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Schalke zum Dritten

'Wir müssen den Sieg erzwingen'

Vierter, Dritter, Vierter, Dritter, Vierter… Wenn Fußball logisch wäre, dann stünde der FC Bayern am Samstag gegen 20.15 Uhr automatisch in der Tabelle wieder dort, wo er hin will: auf Platz drei. Und am Saisonende übrigens auch. Doch auf die Logik der vergangenen fünf Spieltage können und wollen sich die Münchner im Saison-Endspurt nicht verlassen. In den verbleibenden drei Spielen müsse man „alles in die Waagschale werfen“, nahm Karl-Heinz Rummenigge die Mannschaft in die Pflicht. „In jedem Interview, das unsere Spieler geben, wird seit Wochen kundgetan, dass keiner Lust auf die Europa League hat und alle in der kommenden Saison unbedingt in der Champions League spielen wollen. Ich sehe die Mannschaft jetzt in der Verantwortung, dieses Ziel dann auch zu erreichen.“

Am Samstag geht das Fernduell mit Hannover 96 um Platz drei in die nächste Runde. Die Niedersachsen liegen im Moment einen Punkt vor dem FCB und spielen am Nachmittag gegen Mönchengladbach, am Abend (18.30 Uhr, live im Ticker und im FCB.tv-Webradio) empfangen die Bayern in der Allianz Arena den FC Schalke 04. „Es kann sein, dass Hannover Punkte liegen lässt“, meinte Philipp Lahm, „aber es nützt alles nichts, wenn wir unsere Spiele nicht gewinnen. Wir müssen auf uns schauen.“

Daran habe sich auch durch das 1:1 in Frankfurt nichts geändert, merkte Andries Jonker an. „Die Aufgabe bleibt dieselbe. Wir müssen unsere Spiele gewinnen.“ Nach den Trainingseindrücken ist der FCB-Chefcoach zuversichtlich, dass dies gegen Schalke gelingt. „Es ist Leben und Feuer in der Mannschaft. Die Spieler trainieren mit unglaublicher Begeisterung, man braucht sie nicht anfeuern und motivieren. Es ist wichtig, dass wir das auch im Spiel umsetzen.“

So wie vor zwei Wochen beim 5:1 gegen Leverkusen. „Unbedingten Siegeswillen“ forderte Bastian Schweinsteiger von seinen Teamkollegen gegen Schalke. „Das müssen wir von der ersten Sekunde an vermitteln. Wir müssen den Sieg erzwingen.“ Dabei fehlt den Bayern Luiz Gustavo (5. Gelbe), dafür kehrt Arjen Robben nach abgesessener Rot-Sperre in die Mannschaft zurück.

Stars in der Pflicht

Der Holländer soll gegen Schalke gleich wieder eine Hauptrolle spielen. „Er ist ein Weltklassespieler“, sagte Jonker, „jetzt muss er da sein, jetzt ist er gefragt.“ So wie unter der Woche Wayne Rooney und Lionel Messi im Champions-League-Halbfinale. „Es ist ein Kennzeichen von Stars, dass sie in wichtigen Momenten da sind“, erklärte der FCB-Chefcoach, der aber nicht nur von Robben, sondern von der ganzen Mannschaft entscheidende Impulse erwartet. „Wir haben eine Ansammlung von Stars. Jetzt ist der Moment gekommen, dass sie zeigen müssen, was sie drauf haben.“

Apropos Champions League. Dort waren auch die Schalker am Dienstag im Einsatz. 0:2 verloren sie ihr Halbfinal-Hinspiel gegen Manchester United, am kommenden Mittwoch steigt das Rückspiel in Old Trafford. Ob das die Gelsenkirchener in der Allianz Arena beeinflusst? Vielleicht ein bisschen, meinte Jonker, der jedoch darauf hinwies, dass Bayern gegen Schalke „ein besonderes Spiel“ ist. „Ich bin mir sicher, dass jeder Schalker in der Allianz Arena sein Bestes zeigen will. Ich erwarte, dass sie hochmotiviert sein werden. Es ist aber auch nicht einfach, das zwischen Manchester-Hinspiel und Manchester-Rückspiel umzusetzen.“

Offene Rechnung

S04-Trainer Ralf Rangnick forderte seine Mannschaft auf, sich in München „das Selbstvertrauen für die Aufgabe in Manchester zu erarbeiten. Wir wollen gut spielen und etwas Zählbares mitnehmen.“ Zweimal haben die Königsblauen den FCB in dieser Saison schon besiegt (2:0 in der Bundesliga-Hinrunde, 1:0 im DFB-Pokal-Halbfinale), beide Male hielten sie sich mit Glück und Geschick hinten schadlos und nutzten vorne eine ihrer wenigen Chancen.

An der defensiven Grundausrichtung der Gelsenkirchener werde sich auch diesmal nichts ändern, glauben die Bayern. „Schalke wird nicht unbedingt ein Offensivspektakel zeigen, sondern eher auf Konter und Standardsituationen lauern. Da sind sie stark“, sagte Schweinsteiger. Die offene Rechnung mit den Knappen spiele am Samstag kaum eine Rolle, erklärte der FCB-Vizekapitän. „Die Situation in der Bundesliga ist wichtiger als eine Revanche.“


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