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Revanche, Teil 2

'Es wird ein sehr gefährliches Spiel'

Wenn es nach der Statistik geht, dann könnte der FC Bayern völlig entspannt in das Achtelfinal-Rückspiel gegen Inter Mailand gehen. Trainer Louis van Gaal könnte sich vielleicht sogar den Luxus erlauben, den einen oder anderen Spieler für die nächste schwere Bundesligaaufgabe am Samstag beim SC Freiburg zu schonen, denn der Rekordmeister hat bisher alle 20 Duelle im Europapokal für sich entschieden, nachdem er zunächst auswärts gewann. Was soll also nach Mario Gomez' Lastminute-Siegtreffer im Hinspiel jetzt noch schiefgehen?

„Die Chancen sind da, wir müssen natürlich höllisch aufpassen“, meinte Gomez am Tag vor dem entscheidenden Rückspiel (ab 20.30 im Liveticker und im Webradio) in der seit Wochen mit 66.000 Zuschauern restlos ausverkauften Allianz Arena. „Es wird ein sehr gefährliches Spiel. Wenn Inter ein Tor schießt, wird es sehr eng“, warnte Arjen Robben trotz des 1:0-Erfolges in San Siro vor knapp drei Wochen.

Schon ein Remis würde den Münchnern zum Erreichen des Viertelfinales reichen, doch an der Säbener Straße hat man sich auf eine weitere heiße Europapokalschlacht eingestellt. „Das wird sehr schwer, da braucht man kein großer Prophet sein. Wir müssen sehr konzentriert und sehr gut spielen”, betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor Teil zwei der Revanche gegen den amtierenden Champion.

Inter hat dem FCB in Madrider Finale 2010 den totalen Triumph vermasselt, jetzt wollen die Münchner gegen die Italiener die letzte mögliche Titelchance in diesem Jahr wahren. „Wir können in dieser Saison nur noch einen Titel gewinnen, der ist sicherlich möglich. Dazu müssen wir morgen einen weiteren Schritt machen“, sagte Gomez, der gleichauf mit Inters Topstürmer Samuel Eto’o und Nicolas Anelka (alle 7) vom FC Chelsea in der Torschützenliste einen Treffer hinter Lionel Messi (8) vom FC Barcelona liegt.

Gomez warnt vor effektiven Italienern

„Italiener können gut auf Ergebnis spielen, so gut wie keine anderen Mannschaften auf der Welt“, warnte Gomez vor der Effektivität italienischer Mannschaften. Van Gaal erwartet Inter ähnlich auf Konter agierend wie beim Hinspiel. „Es ist wichtig, dass meine Spieler die ersten drei oder vier Minuten das Spielsystem lesen und darauf reagieren. Aber darauf sind wir vorbereitet.“ In Mailand hatte der Coach unmittelbar nach Anpfiff Danijel Pranjic und Luiz Gustavo erfolgreich die Positionen tauschen lassen, um Inter-Regisseur Wesley Sneijder aus dem Spiel zu nehmen.

Am Dienstag wird Gustavo wohl erneut mit Daniel van Buyten das Innenverteidiger-Pärchen bilden. „Wir wollen unbedingt weiterkommen“, sagte der Brasilianer. Nach dem 6:0-Kantersieg gegen den Hamburger SV am letzten Samstag geht die Van-Gaal-Truppe nicht nur mit einem 1:0-Vorsprung, sondern auch mit wieder gewonnenem Selbstvertrauen ins Rückspiel. „Deswegen haben wir mit Sicherheit eine breite Brust“, sagte Kapitän Philipp Lahm. „Ich bin der Meinung, dass wir in zwei Spielen die bessere Mannschaft sein werden“, sagte Vize Bastian Schweinsteiger.

„Wenn wir gewinnen, dann ist das für alle im Klub ein großer Feiertag“, sagte Louis van Gaal. Übrigens: Dem 59 Jahre alten Coach ist es in der K.o.-Runde der Königsklasse bisher als einzigem gelungen, mit seiner Mannschaft nach einer Hinspiel-Heimniederlage noch in die nächste Runde einzuziehen. Vor 15 Jahren war das mit Ajax Amsterdam im Halbfinale gegen Panathinaikos Athen (0:1 und 3:0 gegen). Und Inter verlor drei der letzten vier Champions-League-Spiele (1 Sieg) und ist seit 215 Minuten ohne Torerfolg. Wenn es also nach der Statistik geht...

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