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Endlich Dritter!

FCB hat CL-Quali in der eigenen Hand

Nach dem Schlusspfiff ließen einige Bayern-Spieler die Hüllen fallen. Mit entblößtem Oberkörper schritten Franck Ribéry, Luiz Gustavo und Mario Gomez über den Platz Richtung Fankurve, doch diese Szene war wohl eher den fast schon sommerlichen Temperaturen an diesem wunderschönen Tag in München geschuldet. Denn trotz des Vorrückens auf den dritten Platz und damit der Chance, wieder aus eigenen Kräften die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation zu erreichen, wollte nach diesem Spiel kaum einer beim Rekordmeister die Muskeln spielen lassen.

„Im Moment ist Platz zwei nicht realistisch“, sagte Matchwinner Arjen Robben nach dem knappen 1:0-Erfolg gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach, der dank der Dortmunder Schützenhilfe gegen Hannover trotzdem das Prädikat „besonders wertvoll“ trug. „Es war ein eminent wichtiger Sieg für den gesamten Verein“, sagte ein erleichterter Christian Nerlinger.

Obwohl die Mannschaft von Louis van Gaal erstmals in dieser Saison drei Spiele in Folge gewinnen konnte, ließ sich auch der Sportdirektor des FCB zu keiner Kampfansage gegen den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen mit dem zukünftigen Bayern-Coach Jupp Heynckes hinreißen. „Leverkusen ist sieben Punkte voraus. Die machen einen stabilen Eindruck, da muss schon viel passieren“, meinte Nerlinger und betonte: „Wir müssen diesen dritten Platz auf jeden Fall halten.“

Erst in der 77. Minute hatte Robben gegen Gladbach die Bayern-Fans unter den 69.000 in der ausverkauften Allianz Arena erlöst. Gerade im ersten Abschnitt war der Van-Gaal-Truppe in der Offensive nicht viel gelungen. „Es war ein Arbeitssieg, denn wir haben einfach nicht gut gespielt. Aber dann muss man Charakter zeigen“, meinte Robben. „Wir haben nicht unser bestes Spiel abgeliefert, aber wir haben in der zweiten Halbzeit alles getan um zu gewinnen“, lobte Van Gaal die Moral seiner Mannschaft.

Keine Lust auf die Europa League

Auch Kapitän Philipp Lahm sprach von einem „Arbeitssieg“ und einer gelösten Pflichtaufgabe gegen die schlechteste Defensive der Liga. „Mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, sind wir nicht zufrieden. Zwar haben wir nichts zugelassen, aber nach vorne ging auch so gut wie gar nichts.“ Doch letztendlich zählte für Lahm nur das Resultat: „Das Spiel war nicht berauschend, aber in unsere Situation zählen nur die drei Punkte.“

„Wenn wir noch sechs Spiele auf so eine Weise gewinnen, unterschreibe ich das sofort“, meinte Robben. Im Zusammenspiel mit Franck Ribéry, seinem Pendant auf dem linken Flügel, hatte der Niederländer seinen neunten Saisontreffer erzielt. „Nun müssen wir die letzten sechs Spiele gewinnen, damit wir in die Champions League kommen. Alles andere wäre eine Katastrophe für den Verein“, machte Ribéry einmal mehr die Unlust aller Bayern auf die Europa League deutlich.

Schon zwei Mal erfolgreich in der CL-Quali

Zumindest die Playoff-Spiele für die Königsklase haben die Münchner nun wieder in der eigenen Hand. Schon zwei Mal nutzte man diese Möglichkeit, jeweils gegen Clubs aus Belgrad. Gegen FK Obilic setzten sich die Münchner in der Saison 1998/99 mit 4:0 und 1:1 durch. Gegen Partizan Belgrad gewannen die Bayern in der Spielzeit 2002/03 mit 3:0 und 3:1.

„Wichtig war es, jetzt mal Hannover zu überholen. Jetzt sind wir auf Platz drei, den wollen wir nicht mehr hergeben“, sagte Gomez, der optimistisch der nächsten Aufgabe am kommenden Spieltag beim 1. FC Nürnberg entgegenblickt: „Wir müssen uns steigern, aber ich bin überzeugt, dass wir dort gewinnen werden.“ Wie würde am Ende allen beim FC Bayern wieder egal sein.

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