präsentiert von
Menü
'Die Kraft ist wieder da'

Nach Reha-Qual: Olic hat Lauftraining im Blick

Seine Augen funkelten, als er den Presseraum an der Säbener Straße betrat. So viele Journalisten, die nur für ihn gekommen waren. Ein Gefühl, das bei Ivica Olic schon fast in Vergessenheit geraten war. „Wenn ich das hier sehe, kann man fast glauben, dass ich am Samstag spiele“, sagte der Kroate. Ein Einsatz beim FC St. Pauli (Samstag, 15.30 Uhr) kommt für den langzeitverletzten Bayern-Profi zwar noch zu früh, zu Scherzen ist Olic aber immerhin wieder aufgelegt.

Knapp ein halbes Jahr ist es jetzt her, als der Stürmer des FCB seine erschütternde Diagnose erhielt: Außenmeniskus- und Knorpelschaden im linken Knie, acht Monate Pause! Nun sieht Olic Licht am Ende des Tunnels. „Mein Plan ist es, in einer Woche draußen mit dem Lauftraining zu beginnen“, berichtete er am Mittwoch - und strahlte bis über beide Ohren: „Das wird mein nächstes Spiel!“

In den vergangenen Tagen hatte sich Olic, der mittlerweile sechs Zentimeter an Muskelmasse im linken Bein zurückgewonnen hat, erstmals aufs Laufband gewagt. „Ich habe alles wie geplant mit einer hohen Intensität durchgezogen“, sagte der 31-Jährige. Ivi hat nur ein Ziel: Endlich wieder mit den Kollegen trainieren.

Dafür lässt er sogar seinen Urlaub sausen: „Ich will weitertrainieren, wenn die Mannschaft in Urlaub geht. Ich möchte vom ersten Tag der Vorbereitung an alles mit der Mannschaft machen können“, erklärte Olic, der in den letzten Monaten „sehr ungeduldig“ an seinem Comeback arbeitete. Kein Wunder, denn die Leidenszeit wollte einfach kein Ende nehmen.

‘Es war nicht einfach‘

Das letzte Mal stand Olic beim 0:0 in Hamburg am 22. November 2010 auf dem Platz. Danach wurden die Schmerzen unerträglich, der kroatische Nationalspieler musste in den USA unters Messer. Und was folgte, war eine monatelange Reha-Tortur. „Ich hatte gute und schlechte Tage. Ich durfte vier Monate lang nichts machen. Um Weihnachten herum war es am schlimmsten“, blickte Olic zurück.

Schritt für Schritt kämpfte er sich durch die Reha. Kleine Fortschritte waren für ihn „wie ein geschossenes Tor“, verriet Olic und fügte an: „Als ich gemerkt habe, dass etwas voran ging, war ich glücklich - zum Beispiel als ich wieder Treppen steigen konnte.“ Er habe gelernt, sich über die kleinen Dinge im Leben zu freuen, gibt aber zu: „Es war nicht einfach!“

Versuche, die Zeit totzuschlagen

Die „schlimmste Phase“ sei gewesen, als er auf eine Bewegungsmaschine musste: Zwei Monate lang, jeden Tag, acht Stunden (!) wurde sein Bein aktiv gebeugt und wieder gestreckt. „Du liegst nur da. Am Anfang habe ich gelesen, mir Spiele der 1., 2. und 3. Liga und viele Filme angeschaut - aber die acht Stunden waren einfach immer noch nicht zu Ende“, beschrieb Olic, wie er versuchte, die Zeit totzuschlagen.

Doch das ist Vergangenheit. Olic, der unermüdliche Kämpfer, will nur noch in die Zukunft blicken. „Ich habe ein gutes Gefühl und denke, dass ich wieder zu 100 Prozent fit werde. Die Kraft ist wieder da!“, sagte Olic. In der kommenden Saison will er ein wichtiger Baustein in den Planungen des neuen Trainers Jupp Heynckes werden. Und sollte Olic dann an seine Leistungen aus der Saison 2009/10 anknüpfen, als er wettbewerbsübergreifend starke 19 Saisontore für den FCB erzielte, werden die Journalisten auch wieder wegen seiner sportlichen Taten an die Säbener Straße strömen.

Weitere Inhalte