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'Beschämt, bestürzt, entsetzt'

Überwältigender Zuspruch für Uli Hoeneß

Am Rande des Heimspiels des FC Bayern am vergangenen Samstag gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) haben einige Wenige in der Südkurve der Allianz Arena eine Protestaktion gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß initiiert. Die Schmähungen und Beleidigungen gegen den langjährigen FCB-Manager haben beim Großteil der Bayern-Fans sowie Persönlichkeiten aus dem Fußball für großes Unverständnis gesorgt. Sogar eine eigene Facebook-Seite Gegengerade für Uli Hoeneß wurde ins Leben gerufen.

Seit den Ereignissen am Wochenende erreichten den Rekordmeister unzählige Anrufe, Faxe, Briefe und Emails besorgter FCB-Fans, die sich von diesen Geschehnissen „geschockt“ zeigten und sich in aller Deutlichkeit von diesen distanzierten. Aber nicht nur unter den Anhängern des FC Bayern, auch in der deutschen Fußballszene sorgten diese Anfeindungen für Bestürzung. fcbayern.de hat sich umgehört und einige dieser Reaktionen gesammelt.

Das sagt die Fußball-Szene

Dr. Theo Zwanziger (Präsident Deutscher Fußball-Bund)
„Uli Hoeneß hat als Spieler und danach in anderen Funktionen sehr viel für den FC Bayern München und den Fußball in Deutschland getan. Vor allem, was viele nicht wissen, auch im sozialen Bereich. Dass er nun wegen einiger Entscheidungen oder Äußerungen von den eigenen so genannten Fans in einer unsachlichen und respektlosen Art öffentlich diskreditiert wird, kann ich nicht nachvollziehen. Parolen und Spruchbänder, wie sie am Samstag zu lesen waren, sind absolut nicht tolerierbar.“

Dr. Reinhard Rauball (Präsident des Ligaverbandes):
„Die Fanaktion vom vergangenen Wochenende und die Angriffe auf Uli Hoeneß haben mich sehr bestürzt. Uli Hoeneß hat sehr, sehr viel für den FC Bayern geleistet, da gibt es keinen Zweifel, und das sollte so auch von den Fans des Vereins anerkannt werden, was für meine Begriffe von mindestens 98 Prozent der Fans der Fall ist. Fakt ist, dass es sich hier um eine kleine Minderheit handelt, die aber versucht, die Aufmerksamkeit zu erhalten, als sei sie die Mehrheit der Fans. Ich glaube, dass die Form des Umgangs eine neue Dimension darstellt, das können wir aus Sicht des Ligaverbandes nicht akzeptieren. Respekt und Fairplay sind Faktoren, die maßgebend sind auf dem Rasen, die gelten aber ebenso im Umfeld eines solchen Spiels und sollten auch von den Fans vorgelebt werden.“

Günter Netzer (ehem. Nationalspieler und Medienunternehmer):
„Ich war total entsetzt darüber, in welcher Art und Weise die Fans sich erlauben, mit Uli Hoeneß umzugehen. Dem sie, wenn sie nicht unter Gedächtnisschwund leiden, alles zu verdanken haben, was den FC Bayern betrifft. Man geht nicht so mit einem Menschen um, der solche Verdienste um einen Klub hat, den man liebt. Ich betrachte das als eine große Unverschämtheit. Aber ich sage schon seit vielen Jahren, dass gewisse Gruppierungen glauben, dass sie sich mit dem Kauf einer Eintrittskarte alle Rechte erworben haben. Spieler zu diffamieren, rassistische Äußerungen von sich zu geben, mit Gegenständen zu werfen und all diese Dinge, von denen sie glauben, dass das ein Fan tut. Aber dieses Recht haben sie nicht, genauso wenig wie das Recht, Vereinspolitik zu machen. Gott sei Dank ist das aber nicht die Mehrheit, die solche Aktionen plant. Aber man muss aufpassen, dass man das im Griff behält.“

