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'Total unter Strom'

Selbstbewusstes Inter will ins Viertelfinale

Titelverteidiger Inter Mailand will im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Bayern alle Kräfte mobilisieren, um nach dem 0:1 im Hinspiel doch noch in das Viertelfinale der Champions League einzuziehen. „Wir werden alles in die Waagschale werfen. Man muss total unter Strom stehen“, sagte Trainer Leonardo am Montagabend vor dem Abschlusstraining des italienischen Meisters in der Münchner Allianz Arena.

„Wir sind hier, um zu gewinnen. Wir haben ein gutes Gefühl, wir sind in guter Form“, sagte Inter-Spielmacher Wesley Sneijder, der sich vor allem auf das Wiedersehen mit seinem Landsmann Arjen Robben freut. „Es ist immer schön, gegen holländische Kollegen zu spielen. Nächste Woche sind wir in der Nationalmannschaft wieder Teamkollegen. Aber morgen nicht. Da will ich Arjen schlagen“, stellte der Niederländer klar.

In der heimischen Serie A patzte Inter am vergangenen Wochenende, kam beim Tabellen-Vorletzten Brescia Calcio nicht über ein 1:1-Remis hinaus verpasste damit die große Chance, den Fünf-Punkte-Rückstand auf Lokalrivale AC Mailand zu verkürzen. Dennoch traten die Nerazzurri mit großem Selbstvertrauen die Reise nach München an. „Denkt immer dran: Wir sind die Titelverteidiger!“, meinte Leonardo und sprach von einem „Spiel mit Endspiel-Charakter.“

Für den ehemaligen Milan-Profi und -Trainer, der im Vorjahr mit den Rossoneri im Achtelfinale an Manchester United scheiterte, kommt jetzt die „entscheidende Phase der Saison.“ Der brasilianische Weltmeister von 1994 hob auch die Bedeutung der Champions League für den Vorjahresgewinner hervor: „Alles wird klein im Vergleich zu diesem Spiel. Wir werden alles daran setzen, die nächste Runde zu erreichen“, sagte der Coach.

Hoffnungsträger Eto'o

Zwar bezeichnete Leonardo das Gastspiel beim FC Bayern als ein „Treffen auf Augenhöhe“, doch die Statistik spricht derzeit eine andere Sprache. Während die Bayern sechs ihrer sieben Spiele im laufenden Wettbewerb gewannen, dazu auch die letzten sieben Heimspiele erfolgreich gestalteten, wartet Inter seit vier Auswärtsspielen auf einen Sieg. Der Triple-Sieger der Vorsaison verlor drei der letzten vier CL-Spiele und ist seit 215 Minuten ohne Torerfolg.

So ruhen die Hoffnungen der Schwarz-Blauen vor allem auf Stürmerstar Samuel Eto’o, erst recht, da der zweimalige Finaltorschütze Diego Milito weiterhin verletzt ausfällt. „Eto’o hat schon zwei Mal die Champions League gewonnen. Er hat eine enorme Reife und Konstanz. Er ist einer der besten Spieler der Welt“, schwärmte Leonardo über den Kameruner, der gemeinsam mit Mario Gomez und Nicolas Anelka (FC Chelsea) mit jeweils sieben Treffern im laufenden Wettbewerb auf Platz zwei der Torschützenliste liegt.

Schlechteste Abwehr aller Achtelfinalisten

In der Defensive dagegen hofft Leonardo auf den Einsatz seines Landsmannes Lucio. Der frühere Bayern-Profi zog sich im Ligaspiel in Brescia eine Zerrung des Gesäßmuskels zu, konnte am Montagabend aber am Abschlusstraining in der Allianz Arena teilnehmen. Mit 12 Gegentoren in der laufenden Champions-League-Saison stellt der Titelverteidiger die schlechteste Abwehr aller Achtelfinalisten und kassierte doppelt so viele Gegentreffer wie der FC Bayern.

Doch auf diese Zahlenspiele geben Inters Spieler und Trainer nichts. „Es sind 180 Minuten zu spielen, die ersten 90 haben wir schon gespielt und wir haben 0:1 verloren. Jetzt fehlen noch 90 Minuten, wir werden sehen, wie es läuft“, meinte Wesley Sneijder, der sich angesichts der Möglichkeit einer Verlängerung und sogar eines Elfmeterschießens auf „einen langen Abend“ einstellt. „Es wird ein schönes Spiel, man muss an den Sieg glauben.“

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