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Stanislawski im Interview

'Es wird sehr emotional werden'

18 Jahre lang war Holger Stanislawski ein fester Bestandteil des FC St. Pauli. Als Bundesliga-Profi, als Manager, Vize-Präsident oder zuletzt als Cheftrainer. Am Samstag bestreitet der 41 Jahre alte Stani sein letztes Heimspiel am Hamburger Millerntor, ehe er im Sommer neuer Trainer bei 1899 Hoffenheim wird.

Vor seinem Abschiedsspiel beim Kiezklub sprach fcbayern.de mit dem Fußballlehrer über einen historischen Sieg, die laufende Saison, den drohenden Abstieg des FC St. Pauli und seine Gefühle vor dem letzten Spiel als St. Pauli-Trainer.

Das Interview mit Holger Stanislawski

fcbayern.de: Herr Stanislawski, erinnern Sie sich noch an den 6. Februar 2002?
Holger Stanislawski: „Ein grandioses Spiel mit einem furiosen und niemals vergessenen Sieg des FC St. Pauli gegen den FC Bayern München.“

fcbayern.de: Haben Sie noch eines der „Weltpokalsiegerbesieger“-T-Shirts von damals und wenn ja, wann haben Sie es zuletzt getragen?
Stanislawski: „Ja, ich habe noch eines der T-Shirts. Es liegt in einem Koffer unten in meinem Keller. Es ist gut archiviert, aber getragen habe ich es nie wieder.“

fcbayern.de: Auch in dieser Saison gab es auf St. Pauli T-Shirts, nach dem historischen Derby-Sieg gegen den Hamburger SV. Danach haben Sie nur noch ein Spiel gewonnen. Auch nach dem Sieg 2002 gegen den FC Bayern hat St. Pauli nur noch ein Spiel gewonnen und ist am Ende abgestiegen. Sehen Sie Parallelen zu damals?
Stanislawski: „Nein - man kann die beiden Spielzeiten nicht miteinander vergleichen. Es gibt völlig unterschiedliche Gründe dafür, dass wir jetzt dort stehen, wo wir stehen und seit dem Derby keine Spiele mehr gewonnen haben. Aber das zu erklären, würde zu sehr in die Analyse gehen.“

fcbayern.de: Angesichts von fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz: Wie groß ist Ihr Glaube an den Klassenerhalt?
Stanislawski: „Es gibt diesen Strohhalm, der bis 17.15 Uhr bleibt. Um weiterhin nach ihm greifen zu können, müssen wir Bayern München schlagen. Insofern sind die Chancen für jeden ausrechenbar.“

fcbayern.de: Am Samstag bestreiten Sie Ihr letztes Spiel als St. Pauli-Trainer am heimischen Millerntor. Mit welchem Gefühl sehen Sie dieser Partie entgegen?
Stanislawski: „Ich gehe mit gemischten Gefühlen in die Partie und ich glaube, dass es sehr emotional werden wird. In diesem Spiel wird es Höhen und Tiefen geben. Es ist eine sehr wichtige Partie für uns und ich versuche mich nur darauf zu konzentrieren und nicht auf das, was danach sein wird. Aber natürlich bin ich mir auch bewusst, dass es ein ganz besonderes Spiel werden und bleiben wird.“

fcbayern.de: Früher wurden die Spiele zwischen dem FC St. Pauli und dem FC Bayern auch als eine Art „Klassenkampf“ betrachtet. Was verbinden Sie mit den Duellen Pauli - FCB?
Stanislawski: „Der kleine FC St. Pauli, der Stadtteilklub, gegen den großen FC Bayern München. Bayern wird immer die Nummer eins in Deutschland bleiben. Der Verein hat in den letzten 20 oder 30 Jahren viel zu gut gearbeitet, dass ihnen irgendeine andere Mannschaft in Deutschland diesen Platz streitig machen könnte. Bei den Duellen zwischen dem FC St. Pauli und dem FC Bayern München wird es immer „David gegen Goliath“, reich gegen arm, Nationalspieler gegen Straßenfußballer heißen. Das Ganze macht es so interessant in der Bundesliga gegeneinander zu spielen. Dass ein so kleiner Verein, wie unserer gegen die großen Bayern spielen darf, gibt es eben nur in dieser Liga.“

fcbayern.de: Der FC Bayern stellt momentan die beste Offensive der Liga. Wie wollen Sie diese am Samstag bremsen?
Stanislawski: „Wir werden versuchen möglichst hoch zu verteidigen und aus den wenigen Möglichkeiten, die sich uns vielleicht bieten werden, das ein oder andere Tor zu erzielen. Ist dies der Fall müssen wir dann auch mit Geschick und Glück verteidigen.“

fcbayern.de: Vielen Dank für das Gespräch.

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