Uwe Seeler (DFB-Ehrenspielführer):
„Ich bin sehr überrascht, dass es im Moment allgemein im deutschen Fußball sehr unruhig ist. Man sieht das auch am Becherwurf in St. Pauli, dass Fans oder Zuschauer Einfluss nehmen wollen auf die Geschicke eines Vereins. Das halte ich für sehr bedenklich, zumal man ja gerade bei Uli Hoeneß weiß, was der FC Bayern ihm zu verdanken hat und welches Herz er für diesen Klub hat. Ich glaube, er hat die richtige Einstellung und weiß schon, was er tut, und da sollten sich Zuschauer und Fans raushalten. Ich glaube, wir sollten gewarnt sein und ein bisschen aufpassen, dass da keine Dauergeschichten draus werden. Das wäre für unseren Fußball sehr schade.“

Franz Beckenbauer (Ehrenpräsident FC Bayern):
„So kann man nicht mit Uli Hoeneß umgehen, der Bayern seit Jahrzehnten auf Erfolgskurs hält. Das darf sich der Verein nicht gefallen lassen!“

Dr. Edmund Stoiber (Vorsitzender des FCB-Verwaltungsbeirats):
„Unmöglich, wie hier mit Uli Hoeneß umgegangen wird. Er zeigt das nicht, aber das geht ihm unter die Haut.“

Philipp Lahm (Kapitän FC Bayern):
„Für uns Spieler ist es sehr irritierend, wenn im Stadion Politik betrieben wird. Wir Spieler kennen es, dass Fans ins Stadion gehen, die Mannschaft anfeuern und pfeifen, wenn es nicht gut läuft. Das gehört dazu, sie beurteilen unsere Leistung auf dem Platz. Dass dann eine kleine Gruppe Politik betreiben will, gehört nicht ins Stadion. Uli Hoeneß hat in der Bundesliga den Job des Managers eingeführt und geprägt. Er steht seit drei Jahrzehnten an der Spitze eines europäischen Topvereins. Er sieht den FCB als eine große Familie und möchte daher, dass alle gut miteinander auskommen. Gerade deshalb treffen ihn diese Aussagen umso mehr.“

Bastian Schweinsteiger:
„Uli Hoeneß hat so viel für den FC Bayern getan, er lebt diesen Verein und seine Philosophie wie kein anderer. Es ist für mich unverständlich, dass die Fans gerade gegen ihn Stimmung gemacht haben. Der FC Bayern muss eine Einheit sein, dazu gehören auch die Fans. Nur wenn wir alle zusammenhalten, können wir auch in Zukunft unsere Ziele erreichen und Erfolg haben. Denn es gibt immer mal wieder Spiele, in denen die Mannschaft nicht ihren besten Tag erwischt - gerade dann ist die Unterstützung unserer Anhänger umso wichtiger, und nicht nur dann, wenn wir ohnehin gut spielen. Wir alle wollen eine tolle Stimmung in der Allianz Arena. Das geht aber nur, wenn die Fans geschlossen hinter uns stehen und unser zwölfter Mann sind.“

Herbert Hainer (Vorstandsvorsitzender adidas AG
„Liebe Freunde des FC Bayern, das letzte Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach wurde von vermeintlichen Fans als Bühne für eine persönliche Diffamierungskampagne gegen Präsident Uli Hoeneß benutzt. Ich war tief betroffen darüber, wie die Person, die in den zurückliegenden Jahren an vorderster Front die Interessen des Clubs vertreten und Tag und Nacht den Erfolg des Vereins im Auge hatte, auf diese Art und an dieser Stelle in der Öffentlichkeit angegriffen wurde. Ein Angriff der nicht nur inhaltlich völlig haltlos war, sondern auch die Grenzen des fairen Umgangs miteinander in einer Situation unterschiedlicher Auffassungen weit überschritt. Ich kenne Uli Hoeneß seit 20 Jahren - schätze, respektiere und mag ihn aus vielen Gründen. Insbesondere aber auch dafür, was er für den FC Bayern geleistet hat. Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass ihm dieser Respekt von allen entgegengebracht wird, denen dieser Verein am Herzen liegt.“

Das sagen die Fans

Bernd Hoffmann, 1. Vorsitzender Fanclub Nabburg/Oberpfalz (2785 Mitglieder):
„Ich begleite den FC Bayern nun seit über 35 Jahren und wir alle in unserem Fanclub sind große Uli-Hoeneß-Fans. Wir stehen total hinter ihm und verurteilen in aller Deutlichkeit, was da passiert ist. Wir können diese Art und Weise der übelsten Beleidigungen und Verleumdungen schon lange nicht mehr gutheißen und betonen ausdrücklich, dass wir damit nichts zu tun haben. Ich habe Uli Hoeneß immer als integeren Mann kennengelernt, der klare Worte spricht. Ihm ist es zu verdanken, dass der FC Bayern da steht, wo er jetzt ist. Ich habe mich mit vielen Fanclub-Vorsitzenden hier im Umkreis unterhalten, und sie vertreten alle die gleiche Meinung.“

