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Abstiegskampf angenommen

Gerland-Truppe schöpft neue Hoffnung

Man muss schon aufpassen, wenn man den schmalen Spielertunnel im Stadion an der Grünwalder Straße durchläuft. Richtig eng ist es da und auch niedrig, die eine oder gefährliche Schräge zwingt einen zum Ducken. In den letzten Monaten war das für die Spieler der zweiten Mannschaft des FC Bayern kein Problem, denn meistens schlichen sie mit gesenktem Haupt Richtung Kabine, doch am Dienstagabend musste man fast schon Angst haben um die Herren Erb, Leist und Co. - so breit waren ihre Schultern und so aufrecht ihr Gang.

„Wir haben das heute sehr gut gemacht und können uns über diesen Sieg freuen“, sagte Matchwinner Steffen Wohlfarth nach dem überraschenden, aber absolut verdienten 1:0-Erfolg gegen den Tabellendritten Kickers Offenbach. Der 27-jährige Angreifer hatte dem Tabellenletzten mit seinem Tor in der vierten Minute diesen eminent wichtigen Erfolg im Abstiegskampf der 3. Liga beschert. „Ich denke, wir haben ein gutes Spiel gemacht gegen eine Mannschaft, die um den Aufstieg spielt. So müssen wir weitermachen“, strahlte der 27-Jährige.

Auch Hermann Gerland hatte an diesem Abend sein Lächeln wieder gefunden. Genüsslich schenkte sich der Trainer eine Cola light ein, als er im Pressekonferenzraum zur Spielanalyse auf seinen Offenbacher Kollegen Thomas Gerstner wartete. „Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, haben gut verteidigt und verdient gewonnen. Ich hin heute zufrieden“, sagte der „Tiger“ und fügte später hinzu: „Das muss man auch mal genießen.“

Gerland meinte weniger das Spiel, denn das war auf schwer bespielbaren Untergrund („Der Platz ist ‘ne Katastrophe“) wahrlich kein Fußballleckerbissen. Doch dieser Sieg gegen den OFC war in der aktuellen Situation der kleinen Bayern nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Nach der Winterpause holte man aus sieben Partien lediglich drei Punkte. Umso mehr konnten sich Gerland und die Seinen über diesen Erfolg nun freuen. „Jungs, das war klasse!“, donnerte Diego Contento nach dem Schlusspfiff durch den Kabinentrakt.

Lob für die Abwehr

Der 20 Jahre alte Linksverteidiger aus dem Profikader sammelte Spielpraxis bei den Amateuren. „Er war in der ersten Halbzeit sehr gut“, lobte Gerland, der insgesamt mit der Abwehrleistung seiner Mannschaft endlich mal voll zufrieden sein konnte, speziell mit seinem Innenverteidiger-Duo Julian Leist und Thomas Kurz. Bis auf einen Lattenkopfball von Olivier Occean (18.) hatte der OFC fast keine Tor-Chancen. „Der Occean hat uns im Hinspiel alleine fertig gemacht. Heute haben das meine beiden Jungs sehr gut gemacht, genauso, wie ich mir das vorstelle: mutig in die Zweikämpfe gehen, die Kopfballduelle gewinnen und phasenweise noch sauber nach vorne spielen.“

Im Kampf ums Überleben in der 3. Liga haben die Gerland-Schützlinge die richtigen Tugenden in die Waagschale geworfen. Bissig und aggressiv wurden die Zweikämpfe geführt und wenn Not am Mann war, schlugen Kurz und Co. die Bälle einfach auch mal lang und weit nach vorne oder auf die Tribüne. „Wir können im Abstiegskampf nicht den Ball an der Mittellinie zirkulieren, sondern man muss über den Kampf gehen, auf den zweiten Ball lauern“, beschrieb der ehemalige Bochumer Abwehrrecke Gerland, wie er sich ganz ehrlichen Abstiegskampf vorstellt.

Frühe Führung brachte Sicherheit

Natürlich profitierte seine Mannschaft gegen die in der Offensive harmlosen Offenbacher auch von der frühen Führung. „Ich habe die ganze Zeit schon gesagt, dass es einfach mal wichtig ist, in Führung zu gehen, damit wir Sicherheit bekommen und wieder an uns glauben. Das war heute der Fall“, sagte Wohlfarth. „Da spielt es sich ganz anders“, meinte auch Gerland. Oft war das seinem Team in dieser Saison noch nicht gelungen, im Gegenteil: „Bisher war es immer so, dass wir ganz ordentlich im Spiel sind, aber die erste Chance des Gegners ist drin. Und dann sind wir teilweise zusammengebrochen.“

Der Sieg gegen Offenbach, der den FCB II auf vier Punkte an einen Nichtabstiegsplatz heranbrachte, war aber nur der erste Schritt in der Mission Klassenerhalt. Den nächsten kann der FCB II schon am kommenden Freitagabend im Kellerduell mit dem SV Sandhausen machen. „Ich hoffe, dass jetzt ein Ruck durch die Mannschaft geht, weil sie gesehen hat, dass wir gut spielen und gewinnen können“, meinte Wohlfarth

„Jetzt müssen wir natürlich nachlegen und den nächsten Dreier holen. Nur dann ist der Sieg gegen Offenbach wirklich was wert“, so der ehemalige Ingolstädter weiter. Gerlands Erfolgsrezept vor dem „enorm wichtigen Spiel“ klingt ganz einfach: „Wir haben jetzt Offenbach, Rostock und Braunschweig bezwungen. Wir wissen, dass wir es können, aber wir müssen auch so wie heute mit Biss in die Zweikämpfe gehen und alles geben.“

Für fcbayern.de im Grünwalder Stadion: Dirk Hauser

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