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'Ich liebe ihn auch'

'Robbery' setzen die i-Tüpfelchen

Den unfairen Ellbogenschlag von Gegenspieler Josip Simunic und die daraus resultierende blutende Nase bestrafte Arjen Robben auf sportliche Art und Weise. Neun Minuten nach dieser Szene verzückte er die 69.000 Zuschauer in der Allinaz Arena mit einem tollen Sololauf zum 3:0, um in der 81. das nächste Traumtor nachzulegen. Von der rechten Strafraumkante zirkelte er die Kugel mit links ins linke Kreuzeck. Unter Standing Ovations wurde er wenig später ausgewechselt.

Zwei Tore gemacht, eins aufgelegt - Robben war beim 4:0-Heimerfolg über 1899 Hoffenheim sicherlich der Hauptdarsteller. Erstmals nach 273 Tagen - dem 4:0-Triumph im DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen - wirbelte der Niederländer gemeinsam mit Franck Ribéry, der an drei Treffern beteiligt war, im Trikot des Rekordmeisters. Herausgekommen ist eines der besten Spiele der Münchner in dieser Saison.

„Mit Robben und Ribéry haben wir mehr Kreativität und Druck nach vorne. Sie sind unglaublich wichtig für den FC Bayern“, erklärte Trainer Louis van Gaal. „Franck und Arjen sind die Spieler, die die i-Tüpfelchen draufsetzen können“, freute sich auch Sportdirektor Christian Nerlinger über das gelungene Comeback von Robbery - der Spitzname für Bayerns Weltklasse-Duo auf den Außenbahnen.

Aufgrund von Verletzungen konnten die beiden Nationalspieler nur 25 von 81 möglichen Pflichtspielen zusammen bestreiten. „Wir haben sechs Monate ohne diese Spieler gespielt. Wenn wir Messi und Xavi in Barcelona wegnehmen, ist das auch anders. Und dasselbe ist es mit Ronaldo und Özil bei Real Madrid“, erläuterte Van Gaal. „Für jede Mannschaft der Welt ist es wichtig, dass die Leistungsträger an Bord sind“, ergänzte Nerlinger.

Auch die Mannschaftskollegen sind froh, dass Rib und Rob endlich gemeinsam die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander wirbeln können. „Wir sind froh, dass beide wieder gesund sind und hoffen, dass sie noch einige Spiele zusammen auf dem Platz stehen“, sagte Mario Gomez, der von Robbens Zuspiel beim 1:0 in der zweiten Minute profitierte. „Es ist sehr schwierig für den Gegner, 90 Minuten gegen sie stand zu halten.“

Offensiv stark, defensiv auch

Bayerns Flügelzange war an diesem Nachmittag aber auch so wertvoll, weil beide viel Defensivarbeit verrichteten. „Sie sind sehr kreativ und können den Unterschied in der Offensive ausmachen. Sie müssen aber auch defensiv mitarbeiten, und das haben sie heute gemacht“, lobte Kapitän Philipp Lahm. Nerlinger legte sowieso Wert darauf, den Sieg nicht nur an Ribéry und Robben festzumachen: „Es war heute eine hervorragende Mannschaftsleistung.“

„Wir wollten zeigen, dass wir eine super Mannschaft sind“, erklärte Robben in einem gemeinsamen Interview mit Ribéry. „Wenn ich ohne Robben auf dem Platz stehe, ist das schlecht“, sagte der Franzose. Denn dann können sich die gegnerischen Mannschaften zu sehr auf ihn konzentrieren. Mit Robbery ist das Spiel der Bayern von beiden Seiten unberechenbar. „Er ist ein Spieler, der Extra-Qualität in unsere Mannschaft bringt“, sagte Robben in Richtung seines Pendants und erwiderte schmunzelnd Ribérys Lob: „Ich liebe ihn natürlich auch.“