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Ein Sieg bis Köln

FCB-Frauen bereit für das 'Spiel des Jahres'

Die Profis des FC Bayern haben es mit dem Sieg gegen Inter Mailand vorgemacht, jetzt wollen die Fußball-Frauen des Rekordmeisters nachziehen: Mit einem Erfolg im Halbfinale des DFB-Pokals am Sonntag gegen den amtierenden Champions-League-Sieger 1. FFC Turbine Potsdam könnte die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle erstmals seit 1990 das Pokalendspiel erreichen, das am 26. März in Köln ausgetragen wird.

„Wir sind heiß, die Mädels sind heiß, wir werden alles in die Waagschale werfen, um weiter zu kommen“, sagte Wörle, dessen Mannschaft bereits im Viertelfinale mit einem überraschend klaren 3:0-Erfolg gegen den Titelverteidiger FCR 2001 Duisburg für ein großes Ausrufezeichen gesorgt hat. „Wir werden alles geben. Auch wir wollen den Champions-League-Sieger schlagen“, meinte Nicole Banecki.

Finaltraum ist riesig

Die Vorfreude auf die Partie im Sportpark Aschheim (14.00) „wird von Tag zu Tag größer“, wie Spielmacherin Juli Simic erklärte. „Wir sind positiv angespannt und freuen uns darauf, eine Sensation wie im Viertelfinale zu schaffen“, erklärte Spielmacherin Julia Simic. Zumal die FCB-Frauen mit einem Finaleinzug (Simic: „Der Traum ist riesig“) auch eine durchwachsene Bundesligasaison vergessen machen können. „Wir versuchen, das im Pokal wieder gutzumachen.“

Allerdings wird die Partie gegen den amtierenden Meister alles andere als ein Selbstläufer. Die beiden Bundesliga-Duelle gingen mit jeweils 3:0 klar an den Tabellenführer, der zwei Spieltage vor dem Saisonende dem dritten Meistertitel in Folge entgegen strebt. „Von der Papierform ist Potsdam der klare Favorit“, weiß Wörle. „Aber wir haben uns seit dem letzten Spiel als Mannschaft definitiv weiterentwickelt. Wir sind gereift, das haben wir im Viertelfinale gegen Duisburg gezeigt.“

Fünf Spiele in 14 Tagen

Mit fünf Siegen in Folge furios aus der Winterpause gestartet, erhielt die stark verjüngte Bayern-Elf am vergangenen Wochenende beim 1:4 gegen den Hamburger SV einen kleinen Dämpfer. „Das wirft uns nicht weiter zurück. Was bleibt, ist das sehr, sehr positive Auftreten im Jahr 2011, da lassen wir uns nicht von dem einen Spiel gegen Hamburg beeinflussen“, so Wörle, dessen Team nach fünf Spielen in 14 Tagen dem Kräfteverschleiß Tribut zollen musste.

Vor dem Duell mit Potsdam konnten die FCB-Frauen aber endlich wieder ein paar Tage regenerieren. „Die Pause hat uns gut getan, wir konnten mal wieder zur Ruhe kommen“, so Wörle, der gegen die mit zahlreichen Nationalspielerinnen bestückten Brandenburgerinnen, allen voran Fatmire Bajramaj (Wörle: „Eine überragende Kickerin“) aus dem Vollen schöpfen kann. Einzig Katharina Baunach und Viktoria Schnaderbeck fehlen aus Verletzungsgründen.

Tagesform entscheidet

„Wir hatten eine Woche Zeit, um uns auf das Spiel vorzubereiten. Wir haben uns etwas erholen können von den englischen Wochen“, berichtete Simic, die ihre Mannschaft derzeit in einer „guten Verfassung“ sieht. „Wir haben enorm Selbstvertrauen getankt, von daher ist die Ausgangslage anders, als in den beiden Ligaspielen. Wir sind momentan extrem gut drauf.“ Wer sich letztlich das Finalticket sichern wird, entscheide aber „die Tagesform.“

Um das große Ziel zu verwirklichen will Wörle alles so handhaben, wie in den letzten Spielen auch. „Nur auf den Gegner zu achten, wäre sicherlich falsch. Wir spielen unser Spiel. Wir sind der FC Bayern München, dieses Selbstvertrauen können wir haben.“ Und mit diesem Selbstverständnis soll am Sonntag der letzte Schritt Richtung Köln gemacht werden. „Uns trennen 90 Minuten, womöglich 120, vom Finale“, weiß Wörle, „ich traue das meiner Mannschaft zu.“

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