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Führung ausgebaut

Gomez greift nach der Torjägerkanone

Nun also auch der FC St. Pauli. Bayern-Torjäger Mario Gomez hat gegen die Kiezkicker vom Millerntor den letzten weißen Fleck auf seiner Bundesliga-Landkarte ausradiert. Beim 8:1-Kantersieg des Rekordmeisters am Samstag in Hamburg traf Gomez erstmals in seiner Karriere gegen St. Pauli und damit mindestens einmal gegen jeden Bundesligisten, gegen den er jemals gespielt hat.

„Seine Quote ist sensationell, kann sich absolut sehen lassen“, lobte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer den 25 Jahre alten Stürmer, der beim FC St. Pauli seine Saisontreffer Nummer 25, 26 und 27 erzielte und seine Führung in der Torschützenliste gegenüber Freiburgs Papiss Demba Cissé (22) weiter ausbauen konnte. Einen Spieltag vor dem Saisonende ist Gomez der Titel des Torschützenkönigs kaum noch zu nehmen.

„Jetzt kriegen wir am Ende doch noch einen Titel“, freute sich Bayern-Kapitän Philipp Lahm über seinen treffsicheren Teamkollegen, dessen bisherige Saisonbestmarke bei 24 Toren lag. Nur zwei Bayern-Profis haben in der Historie bislang häufiger getroffen: Bomber Gerd Müller, der gleich sieben Mal über der 27-Tore-Marke lag, und Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge, der 1981 mit 29 Treffern Torschützenkönig wurde.

Am Millerntor erzielte Gomez bereits zum achten Mal in der laufenden Saison die wichtige 1:0-Führung. Mit dem Treffer zum 3:0 sorgte er mitten hinein in die Drangphase der Hanseaten für die Vorentscheidung, das Tor zum 7:1 kurz vor dem Ende war noch eine Zugabe. „Das erste war wichtig, das zweite nicht ganz so einfach und das dritte ein Geschenk von Arjen, der mich wie die ganze Mannschaft unterstützt, dass ich die Kanone hole“, sagte ein zufriedener Gomez nach dem höchsten Auswärtssieg der Vereinsgeschichte.

Wahnsinnsquote

Es ist ohnehin DIE Saison des Mario Gomez. Das 3:0 in Hamburg war sein 100. Bundesligatreffer im erst 181. Spiel - eine Quote, an die kaum ein anderer Stürmer herankommt. Mit 32 Punkten (27 Tore, fünf Vorlagen) führt Gomez zudem mit großem Vorsprung die Scorerwertung der Liga an. Gomez‘ Leistung ist umso bemerkenswerter, da er in den ersten sieben Saisonspielen gar nicht getroffen hat, in den ersten sechs Partien wurde er jeweils erst ab der 70. Minute eingewechselt.

„Er hat eine Riesenentwicklung durchgemacht - und die ist noch lange nicht zu Ende“, hatte FCB-Trainer Andries Jonker seinen Stürmer noch vor dem letzten Spiel in höchsten Tönen gelobt. Gomez sei seit seinem Wechsel aus Stuttgart vor zwei Jahren zu einem „richtig guten Stürmer auf Spitzenniveau“ herangereift. „Ich habe großen Respekt vor seinen Leistungen.“

Ein Titel der Mannschaft

Diese will der TORero, wie Gomez schon in seiner Stuttgarter Zeit genannt wurde, nun auch im Saisonfinale gegen seinen ehemaligen Klub bestätigen. Am Millerntor gelang Gomez zum fünften Mal in dieser Saison ein Dreierpack. Sollte er auch gegen den VfB am kommenden Samstag dreifach treffen, würde er den bestehenden Bundesligarekord von Gerd Müller aus der Saison 1971/72 von sechs Dreierpacks einstellen.

Bei allem persönlichen Erfolg legt Super Mario aber großen Wert auf die Feststellung, dass die Torjägerkanone „ein Titel der Mannschaft“ sei. „Denn ich bin auf meine Mitspieler angewiesen“, sagte Gomez nach der Gala am Millerntor. Noch wichtiger ist für Gomez aber etwas anderes: „Dass wir jetzt die Champions-League-Qualifikation sicher haben.“

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