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'Ein perfekter Spieltag'

FCB will Platz drei nicht mehr hergeben

Christian Nerlinger schwärmte von „Feuerwerk“ und „Fußball vom Feinsten“ und meinte damit nicht Borussia Dortmund, das an diesem 32. Bundesliga-Spieltag den Meistertitel perfekt machte. Nerlinger sprach über den 4:1 (3:1)-Sieg des FC Bayern gegen Schalke 04, bei dem die Münchner sich und die ausverkaufte Allianz Arena in einen Rausch spielten. Und noch viel wichtiger: Sie nahmen Hannovers Vorlage (0:1 gegen Gladbach) auf und zogen an den Niedersachsen vorbei auf Platz drei. „Das war ein perfekter Spieltag für uns“, freute sich Nerlinger.

Am fünften Wochenende in Folge tauschte der FCB mit Hannover die Plätze, doch diesmal will der Rekordmeister Rang drei - und damit das Mindestsaisonziel - nicht mehr hergeben. Dank der um 30 (!) Treffer besseren Tordifferenz genügen den Bayern vier Punkte in den verbleibenden zwei Saisonspielen, um Hannover auf Distanz zu halten. Ist Platz drei da noch in Gefahr? „Wenn wir so spielen wie heute, dann nicht“, ist Schweinsteiger überzeugt.

Mit „sehr, sehr viel Spielfreude und sehr, sehr viel Aggressivität“ (Philipp Lahm) ließen die Bayern den Schalkern an diesem Abend nicht den Hauch einer Chance. Arjen Robben (6. Minute), Thomas Müller (14.) und Mario Gomez (19.) sorgten in der ausverkauften Allianz Arena schon in der Anfangsphase für klare Verhältnisse. Selbst der zwischenzeitliche glückliche Ausgleich der Gäste - durch ein Eigentor von Holger Badstuber (8.) - brachte die Münchner nicht vom Erfolgskurs ab. Müller (84.) sorgte mit seinem zweiten Treffer kurz vor Schluss für den Endstand. „Vielleicht machen wir zwei, drei Tore zu wenig“, meinte der WM-Torschützenkönig.

Andries Jonker war nach dem Schlusspfiff „sehr, sehr zufrieden“ mit seiner Mannschaft. „In den ersten 35 Minuten haben wir hervorragend Fußball gespielt“, sagte der FCB-Chefcoach. „In den ersten 35 Minuten hat man den wahren FC Bayern gesehen“, meinte Kapitän Lahm, sein Stellvertreter Bastian Schweinsteiger sagte: „Ich glaube, es gibt nicht viele Vereine in Europa, die so spielen können wie wir.“

'So viel Potenzial'

„Wir waren heute extrem giftig. Zwischendurch haben wir wahnsinnig gespielt, da ist das Bällchen sensationell gelaufen“, sagte Müller, der den Gala-Auftritt auch mit einem weinenden Auge sah: „Es ist bitter, dass wir aus so viel Potenzial, das in dieser Mannschaft steckt, so wenig gemacht haben. Man hinterfragt sich oft, wie leichtfertig man so eine Saison weggeschenkt hat, wenn man sieht, was mit der Mannschaft möglich ist.“

4:1 gegen Schalke, 5:1 gegen Leverkusen, 6:0 gegen Hamburg - allein diese Ergebnisse aus den letzten Wochen zeugen von der Klasse der Mannschaft. Auswärts zeigte sie diese allerdings nicht immer und büßte Punkte ein, zuletzt vor einer Woche in Frankfurt (1:1). Deswegen steht die Schalke-Leistung schon am kommenden Samstag beim FC St. Pauli auf dem Prüfstand. „St. Pauli witterte vielleicht noch eine kleine Chance“, warnte Schweinsteiger vor dem Tabellenletzten, „aber wenn wir so spielen wie heute, dann sind wir stark genug, um auch auswärts drei Punkte einzufahren.“

'Ziel noch nicht erreicht'

Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete die Aufgabe am kommenden Wochenende als „ein ganz schweres Spiel. St. Pauli ist zwar so gut wie abgestiegen, wird aber sicherlich versuchen, sich mit Anstand aus der Bundesliga zu verabschieden.“ Der FCB-Vorstandschef rief daher dazu auf, „nicht euphorisch“ in die verbleibenden zwei Saisonspiele zu gehen. „Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht.“

Der anvisierten Champions-League-Qualifikation ist der FC Bayern zwei Spieltage vor Saisonende aber zumindest einen großen Schritt näher gekommen. Arjen Robben ist überzeugt: „Wir geben den dritten Platz definitiv nicht mehr her. Wenn wir die gleiche Leistung zeigen wie heute, dann kann uns nichts passieren.“

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