bayern rechnen also damit, dass die Rollen im Spiel ähnlich verteilt sein werden wie im letztjährigen Finale. Doch diesmal glauben sie, an einen besseren Ausgang. Erstens weil Inter in dieser Saison defensiv noch nicht so überzeugte (Unter Leonardo gab es in 13 Spielen 17 Gegentore.). Und zweitens weil die FCB-Offensive derzeit kaum aufzuhalten ist. „Letztes Jahr haben wir uns an der starken Defensive die Zähne ausgebissen“, meinte Thomas Müller, „jetzt rechnen wir uns schon aus, dass unser Offensivspiel so greift wie in den letzten Spielen.“

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