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Der Gladbach-Coach im Interview

Favre: 'Rummenigge war fantastisch'

Seit sechs Wochen sitzt Lucien auf der Trainerbank in Mönchengladbach. Und seine Bilanz kann sich sehen lassen. Aus fünf Spielen holte er sieben Punkte. Trotzdem ist die Borussia noch Tabellenletzter. Im Interview mit fcbayern.de sprach der Schweizer Fohlen-Chefcoach über seine Hoffnung auf den Klassenerhalt, das anstehende Spiel gegen den FC Bayern und gemeinsame Zeiten mit Karl-Heinz Rummenigge.

Das Interview mit Lucien Favre:

fcbayern.de: Herr Favre, ein Spiel gegen den FC Bayern bedeutet für Sie auch ein Wiedersehen mit Karl-Heinz Rummenigge. Sie waren zwei Jahre lang Mannschaftskollegen in Genf.
Favre: „Ja, das stimmt. Er war von 1987 bis 1989 bei Servette und wir haben fast die ganze Zeit über im Trainingslager ein Zimmer geteilt.“

fcbayern.de: Wie war es, mit Karl-Heinz Rummenigge, damals einer der Toptorjäger Europas, auf dem Zimmer zu liegen?
Favre: „Wir haben uns gut verstanden. Es war fantastisch, so einen Weltklassespieler bei uns in Genf zu haben. Ich habe die Zeit in sehr guter Erinnerung und wir haben auch heute noch Kontakt, wenn auch nicht sehr eng.“

fcbayern.de: Gibt es eine Anekdote, die Sie aus der damaligen Zeit erzählen können?
Favre: „Oh ja, da gibt es sogar sehr viele. Aber die sind nicht zum Erzählen.(lacht)

fcbayern.de: Sie waren Spielmacher, Karl-Heinz Rummenigge Stürmer. Wie viele Tore haben Sie ihm aufgelegt?
Favre: „Er hat unglaublich viele Tore für uns geschossen, manchmal auch drei in einem Spiel. Er war ein Weltklassestürmer und hat unserer Mannschaft sehr geholfen. Einen Titel haben wir in der Zeit aber leider trotzdem nicht gewonnen.“

fcbayern.de: Am Samstag in der Allianz Arena wird vor allem Ihre Defensive gefordert sein. Bayern gegen Gladbach ist aktuell das Duell der besten Offensive gegen die schlechteste Defensive der Liga. Wie wollen Sie da punkten?
Favre: „Diese Statistiken interessieren mich nicht. Wir haben in den letzten fünf Spielen nur fünf Gegentore kassiert, das spricht nicht dafür, dass wir die schlechteste Defensive der Liga haben. Natürlich hat Bayern gerade offensiv unglaublich viel Qualität. Darauf müssen wir uns vorbereiten.“

fcbayern.de: Sie sitzen am Samstag erst zum sechsten Mal auf der Gladbacher Trainerbank. Kam Ihnen da die Länderspielpause wie gerufen, um mit Ihrer Mannschaft arbeiten zu können?
Favre: „Wenn man wie ich jetzt in Gladbach zu einem späten Zeitpunkt einer Saison eine Mannschaft übernimmt, dann bleibt einem nicht viel Zeit. Man muss sehr präzise arbeiten und seine Idee vom Spiel schnell auf den Platz bringen. Das ist nicht einfach. Insofern war die Länderspielpause wirklich ganz gut, denn wir konnten intensiv und konzentriert arbeiten.“

fcbayern.de: Die Borussia hat aus fünf Spielen unter Ihrer Leitung schon sieben Punkte geholt. Wie gut fühlen Sie sich schon angekommen in Gladbach?
Favre: „Ich habe einen guten Eindruck vom Verein und die Spieler ziehen im Training sehr gut mit. Wir haben unsere ersten beiden Heimspiele gegen Schalke und Hoffenheim gewonnen und in Bremen einen Punkt geholt. Das war o.k.“

fcbayern.de: Vor der Länderspielpause kassierten Sie eine 0:1-Niederlage gegen Kaiserslautern. Wie hat Ihre Mannschaft diesen Dämpfer im Abstiegskampf verdaut?
Favre: „Diese Niederlage hat alle sehr enttäuscht. Es wurde vorher zu viel davon gesprochen, dass wir unbedingt gewinnen müssen. Das war nicht gut für die Mannschaft. Trotzdem ist es noch immer möglich, den Abstieg zu vermeiden.“

fcbayern.de: Auch gegen Wolfsburg ging die Borussia unter Ihrer Leitung in einem Abstiegsduell als Verlierer vom Platz - tut sich Ihre Mannschaft vielleicht leichter, wenn sie gegen ein Team aus oberen Tabellenregionen antritt?
Favre: „Wir haben Probleme, wenn wir das Spiel machen müssen, aber das geht auch anderen Mannschaften, die dort unten stehen, so.“

fcbayern.de: Fünf Punkte beträgt aktuell der Rückstand der Borussia auf einen Relegationsplatz. Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass der Klub die Klasse noch halten kann?
Favre: „Jeder kann die Tabelle lesen und natürlich wissen auch wir, dass es sehr schwer wird. Andererseits kann es im Fußball manchmal ganz schnell gehen. Es ist nicht unmöglich, in sieben Spielen fünf Punkte aufzuholen.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl

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