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4 Tore, 4 Vorlagen

Flügelzange 'Robbery' nicht zu halten

Im Online-Wörterbuch leo.org wird der englische Begriff Robbery als „Räuberei, Raub, Raubüberfall“ ins Deutsche übersetzt. Die Bedeutung dieses Begriffs haben am Samstag auch die Spieler das Hamburger SV in der Praxis kennengelernt: Immer und immer wieder sahen sie sich im Gastspiel beim FC Bayern den überfallartigen Angriffen der Münchner Flügelzange mit Arjen Robben und Franck Ribéry - seit den Gala-Auftritten der letzten Saison auch als Robbery bekannt - ausgesetzt.

So wie in der 55. Spielminute: Ein kurzer Doppelpass auf dem linken Flügel, ein schneller Antritt Ribérys in den Strafraum, Rückpass auf den nachgerückten Robben, der aus elf Metern zum 3:0 für die Bayern einschoss. Oder wie in der 64. Minute, als Robben aus der eigenen Hälfte Ribéry auf die Reise schickte, dieser mit Ball schneller war als sein Gegenspieler und den Ball mit viel Gefühl über Torwart Frank Rost hinweg zum 4:0 ins Tor lupfte.

Am Ende stand mit 6:0 (1:0) der höchste Saisonsieg der Bayern zu Buche, drei Tore steuerte Robben (40./47./55.) bei, eins ging auf das Konto Ribérys (64.). Das 6:0, von Ribéry mit einem tollen Solo eingeleitet, wurde am Montag von der DFL endgültig als Eigentor von HSV-Kapitän Heiko Westermann gewertet. „Robben war fantastisch, Ribéry großartig“, lautete dann das Fazit eines zufriedenen Trainers Louis van Gaal.

Dabei mussten beide Spieler vor dem Spiel gegen den HSV etwas um ihren Einsatz bangen. Der niederländische Vizeweltmeister laborierte unter der Woche an einer Grippe musste mit dem Training aussetzen, beim Aufwärmen unmittelbar vor dem Anpfiff bekamen beide einen Schlag auf den Fuß und mussten von der medizinischen Abteilung des FC Bayern behandelt werden. Glücklicherweise konnten aber beide ohne Probleme im 92. Nord-Süd-Duell auflaufen.

Überragende Bilanz

„Ich bin sehr froh, ich habe gut gespielt, ich habe mich gut gefühlt“, sagte Ribéry nach dem Schlusspfiff. Bis kurz vor der Halbzeitpause hatten die Hamburger die beiden Flügelflitzer der Bayern einigermaßen im Griff, doch Robbens energischer Führungstreffer - nach Vorarbeit seines französischen Mannschaftskollegen - brach endgültig den Bann zugunsten der Bayern.

Nachdem beide Ballartisten dem FCB verletzungsbedingt über weite Strecken der Hinrunde gefehlt hatten, zeigen sie nach der Winterpause, wie wichtig sie für das Spiel des Rekordmeisters sind. Acht Tore und vier Vorlagen stehen für Robben in acht Spielen 2011 zu Buche, insgesamt war Robben in 32 Bundesligaspielen an 36 (!) Toren beteiligt. Nicht minder schlecht sieht Ribérys Bilanz aus: Ein Tor und sieben Vorlagen in sieben Spielen, insgesamt war der Franzose in 90 Spielen an 65 Treffern beteiligt.

Leistung bestätigen

Nach einer „dramatischen Serie“ von drei Niederlagen in Folge „mussten wir das Spiel heute gewinnen, die drei Punkte holen“, sagte Robben. „Das war eine sehr schwere Woche für uns, für den Kopf und auch für das Selbstvertrauen“, fügte Ribéry an. „Heute haben wir gut reagiert, das 6:0 ist gut für uns“, so der 27 Jahre alte Franzose weiter. „„An einem Tag sind wir sehr schlecht und alles ist eine Katastrophe und heute sind wir wieder die Super-Mannschaft. Das ist leider so im Fußball“, konstatierte Robben.

„Wenn wir das so machen wie heute, dann gibt uns das Selbstvertrauen. Aber das war nur ein Spiel, das müssen wir am Dienstag und nächste Woche bestätigen“, erklärte der Niederländer im Hinblick auf die nächsten beiden Spiele gegen Inter Mailand und den SC Freiburg, die dann der Aufgabe ausgesetzt sind, das Duo Robbery auszuschalten. Aber möglicherweise haben beide Klubs ja eine Robbery insurance - eine Überfallversicherung.

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