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Mit etwas Glück und viel Schlaf

Lahm vor dem 100. Spiel in Folge

Vielleicht sind es die regelmäßigen Yoga-Übungen. Vielleicht auch das Glas Wein oder Bier, das er gelegentlich trinkt. Oder liegt es an Leberkäs und Kartoffelsalat, womit ihn als Kind seine Großmutter stärkte? Philipp Lahm jedenfalls scheint einfach nicht müde zu werden. Am Samstag gegen den Hamburger SV wird er zum 100. Mal in Folge in der Startaufstellung des FC Bayern stehen, nur einmal wurde er dabei ausgewechselt.

„Klar war ich auch mal müde oder angeschlagen“, schmälert der 27-Jährige gegenüber fcbayern.de das Erstaunen ob seiner sensationellen Serie. Aber Lahm fühlte sich eben nie zu müde oder zu angeschlagen. Weder körperlich noch psychisch. Nicht nach großen Erfolgen, nicht nach der Weltmeisterschaft im letzten Sommer. Seit fast zwei Jahren nicht.

Am 14. April 2009 begann Lahms Marathon. Das Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Barcelona (1:1) war der Startpunkt. Im Rückblick ist dem FCB-Kapitän vor allem das CL-Endspiel 2010 in Madrid besonders in Erinnerung. „Erstens weil so ein Finale außergewöhnlich ist und zweitens weil es eine bittere Niederlage war“, sagt er. Am Samstag gegen den HSV macht er die 100 voll, da wo alles begonnen hat, in der Allianz Arena.

Einfach so passiert

Nicht nur ligaweit - Freiburgs Felix Bastians folgt ihm mit 61 Pflichtspiel-Einsätzen - ist Lahms Serie außergewöhnlich. Auch in den übrigen europäischen Topligen kann keiner auch nur annähernd mit ihm mithalten. In England (Brede Hangeland und Aaron Hughes, FC Fulham) und Italien (Matias Silvestre, Catania Calcio) kommen die beiden besten Dauerläufer auf 35 Einsätze am Stück, in Spanien stoppte vergangene Woche eine Verletzung Cristiano Ronaldos Serie von 24 Spielen in Folge.

Lahm knackt jetzt die 100er Marke. Ohne, dass er sich jemals groß Gedanken darüber gemacht hat. „Das ist keine Marke, die man sich vornimmt“, erklärt der 27-Jährige. Es sei eben einfach so passiert. „Mir ist das erst vor Kurzem bewusst geworden, als ich darauf angesprochen wurde.“ Ob die Serie eine besondere Bedeutung für ihn hat? „Es ist etwas Gutes. Es zeigt, dass man seit Langem gesund ist.“

'Ich hatte Glück'

Gesund geblieben und von Verletzungen verschont geworden zu sein, führt Lahm als einen der drei Hauptgründe für seine Superserie an. „Ich hatte Glück und vielleicht auch gute Proportionen“, meint er. Außerdem müsse man Stammspieler sein, und das ist Lahm natürlich. Von den letzten 99 Bayern-Pflichtspielen hat er nur 16 Minuten verpasst (aufgrund einer Auswechslung beim 5:0 im DFB-Pokal gegen Oberhausen, September 2009). Und drittens dürfe man sich auch keine Sperre einhandeln, sagt Lahm, der mit nur zehn gelben Karten in 163 Ligaspielen einer der fairsten Bundesligaspieler ist.

Dass die Körperpflege einen für Profisportler übermäßigen Teil seiner Arbeit einnehme, könne man nicht sagen, meint Lahm. „Andere pflegen sich sicher mehr als ich.“ Zu Recht als außergewöhnlich stuft er allerdings sein Schlafpensum ein. „Ich schlafe viel, im Durchschnitt neuneinhalb Stunden. Das tut mir gut“, erzählt er. Also doch: Auch Philipp Lahm wird irgendwann müde. Nur auf dem Platz halt nicht. Noch lange nicht. „Ich hoffe, dass noch einige Spiele dazukommen.“

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