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FCB blickt nach vorne

'Acht Mal Vollgas' für einen CL-Platz

Die Bilder nach dem Spiel wirken noch nach. Als die Bayern auf dem Rasen der Allianz Arena hockten oder lagen. Als sie die Hände über dem Kopf zusammenschlugen oder sich das Trikot über den Kopf zogen. Als sie gelähmt waren vor Schock nach dem bitteren Champions-League-Aus. Nur Thomas Müller war kaum zu halten. Verzweifelt irrte er über den Rasen, schrie seinen Ärger und seine Wut hinaus. „Der Frust war groß“, erzählte er zwei Tage später von seinem „kleinen Anfall, den ich nicht bremsen konnte. Das war vielleicht schon Selbsttherapie.“

Inzwischen hat Müller die 2:3-Niederlage gegen Inter Mailand abgehakt. Auf das Bundesligaspiel am Samstag in Freiburg umzuschalten, sei „nicht schwer“, meinte der 21-Jährige, „ich denke, ich habe den Kopf wieder frei für Freiburg.“ Mit einem Sieg an der Dreisam gelte es die „Woche des Schreckens“ vergessen zu machen.

Mailand abzuhaken und nach vorne zu schauen, gab am Donnerstag auch Mario Gomez als Motto aus. „Die Champions League ist etwas Großartiges. Aber das ist jetzt vorbei“, sagte der FCB-Toptorjäger, „wir können nicht vier Monate trauern und uns dann wundern, warum wir die letzten Spiele verschlafen haben. Wir müssen den Mund abwischen und weitermachen.“

Jetzt erst recht

Denn in den verbleibenden acht Bundesligapartien steht viel auf dem Spiel. „Wir können uns nichts mehr erlauben, wir sind in der Bringschuld“, betonte Müller, der überzeugt ist, „dass wir in den letzten acht Spielen eine Mannschaft sehen werden, die von der ersten bis zur letzten Minute alles geben wird.“

Auch Gomez sieht „kein Motivationsloch“ im Team, sondern „eine Jetzt-erst-recht-Situation. Wir wollen möglichst alle acht Spiele gewinnen“, betonte der 25-Jährige. Dann habe man auch das Minimalziel Champions-League-Qualifikation erreicht. „Unser Titel ist jetzt Platz zwei oder drei.“ Auch Müller ist überzeugt: „Acht Mal Vollgas, dann werden wir auf Platz zwei oder drei stehen.“

'Wir wollen etwas wiedergutmachen'

Nach der tiefen Enttäuschung in der Champions League ist beim FC Bayern also wieder Zuversicht eingekehrt, das „Horror-Szenario“ (Müller) Europa League vermeiden zu können. Man wisse um die eigene Stärke, sagte Müller, der die Mannschaft als „sehr intakt“ bezeichnete. „Wichtig für die nächsten Spiele ist, dass wir als Mannschaft zusammenstehen und uns von nichts auseinandertreiben lassen.“

Und natürlich müssen Siege her. Der erste am Samstag in Freiburg. „Wir sind unter Zugzwang, wir sind ehrgeizig und wollen ein Stück auch etwas wiedergutmachen“, sagte Müller. Im Breisgau will die Mannschaft eine Siegtherapie starten.

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