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Anatoliy Tymoshchuk im Interview

'Habe mich für Zenit warmgeschossen'

Der FC Bayern reist nach St. Petersburg. Und ein Bayern-Profi freut sich besonders: Anatoliy Tymoshchuk. Der Ukrainer lief von Februar 2007 bis August 2009 für Zenit auf, gewann mit den Russen Meisterschaft, UEFA-Pokal und den europäischen Supercup. Nun kehrt Tymo mit dem FCB in seine alte Heimat zurück, an die er „ausschließlich positive“ Erinnerungen hat. Mit fcbayern.de sprach der 32-Jährige über das bevorstehende Freundschaftsspiel, die abgelaufene Saison mit dem FC Bayern und seine Zukunftsplanungen.

Das Interview mit Anatoliy Tymoshchuk:

fcbayern.de: Anatoliy, Du wirst wohl noch zum Torjäger. Im Freundschaftsspiel am Sonntag in Düren (4:3) hast Du einen Doppelpack erzielt...
Tymoshchuk: „Ich habe mich für St. Petersburg warmgeschossen.“ (lacht)

fcbayern.de: Was erwartest Du vom Spiel gegen Deinen Ex-Verein?
Tymoshchuk: „St. Petersburg hat ein ganz anderes Niveau als unsere letzten Testspielgegner. Vor allem, weil die - im Gegensatz zu uns - mitten in der Saison stehen und in einer Top-Verfassung sind. Trotzdem müssen wir alles dafür tun, dass wir dort nicht verlieren. Auch, wenn es nur ein Freundschaftsspiel ist.“

fcbayern.de: Zwei Jahre hast Du in St. Petersburg gespielt, warst dort Kapitän. Freust Du dich auf die Rückkehr?
Tymoshchuk: „Ich bin sehr zufrieden, dass wird dort hinreisen. Ich habe noch so viele Freunde dort.“

fcbayern.de: Reicht da die Zeit überhaupt aus, um sie alle sehen zu können?
Tymoshchuk: „Ich werde wohl nach dem Spiel noch zwei, drei Tage in St. Petersburg bleiben und nicht gleich mit der Mannschaft wieder nach München fliegen. Es sollte kein Problem sein, weil nach dem Spiel sowieso alle Spieler in den Urlaub gehen. Aber das werde ich noch mit dem Trainer besprechen.“

fcbayern.de: Was für Erinnerungen hast Du an Deine Zeit in St. Petersburg?
Tymoshchuk: „Ausschließlich positive!“

fcbayern.de: 2008 hast Du den FC Bayern mit St. Petersburg im UEFA-Cup-Halbfinal-Rückspiel 4:0 besiegt.
Tymoshchuk: „1:1 in München, 4:0 zuhause - das war unglaublich und eigentlich deutlich zu hoch. Aber ich muss die damalige Bayern-Mannschaft in Schutz nehmen: Es war für jede Mannschaft schwer in St. Petersburg. Egal, wer gegen uns angetreten ist: Real Madrid, Juventus Turin oder der FC Bayern.“

fcbayern.de: Warum?
Tymoshchuk: „Weil die Fans in St. Petersburg unfassbar laut sind. Es herrscht eine tolle Atmosphäre im Stadion. Und das, obwohl nur knapp 22.000 Zuschauer in diese Arena passen.“

fcbayern.de: Im Sommer 2009 bist Du dann zum FC Bayern gewechselt…
Tymoshchuk: „Dort konnte ich meine neuen Mitspieler dann gleich ärgern, indem ich immer wieder zu Ihnen gesagt habe: ‚Erinnert Ihr euch noch an das 4:0 damals?‘“ (lacht)

fcbayern.de: Seit zwei Jahren bist Du nun in München. Wie fällt Dein Fazit aus?
Tymoshchuk: „Zu Beginn war es eine schwierige Zeit, alles war neu für mich. Aber ich habe immer alles für die Mannschaft getan und hart trainiert. In dieser Saison lief es dann zum Glück besser für mich persönlich. Leider haben wir als Mannschaft unsere Ziele nicht erreicht. Die nächste Saison muss besser werden, denn der FC Bayern muss immer Erster sein.“

fcbayern.de: Du sprichst schon von der nächsten Saison. Wirst Du beim FC Bayern bleiben?
Tymoshchuk: „Ich denke, ja!“

fcbayern.de: Du hast in der russischen Liga gespielt, nun in der Bundesliga. Ein großer Unterschied?
Tymoshchuk: „Das sportliche Niveau der Spitzenvereine ist in Russland ähnlich hoch wie in Deutschland. Allerdings gibt es dort nicht so viele Mannschaften, die um den Titel mitspielen können. Und von der Infrastruktur her unterscheiden diese beiden Ligen Welten: Stadien, Trainingsplätze usw. - das ist in Deutschland alles viel professioneller.“

fcbayern.de: Wo hast Du Dich wohler gefühlt: in St. Petersburg oder in München?
Tymoshchuk: „St. Petersburg ist eine komplett andere Stadt als München. Dort leben fast fünf Millionen Menschen, es gibt ständig Staus und viele kleine Probleme. Die Menschen leben für den Fußball, sind sehr freundlich. Aber mittlerweile liebe ich auch München. Ich bin hier mit meiner Familie und meinen Kindern sehr zufrieden.“

fcbayern.de: 2012 findet die Europameisterschaft in der Ukraine statt. Welche Bedeutung hat dieses Turnier für Dein Heimatland?
Tymoshchuk: „Das ist großartig für die Menschen und das Land. Wir müssen alles dafür tun, dass es ein gut organisiertes Turnier wird. Die Leute müssen sich wohl fühlen, wenn sie in mein Land kommen. In den nächsten Monaten muss das Ziel der Ukraine sein, die Voraussetzungen dafür zu schaffen.“

fcbayern.de: Welche Chancen rechnest Du Dir mit Deiner Nationalmannschaft aus?
Tymoshchuk: „Natürlich wollen wir das Turnier gewinnen, aber das wird schwer. Es gibt zu viele große Mannschaften. Daher ist unser erstes Ziel, die Gruppenphase zu überstehen und ins Viertelfinale einzuziehen.“

Das Interview führte: Nikolai Kube

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