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'Ein sehr guter Anfang'

Befreiter FCB tankt Selbstvertrauen

Durchs Stadion schwappte die Welle, in der Fankurve feierte die Mannschaft, doch in der Mixed Zone der Allianz Arena trat der FC Bayern dann wieder auf die Euphoriebremse. „Es war wichtig, dass die Mannschaft eine Reaktion gezeigt hat“, freute sich Karl-Heinz Rummenigge über das 6:0 (1:0) gegen den Hamburger SV, den ersten Sieg nach drei Niederlagen in Folge. Der FCB-Vorstandschef betonte aber auch: „Trotzdem tun wir gut daran, jetzt ganz ruhig zu bleiben und nicht zu glauben, dass damit alles geregelt ist.“

Denn der höchste Saisonsieg, durch den der Rekordmeister in der Bundesliga-Tabelle wieder bis auf zwei Punkte an Platz drei heranrückte, war nicht mehr als „ein sehr guter Anfang“, wie Bastian Schweinsteiger feststellte. Die Mannschaft habe „eine super Leistung“ gezeigt, meinte der FCB-Vizekapitän, „aber wir müssen jetzt weitermachen.“

Schon am Dienstag kommt Inter Mailand zum Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League in die Allianz Arena, am Samstag steht dann das Auswärtsspiel beim SC Freiburg auf dem Programm. Nach dem 6:0 gegen den HSV kann der FC Bayern mit breiter Brust in diese Partien gehen. „Nach drei Niederlagen leidet auch das Selbstvertrauen, dann ist eine gewisse Unruhe normal“, sagte Rummenigge, „heute hat sich die Mannschaft ein bisschen Selbstvertrauen geholt.“

Erst Alu, dann mit Gewalt

Denn das 92. Nord-Süd-Derby wurde zum Befreiungsschlag für den FCB. „Wer hätte das gedacht?“, schmunzelte Louis van Gaal auf der Pressekonferenz nach dem Spiel über das Feuerwerk, das seine Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit ablieferte. „Heute konnte man sehen, wie die Bayern spielen können. Ich bin begeistert.“ Philipp Lahm sagte: „Jeder Spieler will in die Champions League, das hat die Mannschaft heute gezeigt.“

Es dauerte jedoch bis fünf Minuten vor der Halbzeit, ehe die Münchner den Hamburger Abwehrriegel erstmals knacken konnten. Mario Gomez und Thomas Müller (35. Minute) sowie Daniel van Buyten (37.) waren zuvor am Aluminium gescheitert - dann kam Arjen Robben. Mit 107 Stundenkilometern drosch er den Ball mit aller Gewalt zur Führung in die Maschen (40.). „Das ist das Einzige, was man in so einer Situation machen kann. Da muss man zu 200 Prozent alles geben. Das war auch bei diesem Schuss der Fall“, sagte der Holländer.

Dieses Tor habe die Mannschaft „ein bisschen befreit“, meinte Van Gaal, der auch konstatierte, dass zu Spielbeginn ein Treffer für Hamburg hätte fallen können. „Aber im Fußball zählt auch ein bisschen Glück - und das haben wir heute gehabt.“ Nach der Pause war der FCB dann nicht mehr zu halten. Robben mit zwei weiteren Treffern (47., 55.), der ebenfalls kaum zu bändigende Franck Ribéry (64., 85.) und Thomas Müller (79.) trafen fast nach Belieben.

Rummenigge warnt vor Inter

„Hamburg hat auch ein bisschen mitgearbeitet“, sagte Van Gaal angesichts der Auflösungserscheinungen bei den Hamburgern, die sich am Sonntag von ihrem Chefcoach Armin Veh („So kann man in der Bundesliga nicht Fußball spielen“) trennten. Doch das sollte die eigene Leistung nicht schmälern. „Wir haben konzentriert gespielt und in der zweiten Halbzeit fast jede Torchance konsequent genutzt“, war Rummenigge voll des Lobes.

Das Minimalziel Champions-League-Qualifikation haben die Münchner jetzt wieder in Reichweite. Bevor sie hierfür am kommenden Samstag den nächsten Schritt machen können, wartet Inter Mailand in der Champions League. „Am Dienstag wird es wesentlich schwerer als heute“, warnte Rummenigge, „da müssen wir extrem konzentriert spielen, um unser Ziel zu erreichen“. Doch Robben ist voller Zuversicht: „Ich habe auf dem Platz bei vielen Spielern gesehen, dass das Selbstvertrauen wieder mehr geworden ist. So müssen wir jetzt weitermachen.“

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