präsentiert von
Menü
Rummenigge im Interview

'Arjen hat nicht vor, den FC Bayern zu verlassen'

Das bittere Champions-League-Aus gegen Inter Mailand, das anstehende Bundesligaspiel in Freiburg, die Gerüchte um Arjen Robben, das Stühlerücken in der Bundesliga… Es ist viel los in diesen Tagen beim FC Bayern und im deutschen Fußball - und das gefällt Karl-Heinz Rummenigge nicht uneingeschränkt. Im Interview mit FCB.tv mahnt der FCB-Vorstandschef dazu, mehr „Rationalität und Seriosität“ walten zu lassen, in den Klubs und in der Berichterstattung. Und er stellt klar: „Arjen hat überhaupt nicht vor, den FC Bayern zu verlassen. Diese ganze Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen und lächerlich.“

Das Interview mit Karl-Heinz Rummenigge:

Frage: Herr Rummenigge, Sie sind auf Krücken zum Interview gekommen. Was ist passiert? Wie geht es Ihnen?
Rummenigge: „Leider habe ich aus meiner Profi-Vergangenheit kein so gutes Knie mehr. Es hätte jetzt im Sommer operiert werden müssen. In den letzten Tagen hatte sich aber ein Knorpelstück verselbständigt, was dazu geführt hat, dass das Knie taub war. Das musst kurzfristig operiert werden. Aber besser ich als die Spieler.“

Frage: Sprechen wir über die Bundesliga. Dort sorgen Wolfsburg, Schalke und Hamburg derzeit für dicke Schlagzeilen, allerdings nicht mit sportlichen Themen, sondern aufgrund von Entlassungen und Neuanstellungen. Spielt die Bundesliga verrückt?
Rummenigge: „Was da passiert, macht in der Außendarstellung keinen guten Eindruck. Die Bundesliga wird zwar auf der einen Seite diskutiert - wenn man Boulevardjournalist ist, kann man sich momentan die Hände reiben. Auf der anderen Seite ist das, was da passiert, aber für die Rationalität und die Seriosität nicht gut.“

Frage: Sehen Sie irgendwelche Lösungsmöglichkeiten?
Rummenigge: „So etwas hat es immer gegeben. Wenn Klubs unter Druck geraten, versuchen sie natürlich, Lösungen zu finden. Oftmals ist dann einfach der Trainer in der Diskussion und die Dinge kommen in Bewegung. Am Ende des Tages muss man versuchen, sie trotzdem mit Anstand und Respekt zu händeln.“

Frage: Beim FC Bayern herrscht nach dem unglücklich Aus in der Champions League alles andere als Zufriedenheit. Wenn man die Zeitungen aufschlägt, könnte man aber meinen, es gehe fast die Welt unter. Es wird über Unstimmigkeiten in der Mannschaft berichtet. Ist das tatsächlich so?
Rummenigge: „Es war zu erwarten, dass es kritisch beäugt wird, wenn man gegen Inter Mailand nicht weiterkommt. Das Resultat spielt heute eine extrem übergeordnete Rolle. Trotzdem muss man die Dinge nüchtern analysieren. Ich bin der Meinung, dass wir erstens ein erstklassiges Spiel abgeliefert haben, speziell in den ersten 60, 70 Minuten. Zweitens wurde das 1:0 von Inter Mailand aus einer Abseitsposition erzielt. Drittens war das 3:2 in der 88. Minute ein individueller Fehler eines Abwehrspielers. Das sind Dinge, die dann leider passieren. Im Bayerischen heißt es: ‚Wenn’s dir schon reinregnet, dann richtig.‘ Trotzdem müssen wir vernünftig mit den Dingen umgehen. Ich glaube nicht, dass bei uns in der Mannschaft Chaos herrscht. Da sind Aussagen von Spielern, in Anführungszeichen, ‚missbraucht‘ worden. Ich habe zur Mannschaft einen ganz guten Draht und nicht den Eindruck, dass dort ein Hauen und Stechen herrscht. Natürlich ist die Mannschaft nach dem Ausscheiden enttäuscht. Aber jetzt müssen wir eben zusehen, dass wir in der Bundesliga unsere Ziele erreichen: die Teilnahme im nächsten Jahr an der Champions League.“

Frage: Es war auch zu lesen, Arjen Robben habe die Absicht, den FC Bayern zu verlassen, sollte die Champions League nicht erreicht werden.
Rummenigge: „Das entspricht natürlich überhaupt nicht den Fakten. Gerade Arjen Robben weiß, was er an Bayern München hat. Ich darf daran erinnern, dass er sechs Monate verletzt war. Gerade in dieser Zeit hat er unter Beweis gestellt bekommen, was Bayern München an Qualität, an Seriosität hat und was Bayern München für seine Spieler tut und bedeutet. Ich habe gestern mit ihm Kontakt gehabt. Diese ganze Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen und lächerlich. Arjen hat überhaupt nicht vor, den FC Bayern zu verlassen. Ganz im Gegenteil. Er wird jetzt, wie alle Spieler, alles geben, um das große Ziel Teilnahme an der Champions League zu erreichen. Keiner will an der Europa League teilnehmen.“

Frage: Am Samstag tritt der FC Bayern in Freiburg an. Wie schwer ist es da, diese Niederlage gegen Mailand aus dem Kopf zu kriegen?
Rummenigge: „Wir müssen diese große Enttäuschung von Dienstag hier in München lassen und mit neuen Zielen nach Freiburg reisen. Das ist nicht einfach. Aber ich glaube, unsere Mannschaft ist dazu in der Lage, sich zu schütteln und diese Ziele zu erreichen. Wir haben jetzt acht Endspiele. Wir tun gut daran, uns von Spiel zu Spiel zu konzentrieren und großen Respekt zu haben vor allen Gegnern, die jetzt auf uns warten.“

Weitere Inhalte