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Lucio vor Rückkehr, Sneijder angeschlagen

Inter sechs Tage vor dem Bayern-Spiel

Es war ein Kampf, der auch am Spielfeldrand geführt wurde. Dort dirigierte Leonardo sein Team, feuerte an, jubelte, schimpfte - so sehr, dass ihm am Ende die Stimme wegblieb. Anstelle des heiseren Cheftrainers von Inter Mailand ordnete daher der Assistenzcoach auf der Pressekonferenz den 2:1 (1:1)-Erfolg am Mittwochabend im Nachholspiel beim AC Florenz ein. „Die drei Punkte waren wichtig, um uns zurück in die Spur zu bringen“, sagte Giuseppe Baresi, Bruder von AC-Milan-Legende Franco Baresi.

Als „wichtiges Zeichen“ wertete auch Inter-Kapitän Javier Zanetti den Sieg beim Tabellenzehnten. Denn drei Tage zuvor waren die Nerazzurri gestolpert. Bei Juventus Turin hatten sie das prestigeträchtige Derby d’Italia 0:1 verloren, in der Aufholjagd in der Liga wichtige Punkte eingebüßt und dabei eine Halbzeit lang die bis dato schlechteste Leistung unter Leonardo geboten.

Ausgerechnet Pazzini

Der brasilianische Coach hatte sich daraufhin kritische Fragen gefallen lassen müssen. Ob die Spieler müde seien. Ob es Probleme in der Mannschaft gebe. Ob sein Team eine Auswärtsschwäche habe, nachdem es fünf der letzten sieben Auswärtsspiel in der Liga nicht gewonnen hatte. Leonardo hatte all dies strikt von sich gewiesen. Die Mannschaft hat schließlich in Florenz die passende Antwort gefunden.

Vor 25.000 Zuschauern im ausverkauften Stadio Artemio Franchi lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe. Inter ging durch ein Eigentor von Michele Camporese (6.) früh in Führung. Noch in der ersten Halbzeit gelang Florenz durch Manuel Pasqual (33.) der Ausgleich. Im zweiten Durchgang besorgt schließlich Giampaolo Pazzini (62.) mit seinem vierten Treffer im fünften Spiel für Inter den Sieg. Ausgerechnet Pazzini, der vier Jahre lang (2005-09) für die Fiorentina auf Torejagd gegangen war.

Lucio und Stankovic zurück

In der Meisterschaft ist Inter jetzt wieder auf Platz drei geklettert, fünf Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer AC Milan. Von der Titelverteidigung sprechen Spieler und Trainer aber nur sehr defensiv. „Es ist noch zu früh, darüber zu reden“, meinte Esteban Cambiasso. „Wir schauen nur von Spiel zu Spiel“, sagte Baresi. Lediglich Präsident Massimo Moratti fand schon vor dem Florenz-Spiel klare Worte: „Der Titel ist immer noch unser Ziel.“

Im Kampf um den Scudetto und den Viertelfinal-Einzug in der Champions League gegen den FC Bayern kann Leonardo wieder auf Dejan Stankovic zurückgreifen. Der Serbe feierte gegen die Fiorentina nach drei Wochen Pause (Muskelfaserriss) sein Comeback. Und auch Lucio steht kurz vor der Rückkehr. Der Abwehrchef trainierte am Donnerstag erstmals nach ebenfalls drei Wochen Pause wieder mit der Mannschaft. Durchaus möglich also, dass er nächste Woche gegen Bayern auf dem Platz steht.

Sneijder angeschlagen

Dafür verletzte sich am Mittwoch in Florenz Wesley Sneijder. Der Inter-Spielmacher wurde kurz vor Schluss mit Leistenproblemen ausgewechselt. Diese sind aber offenbar nicht gravierend. Am Donnerstag nahm der Holländer ganz normal am Regenerationstraining teil. Weiter nicht einsatzfähig sind Diego Milito, David Suazo und Walter Samuel.

Inter Mailands letzte Aufstellung (vom 2:1-Sieg in Florenz):
Julio Cesar - Maicon, Ranocchia, Cordoba, Nagatomo (71. Kharja) - Cambiasso, Zanetti, Stankovic (89. Obi) - Sneijder (82. Mariga) - Eto'o, Pazzini

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