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Heynckes mit Respekt

'Die Bayern werden hoch motiviert sein'

Jupp Heynckes ist ein Gentleman. Er weiß, wie man sich als Gast zu verhalten hat: zurückhaltend und höflich. Wenn der Trainer von Bayer Leverkusen allerdings auf die Partie am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, Allianz Arena) bei seinem künftigen Arbeitgeber FC Bayern angesprochen wird, ist er nicht wiederzuerkennen. Überraschend forsch kündigt Heynckes in einer Gesprächsrunde mit Münchner Journalisten an: „Wir haben super trainiert und sind so selbstbewusst und stark, um sagen zu können: Wir wollen in München gewinnen!“

Der FC Bayern wird etwas dagegen haben, für Brisanz ist gesorgt: Der Rekordmeister will mit einem Heimsieg im ersten Spiel unter Cheftrainer Andries Jonker Platz drei von Hannover 96 zurückerobern, Heynckes‘ Leverkusener die Meisterschaft noch einmal spannend gestalten. „Wenn wir gewinnen, ist uns der zweite Platz nicht mehr zu nehmen und wir sind nächstes Jahr im Konzert der Großen, der Champions League, wieder dabei“, sagt Heynckes.

Der mit 65 Jahren älteste Coach der Bundesliga spricht in jedem Satz von „wir“. Heynckes will keine Zweifel aufkommen lassen, für welchen Verein aktuell sein Herz schlägt. „Für mich persönlich ist diese Partie weder heikel noch brisant, denn ich stehe bis 30. Juni bei Bayer Leverkusen unter Vertrag“, stellt Heynckes klar und sagt: „Ich werde all meine Kraft und mein Know-how einbringen, damit wir die Saison erfolgreich abschließen.“

Heynckes Worte klingen bestimmend. Mit einem Sieg in München könnte für seinen zukünftigen Arbeitgeber Platz drei in weite Ferne rücken. Dessen ist sich Heynckes bewusst. Doch er will sich nichts nachsagen lassen, ordnet alles dem Erfolg unter und setzt am Sonntag auf die Qualitäten des ehemaligen Münchners Michael Ballack: „Im letzten Spiel war Michael ein Aktivposten. Er wird gegen Bayern seine Erfahrung einbringen und uns helfen“, glaubt Heynckes.

Keine Angst vor der Statistik

Aber der Bayer-Trainer weiß: Beim FC Bayern herrscht Aufbruchsstimmung. Der Trainerwechsel von Louis van Gaal auf Jonker spielt der Werkself nicht in die Karten. „Die Bayern werden hochmotiviert sein, das steht fest. Der neue Trainer wird sicherlich ein paar Dinge verändern“, vermutet Heynckes gegenüber fcbayern.de.

Respekt vor den Münchnern ist vorhanden. Dennoch sieht er seine junge, talentierte Elf („Der Abschied zum Saisonende fällt allen schwer: Meiner Mannschaft wie auch mir“) bestens gerüstet für den Showdown - auch, wenn Leverkusen seit 1989 auf einen Erfolg in der bayerischen Landeshauptstadt wartet. Heynckes interessiert das nicht: „Ach Statistiken. Die sind dafür da, dass man sie wegfegt!“

Vorfreude auf das Spitzenspiel

Kurios: Beim letzten Sieg des FC Bayern gegen Leverkusen im Mai 2009 (3:0) saß der heutige Bayer-Trainer noch auf der Bayern-Bank. Nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann am 27. April 2009 hatte Heynckes - in einer ähnlichen Situation wie jetzt Jonker - für fünf Spieltage übernommen und die Münchner noch in die Champions League geführt.

Heynckes verfolgt das Geschehen in München aus der Distanz, er könne nicht beeinflussen, was dort passiert. Es überwiegt die Vorfreude auf das Bundesliga-Spitzenspiel: „Es ist ein Partie, die eine Faszination ausübt. Für uns ist es etwas Besonderes gegen den Branchenführer und Rekordmeister in einem tollen Stadion zu spielen.“ Am Ende ist Heynckes wieder ganz der Alte, ein Gentleman eben.

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