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Abstieg als neue Chance

FCB II baut vermehrt auf eigene Talente

Nun ist es also amtlich: Nach 38 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zur 3. Liga steigt die zweite Mannschaft des FC Bayern am Ende der laufenden Saison in die Regionalliga Süd ab. Die 0:2-Niederlage am 35. Spieltag bei Rot-Weiß Erfurt besiegelte den ersten Abstieg der FCB-Reserve seit 1971, damals ging es aus der Bayernliga runter in die Landesliga Süd.

Das Abrutschen in die Viertklassigkeit hatte sich in den letzten Wochen bereits angebahnt. Nach dem etwas überraschenden 1:0-Erfolg gegen den Aufstiegsaspiranten Kickers Offenbach Anfang März folgte eine Serie von inzwischen neun sieglosen Spielen in Folge, in denen die Akteure von Hermann Gerland und Rainer Ulrich lediglich einen einzigen Treffer erzielten.

Teilerfolg gegen Aufsteiger Rostock

„Wir müssen jetzt versuchen, die letzten Spiele mit Anstand über die Bühne zu bringen“, hatte Ulrich vor dem Saisonfinale gefordert, bei dem die U23 des FC Bayern mit einem 0:0 gegen den als Aufsteiger feststehenden FC Hansa Rostock am vergangenen Wochenende immerhin wieder einen Teilerfolg verbuchen konnte.

Bei den Verantwortlichen des FC Bayern II laufen vor den letzten drei Spieltagen in Liga drei die Planungen für die bevorstehende Spielzeit bereits auf Hochtouren. Dabei ist bei aller sportlichen Enttäuschung klar: Der Abstieg in die Regionalliga Süd ist für die kleinen Bayern alles andere als ein Weltuntergansszenario, im Gegenteil.

Sofortiger Wiederaufstieg nicht das primäre Ziel

„Wir wollen uns konsolidieren, die Jugend wieder in den Vordergrund stellen und in der Regionalliga eine gute Rolle spielen“, sagte junior-team-Leiter Werner Kern fcbayern.de im Hinblick auf die kommende Saison. „Uns geht es in erster Linie darum, dass wir eine entwicklungsfähige Mannschaft bekommen, die sich über die Regionalliga entwickeln kann“, so Kern, „diesen Weg haben wir in letzter Zeit etwas verloren“. Dabei sei man „nicht unbedingt darauf aus, mit aller Macht den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen.“

In der laufenden Saison habe der FC Bayern II „ein bisschen seine Identität verloren“, wie Kern erläuterte. Die Gründe hierfür seien vielfältig: Die Doppelfunktion von Trainer Gerland, der auch noch als Co-Trainer bei der Profi-Mannschaft fungierte. Keine ideale Saisonvorbereitung im letzten Sommer, da viele Spieler der zweiten Mannschaft - bedingt durch die WM-Urlauber - zwischen Profi- und Amateurteam pendeln mussten. Sowie eine fast schon beängstigende Verletzungsmisere, die sich über die U23 und die U19 bis in die U17 auswirkte.

Jonker soll den Umbruch einleiten

Deniz Yilmaz und Saer Sene, die in der Vorsaison 24 Treffer erzielten, fielen in diesem Jahr entweder durchgehend (Sene) oder über weite Strecken (Yilmaz) aus. Mit Mehmet Ekici (12) verließ ein weiterer Top-Torschütze und -Vorbereiter vor Saisonbeginn den Verein. Hinzu kamen während der Saison die Abgänge von David Alaba, Maximilian Haas oder Christoph Knasmüllner. Kapitän und Routinier Danny Schwarz verletzte sich Ende November und hat seitdem kein Spiel mehr bestritten. Kern: „Wir konnten das beim besten Willen nicht auffangen.“

Doch das soll sich im nächsten Jahr ändern. Andries Jonker wird künftig die sportliche Leitung der zweiten Mannschaft übernehmen. Gemeinsam mit Rainer Ulrich und Gerd Müller soll der Niederländer den Umbruch bei der FCB-Reserve einleiten. Gerland rückt komplett in den Stab des neuen Profi-Trainers Jupp Heynckes auf, eine erneute Doppelfunktion wird es nicht geben. „Wir müssen einen Schnitt machen“, so Kern, der mit „mindestens 12 Abgängen“ aus dem aktuellen Kader rechnet.

Fünf Abgänge stehen bereits fest

Fest stehen bislang die Wechsel von Deniz Yilmaz, Ivan Cosic, Nazif Hajdarovic sowie von Taygun Kuru und Stefan Schürf. Kern: „Diese werden wir durch junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ersetzen.“ Der eine oder andere externe Neuzugang, vor allem im Offensivbereich, soll den neuen Kader vervollständigen und die Weichen für die Zukunft stellen. Mittelfristig ist die Rückkehr in die 3. Liga das anvisierte Ziel. „Das geht nur, wenn wir eine junge Mannschaft aufbauen und in erster Linie auf die eigenen Spieler setzen“, sagte Kern.

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