Gerhard Stadler, 1. Vorstand Fanclub Floss e.V.(2310 Mitglieder):
„Ich bin beschämt über die Aktionen beim letzten Heimspiel. Meine Leute und ich empfinden es als Witz hoch drei, was sich da manche Fans rausgenommen haben. Das ist wirklich der Gipfel! Uli Hoeneß war immer schon sehr offen für die Anliegen der Fans, großzügig und aufgeschlossen hat er sich um unsere Belange gekümmert. Von daher habe ich überhaupt kein Verständnis für diese Aktionen, die, das möchte ich betonen, von einer Minderheit durchgeführt wurden, und wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit davon.“

Stefan I. (per Email)
„Es ist für uns alle unerklärlich, wie ein paar wenige "Bayern-Anhänger" am vergangenen Samstag in der Allianz-Arena auf Herrn Hoeneß reagierten. Dies repräsentiert in keinster Weise die Meinung der Bayern-Anhängerschaft. Wir möchten uns solidarisch mit Uli Hoeneß erklären - mit dem größtmöglichen Respekt, für alles was Herr Hoeneß für diesen Verein gleistet hat und hoffentlich noch weiter leisten wird. Ohne Uli Hoeneß kein FCB. Herzliche Grüße aus Hessen - mit der Stimme von hunderten Bayern-Fans.

Thomas R. (per Email)
„Wir bedauern zu tiefst, was sich einige am Samstag zum wiederholten Male geleistet haben. Das Vorgehen einiger Gruppen im Stadion ist mehr als peinlich, und eine Schande für alle wahren Fans des FC Bayern. Wir möchten uns ausdrücklich von diesem Verhalten und dieser Meinung distanzieren. Lieber Herr Hoeneß, Sie leisten seit mehr als 30 Jahren hervorragende Arbeit für "unseren" FC Bayern. Wir können uns mehr als glücklich schätzen einen so kompetenten und engagierten Mann an der Spitze unseres Vereins zu haben. Sie geben niemals auf, und haben das Herz am rechten Fleck. Lassen Sie sich von ein paar wenigen, die nur leider immer am lautesten schreien, nicht demotivieren. Machen Sie so weiter wie bisher, denn in erster Linie waren es Sie, der den FC Bayern zu dem gemacht hat, was er heute ist, und darauf können Sie zu Recht stolz sein. Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre weitere Arbeit! "Kopf hoch"

Jochen B. (per Email)
„Als langjähriger, treuer Bayern-Fan möchte ich mich ausdrücklich von den Fanprotesten einiger weniger Bayern-Anhänger am letzten Spieltag gegen Gladbach distanzieren. Weder die Form noch der Inhalt der Kritik waren angebracht. Diese Fan-Gruppierung spiegelt in keinster Weise die Meinung der Bayern-Fans wieder. Wir sind Herrn Hoeneß sehr dankbar für Alles, was er für diesen Verein leistet und geleistet hat und unterstützen ihn und die gesamte Vereinsführung auf ganzer Linie. Andere Meinungen sind natürlich erlaubt, sollten aber nicht auf diese Weise geäußert werden!“

Kenneth S. (per Email)
„Sehr geehrter Herr Hoeneß, ich als HSV-Fan seit Kindesbeinen an, denke das was Sie erlebt haben in den letzten Tagen ist Ihnen nicht würdig. (…) Das, was dort passiert ist geht zu weit, auch für mich als HSV-Fan. Viele Leute, die dort aufgesprungen sind, sollten nachdenken, was Sie geleistet haben für den Verein. Wenn ich unsere Situation sehe, wünsche ich wir hätten Sie bei uns mit dem wirtschaftlichen und sportlichen Knowhow. Ich hoffe, die Personen kommen zur Vernunft und erkennen, was Sie an Ihnen haben und was der Verein Ihnen zu verdanken hat. Viele Clubs wären froh, jemanden wie Sie zu haben.“

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