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'Ein Kindheitstraum'

Gomez freut sich über seine Kanone

Er küsste sie, er streichelte sie, sorgfältig wischte er die Regentropfen weg. Mario Gomez und seine Torjägerkanone - es war Liebe auf den ersten Blick. „Die erste Kanone ist schon etwas Besonderes“, sagte der Torschützenkönig der ausgelaufenen Saison. Nach dem Saisonfinale gegen den VfB Stuttgart hatte er seine Trophäe in Empfang genommen. Und natürlich hatte er auch noch einmal seinen Beitrag zum 2:1-Sieg des FC Bayern geleistet.

Nach einem Traumpass von Arjen Robben traf der 25-Jährige zum zwischenzeitlichen 1:1. Auf 28 Bundesligatore - alle erzielt in den letzten 26 Spielen - kommt Gomez damit am Ende, in 45 Pflichtspielen traf er 39 Mal - kein Bundesligaspieler jubelte öfter in dieser Saison. Fünf Dreierpacks erzielte der Nationalstürmer, nur Gerd Müller schaffte mehr in einer Bundesliga-Spielzeit (6). Und auch in der Champions League traf Gomez einmal dreifach (gegen Cluj). Hinter Barcelonas Lionel Messi (11) ist der FCB-Torjäger mit acht Treffern der erfolgreichste Königsklassen-Schütze dieser Saison, obwohl für den FC Bayern schon nach dem Achtelfinale Schluss war.

Sportdirektor Christian Nerlinger lobte den Bomber der Saison als „kompletten Stürmer“, Trainer Andries Jonker bezeichnete ihn als „Stürmer auf Spitzenniveau“. Bei seiner Auswechslung kurz vor dem Schlusspfiff gegen Stuttgart wurde Gomez von den Fans mit einem donnernden Applaus gefeiert. In der nunmehr fast 48-jährigen Geschichte der Fußball-Bundesliga ist Gomez erst der zehnte verschiedene Spieler mit mindestens 28 Saisontoren und der sechste verschiedene Torschützenkönig des FC Bayern. Und das ist erst der Anfang. Uli Hoeneß traut ihm sogar „weit über 30“ Treffer in einer Bundesliga-Saison zu.

Dank an die Mannschaft

„Ich werde mit dieser Kanone nicht aufhören, sondern versuchen, auch im nächsten Jahr so viele Tore zu machen. Vielleicht noch mehr, wer weiß?“, zeigte sich Gomez kurz nach dem letzten Saisonspiel weiter torhungrig. „Ich habe meinen Platz in diesem Klub gefunden. Ich habe viele Jahre davon geträumt, beim besten deutschen Verein eine wichtige Rolle zu spielen - das habe ich nun. Ich werde alles dafür tun, dass es auch in Zukunft so ist.“

Mit der Kanone in der Hand vergaß Gomez aber auch nicht, sich bei seinen Mitspielern zu bedanken. „Da steht Mario Gomez drauf, aber das ist ein Titel für den Klub und für die Mannschaft“, sagte er, „ich brauche die Bälle meiner Mitspieler und ich habe 28 Mal einen phantastischen Ball bekommen.“

'Stolz und glücklich'

Aber natürlich war Gomez auch „stolz und glücklich. Ich freue mich sehr.“ Die Torjägerkanone sei „ein Kindheitstraum“ gewesen. „Nun in einer Reihe mit so vielen klangvollen Namen zu stehen, macht mit stolz.“ Das letzte Mal, dass ein deutscher Spieler in der Bundesliga 28 oder mehr Tore erzielt hat, ist 30 Jahre her. In der Saison 1980/81 traf Karl-Heinz Rummenigge 29 Mal.

Wohin er seine Trophäe stellen wird, das konnte Gomez noch nicht verraten. „Das werde ich mir jetzt überlegen. Ich bin keiner, der seine Trophäen im Haus präsentiert, damit jeder sieht, was man schon Tolles erreicht hat.“ Im Keller werde er die Kanone aber nicht verstecken. „Sie wird einen angemessenen Platz im bekommen.“ An diesem Abend, das war nicht zu übersehen, wird er sie aber erst einmal nicht aus den Händen geben.

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