präsentiert von
Menü
Mit viel Leidenschaft

Bayern kämpfen für erneute CL-Teilnahme

Ein Schuss, ein Tor und dann war es einfach nur noch ekstatische Freude. Über den halben Platz waren Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger gerannt, um Matchwinner Franck Ribéry bei seinem Jubellauf zu stoppen. Der war schon in die Arme des bereits ausgewechselten Thomas Müller gesprungen, dann purzelte Mario Gomez von oben über die Jubeltraube, Danijel Pranjic gleich hinterher. Trainer Louis van Gaal eilte herbei, klopfte Ribéry anerkennend aufs Haupt und oben auf der Tribüne jubelte Präsident Uli Hoeneß mit geballten Fäusten.

Es war die überschwängliche Freude über den späten 2:1-Siegtreffer des Rekordmeisters am Samstagnachmittag beim Freiburger Sportclub. Und wer die Szenen auf dem Rasen des badenova-Stadions beobachtete, der konnte erahnen, welche Erleichterung sich in diesem Moment bei Spielern, Trainern und Verantwortlichen der Münchner breitmachte. „Der Jubel spricht für sich, dass ein enormer Druck auf der Mannschaft lastet. Der wurde kurz vor Schluss befreit“, beschrieb Kapitän Philipp Lahm das Innenleben der Mannschaft.

Gerade mal vier Tag nach dem bitteren und dramatischen Aus in der Champions-League gegen Inter Mailand drohte den Bayern in Freiburg ein großer Rückschritt im Kampf um die erneute Teilnahme an der Königsklasse in der kommenden Saison. Ribérys Willensleistung in der 88. Minute sicherte dem FCB aber einen eminent wichtigen Dreier an der Dreisam. Kurios: Goran Pandevs Treffer zum 3:2-Sieg von Inter war ebenfalls in der 88. Minute gefallen.

„Es war in der zweiten Halbzeit absolut beeindruckend, wie die Mannschaft um diesen Sieg gekämpft hat. Das stimmt uns zuversichtlich“, lobte Sportdirektor Christian Nerlinger die Willensstärke der Van-Gaal-Truppe. Bei einem Remis hätten die Bayern schon vier Punkte Rückstand Hannover 96 und den dritten Platz gehabt. „Meine Spieler haben bis zum Schluss gekämpft“, lobte Van Gaal die Seinen. „Es stimmt immer noch in der Mannschaft, das hat man in der zweiten Halbzeit gesehen“, sagte Lahm und betonte: „Jeder einzelne wollte.“

Freiburg in Halbzeit eins besser

Zunächst war den Bayern in Freiburg aber nicht unbedingt anzusehen, dass sie dem „Horrorszenario Europa League“ (Thomas Müller) mit aller Macht entgegen treten wollten. Zwar brachte der stets einsatzfreudige Mario Gomez die Bayern mit seinem 19. Saisontor in der 9. Minute in Führung, doch bis zur Pause spielten dann fast nur noch die Freiburger, die immer wieder von den bekannten Münchner Defensivschwächen profitierten. Papiss Demba Cissé scheiterte zunächst mit einem Foulelfmeter an Thomas Kraft (14.), aber drei Minuten später erzielte der Senegalese dann doch den verdienten Ausgleich (17.).

„In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Da war Freiburg klar besser", gab Trainer Van Gaal unumwunden zu. „Wir haben in der ersten Halbzeit jegliche Aggressivität vermissen lassen. Wir haben jeden Zweikampf verloren", sagte Lahm, der aber auch um Verständnis warb: „Wir hatten viele Niederlagen in den letzten Wochen, das trifft die Mannschaft natürlich. Das Selbstverständnis war ein bisschen verloren gegangen.“ Statt mia-san-mia hätte man eher sagen können: mia-san-verunsichert.

Mit dem Glück des Tüchtigen

„Die zweite Halbzeit war dann so, wie wir uns das vorgestellt haben. Vor allem mit sehr viel Leidenschaft“, sagte Lahm. Gomez berichtete von den Pausengesprächen in der Kabine, dass man sich noch mal gegenseitig gepusht hätte, alles für den Sieg zu tun. „Heute hatten wir auch das nötige Glück“, sagte Gomez, „am Dienstag hatten wir es nicht.“ Lahm erinnerte: „Wir hatten in dieser Saison schon so viele Spiele, in denen wir besser waren und verloren haben. Heute hatten wir am Ende das Glück.“

Auch in den nächsten Wochen geht es für die Bayern nicht darum zu glänzen, sondern einfach Sieg auf Sieg einzufahren - egal wie. „Wir brauchen Erfolg, brauchen immer die drei Punkte, dann werden wir am Ende auch die Champions League erreichen", ist Lahm überzeugt. Auf die Europa League hat beim FC Bayern nämlich nicht nur Ribéry keine Lust: „Das macht keinen Spaß. Wenn du die Champions League kennst, willst du immer Champions League spielen.“

Weitere Inhalte