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Im Aufwind

Inter drei Wochen vor dem Bayern-Spiel

Seit Mittwoch steht er fest, der Kader, mit dem Inter Mailand in die verbleibenden Champions-League-Spiele dieser Saison geht. 23 Spieler hat der italienische Meister, Pokalsieger, Champions-League-Sieger und Klub-WM-Gewinner der UEFA gemeldet, ergänzt durch acht Nachwuchsspieler. Derjenige, der zuletzt die Schlagzeilen bei Inter bestimmte, fehlt jedoch: Giampaolo Pazzini.

Der italienische Nationalstürmer, der letzte Woche von Sampdoria Genua nach Mailand gewechselt war, legte einen Traumeinstand hin. Gegen Palermo wurde er am Sonntag zur Pause eingewechselt, da stand es 0:2. Dann machte Pazzini zwei Tore und holte auch noch den Strafstoß zum 3:2-Siegtreffer durch Samuel Eto’o heraus. „So ein Debüt hätte ich mir nicht träumen lassen“, schwärmte der 26-Jährige anschließend. Gegen Bayern muss er aber zuschauen. Da er im Sommer für Sampdoria in den Play-offs zur Champions League gespielt hat, ist er jetzt für Inter nicht spielberechtigt.

Neue Spieler und neue Motivation

Die drei übrigen Winter-Neuzugänge der Nerazzurri hingegen befinden sich wie erwartet auf der Meldeliste für die Königsklasse: Andrea Ranocchia, der 1,95 Meter große Innenverteidiger vom FC Genua; der marokkanische Mittelfeldspieler Houssine Kharja, der auf Leihbasis ebenfalls aus Genua verpflichtet wurde; und der Linksverteidiger und japanische Asien-Cup-Gewinner Yuto Nagatomo, der vom AC Cesena ausgeliehen wurde.

Der vielleicht wichtigste Neuzugang sitzt aber auf der Trainerbank. Leonardo übernahm am 24. Dezember für den glücklosen Rafael Benitez und sorgte sofort für frischen Wind. „Seit seiner Ankunft hat sich hier ziemlich viel verändert“, berichtete kürzlich Maicon, „nicht nur ich, sondern die gesamte Mannschaft spürt die Motivation, die er mitgebracht hat. Wir ziehen alle an einem Strang und werden alles dafür tun, dass er hier gute Arbeit leisten kann.“

Aufholjagd läuft

Leonardos Einstand hätte besser kaum sein können. Im Pokal erreichte seine Mannschaft durch Siege gegen Genua (3:2) und Neapel (5:4 i.E.) das Halbfinale. In der Liga gewann Inter fünf von sechs Ligaspielen, nur in Udine kassierten sie Ende Januar eine Niederlage (1:3). Damit feierte Leonardo nach gut einem Monat bei Inter schon fast genauso viele Ligasiege wie sein Vorgänger Benitez (6) in einem halben Jahr.

„Der Scudetto wird am letzten Tag entschieden“, kündigte Leonardo Tabellenführer AC Milan einen Kampf bis zum Schluss an. Das 0:0 des Spitzenreiters am Dienstag gegen Lazio Rom beflügelte die Hoffnungen des Meisters auf die Titelverteidigung weiter. Am Donnerstag kann Leonardos Team den Rückstand auf Milan mit einem Sieg beim Serie-A-Schlusslicht in Bari auf sieben Punkte verkürzen. Im Nachholspiel in Florenz (16. Februar) kann Inter dann noch näher an den Lokalrivalen heranrücken.

Vom Verletzungspech verfolgt

Nur eines stört die Aufbruchstimmung bei Inter Mailand ein bisschen: das Verletzungspech. Schon in der Hinrunde fielen immer wieder mehrere Leistungsträger aus, im neuen Jahr gibt es neue Verletzte. Letztes Wochenende erwischte es Lucio, der im Ligaspiel gegen Palermo eine Adduktorenverletzung erlitt und zehn Tage pausieren muss. Zum Champions-League-Duell mit dem FC Bayern soll der Abwehrchef aber wieder fit sein.

Das gilt auch für Wesley Sneijder. Der Inter-Spielmacher war fast zwei Monate lang ausgefallen, zuletzt plagten ihn Oberschenkelprobleme. Am Donnerstag in Bari gehört er erstmals unter Leonardo zum Kader der Nerazzurri. Soweit ist Ivan Cordoba (Schulter ausgekugelt) noch nicht. Ob er bis zum Hinspiel gegen Bayern einsatzfähig ist, bleibt ebenso offen wie im Fall von Dejan Stankovic (Muskelfaserriss im Oberschenkel). Sicher ausfallen für das CL-Achtelfinale werden Walter Samuel (Kreuzbandriss) und David Suazo, der seit Monaten wegen einer Muskelverletzung pausieren muss.

Inter Mailands letzte Aufstellung (vom 3:2-Sieg gegen Palermo):
Julio Cesar - Maicon, Lucio, Ranocchia, Santon (46. Kharja) - Zanetti, Cambiasso (80. Obi), Motta - Coutinho (46. Pazzini) - Eto'o, Milito

Inter Mailands 23-Mann-Kader für die Champions League:
Julio Cesar, Ivan Cordoba, Javier Zanetti, Dejan Stankovic, Lucio, Thiago Motta, Samuel Eto’o, Wesley Sneijder, Luca Castellazzi, Maicon, Houssine Kharja, Andrea Ranocchia, McDonald Mariga, Esteban Cambiasso, Joel Obi, Paolo Orlandoni, Diego Milito, Marco Materazzi, Walter Samuel, Cristian Chivu, Goran Pandev, Coutinho, Yuto Nagatomo

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