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'Mit aller Macht'

FCB drängt zurück in die Erfolgsspur

Bei beiden stehen die Trainer am Saisonende vor dem Abschied, beide hinken ihren Saisonzielen hinterher, für beide zählt nur ein Sieg - brisant wie selten zuvor gestaltet sich die Ausgangslage vor dem 92. Nord-Süd-Derby zwischen dem FC Bayern und dem Hamburger SV am Samstag (ab 15.15 Uhr im Liveticker und im FCB.tv-Webradio). „Morgen zählen nur drei Punkte“, unterstrich Philipp Lahm einen Tag vor dem Showdown in der ausverkauften Allianz Arena, „wir müssen auf Teufel komm raus punkten.“

Nur drei Tage vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Inter Mailand wollen die Bayern mit einem Sieg gegen Hamburg die so wichtige Trendwende einleiten. Nach drei Niederlagen in Folge forderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, „alles in die Waagschale zu werfen, um wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.“ Auch Louis van Gaal betonte: „Morgen müssen wir einen Anfang machen, um unsere Ziele noch zu erreichen.“

Der FCB-Chefcoach hat „keine normale Trainingswoche“ hinter sich. Am Montag hatte er sich mit dem FC Bayern auf eine vorzeitige Trennung zum Saisonende geeinigt. Schon am Sonntag und dann noch einmal am Mittwoch hat er deswegen ausführlich mit der Mannschaft gesprochen. Am Mittwoch wandte sich auch Rummenigge vor dem Training an die Spieler.

'Wollen nicht in die Europa League'

„Es ist nicht einfach für die Spieler, mit diesen Umständen umzugehen“, meinte Van Gaal, der seinen Schützlingen aber eine sehr gute Trainingsleistung bescheinigte: „Die Reaktion der Spieler ist großartig. Aber das heißt nicht automatisch, dass wir morgen gewinnen.“

Doch Siege sind alles, was zählt, beim FC Bayern in diesen Wochen. „Wir müssen fast alles gewinnen“, gab Van Gaal als Ziel für die restliche Saison aus. Nur so ist das Minimalziel Champions-League-Qualifikation noch zu schaffen. „Der FC Bayern gehört in die Champions League. In der Europa League wollen wir mit Sicherheit nicht spielen“, sagte Lahm, „jeder ist gewarnt, jeder ist hellwach, jeder ist in der Verantwortung, jeder muss seine Leistung bringen.“

'Auch Hamburg mit dem Rücken zur Wand'

Der FCB-Kapitän betonte vor dem Nord-Süd-Derby noch einmal, dass man bei allem Offensivdrang die Defensivarbeit nicht vernachlässigen dürfe. Und mit eigenem Ballbesitz müsse man „sorgfältiger“ umgehen. Auch sein Stellvertreter Bastian Schweinsteiger nahm die Mannschaft in die Pflicht. Man müsse Torchancen noch klarer herausspielen, mehr Tore schießen und weniger Gegentreffer kassieren, mahnte der Vizekapitän. Und: „Wir müssen auch mit unserer Körpersprache zeigen, dass wir das Spiel gewinnen wollen.“

Denn der FC Bayern darf sich auf energische Gegenwehr einstellen. „Auch Hamburg braucht positive Erlebnisse. Die stehen auch mit dem Rücken zur Wand und müssen auch gewinnen“, weiß Schweinsteiger um die Situation beim Tabellensiebten. Trainer Armin Veh, der vergangenen Dienstag seinen Abschied nach der Saison verkündete, will in der Allianz Arena „mit Lauf- und Zweikampfstärke dagegenhalten. Dann haben wir eine Chance.“

Mit Hilfe der Zuschauer

Dabei muss der gebürtige Augsburger aber seine Viererkette umstellen. Innenverteidiger Joris Mathijsen (Sprunggelenk) und Rechtsverteidiger Guy Demel (Wade) fallen aus. Tomas Rincon wird stattdessen wohl hinten rechts auflaufen, in die Defensivzentrale wird Kapitän Heiko Westermann rücken, dessen Platz im defensiven Mittelfeld Ex-Bayer David Jarolim übernehmen dürfte. Beim FC Bayern fehlen Breno (Rot-Sperre) und Ivica Olic (nach Knie-OP). Dafür steht Bastian Schweinsteiger nach seiner Gelb-Sperre wieder zur Verfügung.

Der Mittelfeld-Chef des Rekordmeisters hofft auch auf die Unterstützung der Zuschauer gegen den HSV, der vier der letzten fünf Partien in München nicht verloren hat. „Wenn man merkt, dass die Zuschauer hinter einem stehen, auch wenn mal ein Fehler passiert, das stärkt“, sagte Schweinsteiger und versprach für die nächsten Wochen: „Wir werden mit aller Macht versuchen, Siege einzufahren. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, ist das machbar.“

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