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Stimmen zum Leverkusen-Spiel

'Mit großem Herz und unglaublichem Willen'

Was für ein Start für Andries Jonker! In seinem ersten Spiel als Chefcoach gewann der FC Bayern mit 5:1 (4:0) gegen Bayer 04 Leverkusen. Nach dem Schlusspfiff war Jonker natürlich hochzufrieden mit seiner Mannschaft, deren „großes Herz und unglaublichen Einsatzwillen“ er hervorhob. Dreifach-Torschütze Mario Gomez sagte: „Wir hatten eine schwierige Woche im Verein. Es gab viel Trubel und es wurde viel von außen hineingetragen. Wir haben die Antwort heute auf dem Platz gegeben.“ Und in der Tabelle machten die Bayern einen wichtigen Schritt nach vorne auf Platz drei. „Jetzt sind wir vor Hannover, der Druck liegt bei Hannover“, sagte Jonker, „unsere Aufgabe ist es, die vier verbleibenden Spiele zu gewinnen.“

Die Stimmen im Überblick:

Andries Jonker: „Wir haben eine Analyse gemacht und die Entscheidung getroffen, dass das Spiel ab dem Mittelfeld entschieden wird. Dort müssen wir den Kampf gewinnen. Meine Spieler haben das sehr gut verstanden. Vor allem in der ersten Halbzeit haben sie mit großem Herz und unglaublichem Einsatzwillen diesen Kampf angenommen und viele Bälle gewonnen. Wenn du dann früh 1:0 in Führung gehst, kannst du Konter spielen. Das haben wir hervorragend gemacht. 4:0 zur Halbzeit, da weiß man, dass es schwierig wird, dieselbe Leistung in der zweiten Halbzeit zu bringen. Die Konzentration ist weg. Das Tor für Leverkusen war verdient. Aber ich war froh, dass wir dann noch ein Tor geschossen haben. Jetzt sind wir vor Hannover, der Druck liegt bei Hannover. Unsere Aufgabe ist es, die vier verbleibenden Spiele zu gewinnen. Dafür werden wir alles tun - so wie wir es auch heute gemacht haben.“

Philipp Lahm: „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt. Wir sind durch eine Standardsituation in Führung gegangen, das ist uns in letzter Zeit nicht so oft gelungen. Heute haben alle elf Spieler sensationell in der Defensive gearbeitet. Leverkusen hat sicherlich nicht den besten Tag erwischt, aber wir haben einen sehr, sehr guten erwischt. So kommt ein 4:0 zur Halbzeit zustande. Platz drei wollen wir nun nicht mehr hergeben. Nächste Woche haben wir ein schweres Spiel in Frankfurt. Wir müssen hart arbeiten und genauso arbeiten wie heute, dann bin ich sicher, dass wir Rang drei verteidigen. Wir müssen unsere Spiele gewinnen, dann werden wir Dritter. Und falls noch was gehen sollte in Sachen Platz zwei, nehmen wir das dankend an. Aber ich glaube daran nicht mehr wirklich.“

Mario Gomez: „Es ist schön, dass ich drei Treffer erzielt habe. Es war verdammt wichtig. In der Halbzeit war das Spiel gelaufen. Wir hatten eine schwierige Woche im Verein. Es gab viel Trubel und es wurde viel von außen hineingetragen. Wir haben die Antwort heute auf dem Platz gegeben. Die Mannschaft war vorher intakt und ist es jetzt immer noch. Nicht nur, dass wir fünf Tore erzielt haben, sondern auch die Aggressivität in den ersten 45 Minuten war unglaublich. Jeder Spieler hat nach vorne verteidigt. Die Leverkusener wussten nicht, wie sie damit umgehen sollen. Heute haben wir den Tick mehr als der Gegner gehabt. Wir wollten für Andries, der schon in den letzten zwei Jahren hervorragende Arbeit geleistet hat, einen gelungenen Einstieg schaffen, aber auch für uns selber. Wir haben noch vier Spiele, die wir gewinnen müssen, um unser letztes Ziel zu erreichen.“

Rudi Völler (Sportdirektor Leverkusen): „Die ersten beiden Tore waren Geschenke von uns. Das darf uns nicht passieren und dann haben wir vielleicht in der ersten Hälfte einen Tick zu offensiv gespielt. Man muss auch sagen, dass jeder Schuss ein Treffer war. Das ist manchmal so im Fußball. Da müssen wir nun durch. Es war leider nicht das große Spiel, der große Fight, den wir liefern wollten, weil das Spiel schon nach 45 Minuten entschieden war. Aber wir sind unter Wert geschlagen worden. Dass wir eine fußballerisch gute Mannschaft haben, hat man auch heute teilweise gesehen. Jetzt heißt zwei Tage Wunden lecken und dann die sieben Punkte holen, damit wir den zweiten Platz sicher haben.“

Jupp Heynckes (Leverkusen-Trainer): „Man muss es neidlos anerkennen. Bayern München war klar besser und hat verdient gewonnen. Meine Mannschaft hat in keiner Phase des Spiels ihr wahres Leistungsvermögen gezeigt. Für mich ist das unverständlich. Wenn man nach sieben Minuten zurückliegt gegen Bayern München, muss man defensiv diszipliniert spielen. Man muss die Räume enger machen, man muss das Spielfeld kleiner machen, wenn der Gegner in Ballbesitz ist. Das haben wir alles nicht gemacht. Beim zweiten und dritten Tor haben wir Bayern tatkräftig unterstützt, beim vierten waren wir offen. Da braucht man sich nicht wundern, dass man zur Pause 0:4 zurückliegt. Und dann ist es natürlich wahnsinnig schwierig, ein Spiel zu drehen. Auch wenn wir in der zweiten Halbzeit etwas klarer und etwas besser gespielt haben. Insgesamt war es eine enttäuschende Leistung. Für meine Spieler war es deprimierend, hier 1:5 zu verlieren. Wir hatten Ambitionen, das Spiel zu gewinnen und den zweiten Tabellenplatz zu festigen. Nichtsdestotrotz haben wir noch vier Spieltage, um das zu verwirklichen.“

Simon Rolfes (Kapitän Leverkusen): „Mein Eigentor war ein ungünstiger Auftakt. Mit dem zweiten Tor haben wir die Bayern stark gemacht. Wir haben versucht, zu sehr nach vorne zu spielen. Wir hätten kompakter stehen müssen, damit wir nicht in die Konter laufen und zumindest nur mit einem 0:2 in die Pause gehen. Dann hätten wir uns in der Halbzeit sammeln und versuchen können, das Ding noch zu drehen. Das ist aber bis zu Halbzeit voll in die Hose gegangen. Wir haben unser Spiel nicht aufziehen können. Den Platz zwei werden wir verteidigen. Nach oben geht wohl nichts mehr.“

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