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5 Spiele für Platz 3

'Zusammen erreichen wir die Champions League'

Auf dem Platz hat ihn die neue Chefrolle nicht verändert. Andries Jonker erklärte am Montag die Übungen im Vormittags des FC Bayern, er korrigierte und lobte - so wie er es schon unzählige Male zuvor getan hatte, als er noch Assistent von Louis van Gaal war. Doch seit Sonntag ist der 48-Jährige selbst Chefcoach des FC Bayern. „Das Gefühl ist nicht anders“, sagte er nach seiner inzwischen zweiten Trainingseinheit in neuer Rolle.

Außerhalb des Platzes gibt es dann aber doch Neues zu erleben für Jonker. Zum Beispiel Pressegespräche. Am Montagmittag trat er erstmals als FCB-Cheftrainer vor die Medien und gab einleitend ein Statement ab, in dem er die Ereignisse seit dem Hannover-Spiel Anfang März Revue passieren ließ. Damals habe er vom FC Bayern das Angebot erhalten, in der nächsten Saison die zweite Mannschaft zu übernehmen. Letzten Donnerstag habe er dazu „Ja“ gesagt. Doch Samstagabend musste er schon über das nächste Angebot nachdenken. Er soll die Profis in den letzten fünf Saisonspielen betreuen.

„Es war eine schwierige Frage für mich, weil ich eine sehr starke Relation zu Louis van Gaal habe“, gab Jonker Einblick in seine Gedanken. Lange Jahre hatte Jonker mit Van Gaal zusammengearbeitet. Erst bei Ajax Amsterdam, dann im holländischen Fußballverband, dann in Barcelona, dann beim FC Bayern. Sollte er jetzt Van Gaal beim FC Bayern beerben?

Telefonate mit Van Gaal

Die Entscheidung fiel schließlich nach zwei Telefonaten mit Van Gaal. „Beim zweiten Gespräch hat er mir gesagt: Wenn er in meinen Schuhen stecken würde, würde er den Job übernehmen“, erzählte Jonker, „diese Aussage von ihm war sehr wichtig für mich. Danach habe ich mich entschieden, den Auftrag des FC Bayern zu übernehmen.“

Und der lautete: Champions League! „Wir müssen am Ende diesen dritten Platz haben“, weiß Jonker, der in seiner Heimat beim FC Volendam, dem MVV Maastricht und Willem II Tilburg bereits Erfahrung als Chefcoach gesammelt hatte. Fünf Spiele hat er Zeit, um mit dem deutschen Rekordmeister noch Platz drei zu erreichen. „Ich bin überzeugt, dass wir unsere Ziele erreichen können“, sagte Jonker und fügte hinzu: „Wenn wir zusammenstehen, schaffen wir das. Fans, Spieler, Stab, Vorstand.“

'Meine Tür ist offen'

Das hatte der verheiratete dreifache Familienvater bereits am Sonntag in seiner „bemerkenswerten“ (Rummenigge) Antrittsrede vor der Mannschaft betont. Dabei gab er als Ziel aus, „das, was wir in den letzten 21 Monaten sehr gut gemacht haben, weiterzumachen.“ Und er betonte, „dass ich es wichtig finde, direkt zu kommunizieren. Meine Tür ist offen.“

Sich selbst bezeichnete Jonker als sehr direkten Trainertyp. „Was ich sehe, sage ich geradeaus.“ Noch nicht sprechen wollte er allerdings über Änderungen, die er auf dem Platz vornehmen wird. „Es ist sehr viel passiert und ich möchte zuerst meine Gedanken ordnen.“ Viel Raum für Veränderungen hat Jonker ohnehin nicht. „In fünf Spielen brauche ich keine Spieler ausbilden, ich brauche keine Philosophie bringen“, sagte er, „ich muss mit den Fans, mit dem Vorstand, mit dem Stab und vor allem mit den Spielern die Champions League erreichen.“

Erst verarbeiten, dann vorbereiten

Wie er das anstellen wird, darüber werde er sich am trainingsfreien Dienstag seine Gedanken machen, kündigte er an. Auch für die Spieler sei der freie Tag „vernünftig. Damit jeder das, was passiert ist, verarbeitet und sich am Mittwoch frisch und offen auf dem Trainingsplatz präsentiert. Ab Mittwoch bereiten wir uns Schritt für Schritt auf Leverkusen vor.“

Gegen den Tabellenzweiten beginnt am Sonntag Jonkers Fünf-Spiele-Mission, deren Ende er klar vor Augen hat: „Mein Ziel ist, dass ich am frühen Abend des 14. Mai nach Hause komme, mich auf die Couch setze und zufrieden bin.“ Denn dann ist der FC Bayern Dritter.

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