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'Nur noch Finalspiele'

Enttäuschte Bayern wollen Reaktion zeigen

Thomas Müller fühlte sich „ziemlich leer“, für Mario Gomez war es „sehr frustrierend“ und Bastian Schweinsteiger fand es „schwierig, Worte zu finden“: Nach der 0:1 (0:1)-Niederlage im Halbfinale des DFB-Pokals gegen den FC Schalke 04 am Mittwochabend war Spielern, Trainern und Verantwortlichen des FC Bayern der Frust über den verpassten Endspieleinzug deutlich anzumerken.

„Das Pokal-Aus ist eine große Enttäuschung, ohne Frage“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Schlusspfiff in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena. „Wir haben ganz klar vorgehabt, ins Finale nach Berlin zu kommen. Jede Niederlage tut weh und ist schlecht fürs Selbstvertrauen und fürs Image. Daran will man sich nicht gewöhnen. Aber wir müssen versuchen ruhig zu bleiben“, so Rummenigge weiter.

Vier Tage nach der 1:3-Heimpleite gegen den designierten Meister Borussia Dortmund - der ersten seit fast 20 Jahren - verlor der FCB gegen Schalke erstmals seit 1991 wieder ein Heimspiel im Pokalwettbewerb und verspielte nach dem Double-Gewinn in der Vorsaison damit auch die zweite Chance auf eine Titelverteidigung. „Es ist wahnsinnig bitter, wie wir unsere ganze Saison wegschmeißen. Das ist ein schwerer Schlag“, meinte ein deprimierter Thomas Müller.

„Wenn der FC Bayern nicht Deutscher Meister und nicht Pokalsieger wird, dann ist es keine gute Saison für die Bayern. Wir müssen in der Bundesliga auf jeden Fall Zweiter werden. Aber die Saison ist schwer zu retten“, fand Kapitän Philipp Lahm deutliche Worte nach der zweiten Heimniederlage binnen vier Tagen. „Das ist natürlich sehr bitter und man ist sehr enttäuscht. Das sind zwei Titel, die wir uns vorgenommen hatten. Man kann das nicht wiedergutmachen, das haben wir leichtfertig her geschenkt.“

In der Neuauflage des letztjährigen Halbfinals taten sich die Münchner gegen kompakt gestaffelte und tief verteidigende Schalker besonders in den ersten 45 Minuten schwer, diese in Bedrängnis zu bringen. „Wir hatten in der ersten Halbzeit keine Lösung, keine Kreativität, wir haben uns keine Torchance erarbeitet“, analysierte Lahm. Auf der Gegenseite verwertete Torjäger Raul (15.) eine der zahlreichen Standardsituationen der Knappen zum Siegtreffer.

Zwar agierte der Rekordmeister nach dem Seitenwechsel druckvoller und versuchte mit allen Mitteln, das Pokal-Aus abzuwenden (Rummenigge: „In der zweiten Halbzeit war es dann okay, dann haben wir auch das Quäntchen Glück nicht gehabt“), doch am Ende fehlten den Bayern auch „die nötige Durchschlagskraft, um ein Tor zu machen“, so Schweinsteiger. „Wir haben es nicht geschafft, den Ball über die Linie zu bringen. Das ist sehr bitter für uns.“

Es geht um alles

Viel Zeit zum Trübsal blasen bleibt den Bayern nicht, schon am Samstag steht „ein sehr wichtiges Spiel“ beim Tabellen-Dritten Hannover 96 auf dem Programm. „Es ist wichtig, eine Reaktion zu zeigen, die Punkte zu holen, um auch in der Tabelle wieder auf die Plätze zu kommen, die uns zur Teilnahme an der Champions League im nächsten Jahr berechtigen“, stellte Rummenigge klar. „Wir haben jetzt nur noch Finalspiele bis zum Ende der Saison. Manchmal ist es gut, wenn man drei Tage später die Möglichkeit hat Dinge zu korrigieren.“

„Wir müssen schauen, dass wir das aus dem Kopf kriegen. Wir müssen uns schütteln und auf die Bundesliga konzentrieren und schauen, dass wir auf die Champions-League-Plätze kommen“, forderte auch Schweinsteiger. „Das Samstag-Spiel ist sehr wichtig für uns, vielleicht das wichtigste in der Saison. Es geht da um alles, um Platz zwei. Wir müssen in Hannover unbedingt gewinnen“, stimmte Kapitän Lahm mit ein.

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