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'Das war Wahnsinn'

Paradetag der besten Offensive der Liga

Die Fans erhoben sich, klatschten lautstark. „Der war der Beste heute“, war aus dem Unterrang der Allianz Arena zu hören. Thomas Müller holte sich bei seiner Auswechslung in der 85. Minute den verdienten Szenenapplaus ab, er war mit zwei Treffern und einer Torvorlage der überragende Mann bei Bayerns 4:1-Gala gegen Schalke 04. Mit nun zwölf Saisontreffern ist er der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Liga. Aber auch seine Mitspieler erwischten gegen die Königsblauen einen Paradetag.

Variabel, temporeich, kreativ. Der FC Bayern spielte Schalke vor allem in der ersten Halbzeit regelrecht an die Wand. 19 Minuten waren erst absolviert, da hatte Schalkes Torhüter Manuel Neuer den Ball bereits dreimal aus dem Netz fischen müssen. Die Offensivabteilung der Münchner um Müller, die beiden Flügelflitzer Arjen Robben und Franck Ribéry sowie Toptorjäger Mario Gomez lief zur Hochform auf - wie schon so oft in dieser Saison.

Mit 71 Treffern stellt der FC Bayern den besten Angriff der Bundesliga. Da kann nicht einmal der neue Deutsche Meister Borussia Dortmund (64) mithalten. Beeindruckend: Mehr Tore nach 32 Spieltagen hatte der FCB zuletzt vor 23 Jahren auf seinem Konto. „Wir waren giftig gegen den Ball. Vor allem offensiv ist das Bällchen gelaufen, das war Wahnsinn“, brachte es Müller auf den Punkt. Und Ribery sagte: „Der Spaß ist zurück!“

Gomez auf Robben, Robben auf Müller, Müller auf Gomez, Ribery auf Müller. Das magische Viereck des Rekordmeisters legte sich alle vier Tore gegenseitig auf. Einzig Neuer verhinderte mit zahlreichen Paraden aus Schalker Sicht Schlimmeres. „Vielleicht machen wir noch zwei, drei Tore zu wenig“, analysierte Müller. Am Glanz des Heimsieges änderte dies nichts. Sportdirektor Christian Nerlinger geriet angesichts der tollen Kombinationen sogar ins Schwärmen: „Es hat sich gezeigt, welches Potential eigentlich in dieser Mannschaft steckt. Das war ein Feuerwerk!“

Robben: Bundesliga-Topscorer der Rückrunde

Neben Müller, der in den letzten 45 Pflichtspielen an starken 34 Toren direkt beteiligt war, überzeugten auch die drei anderen Offensivakteure des FC Bayern. Robbens Rückkehr nach Rot-Sperre hauchte den Münchnern im Vergleich zum Frankfurt-Spiel (1:1) neues Leben ein. Gegen sein extremes Tempo, seine Dribblings und seinen starken Abschluss fand Schalkes Defensive keine Mittel. Die Folge: Robben erzielte einen Treffer selbst und bereitete einen weiteren vor. Mit zehn Saisontoren und fünf Assists ist der Niederländer Bundesliga-Topscorer der Rückrunde.

„Mit Robben und Ribéry haben wir zwei Spieler mit außergewöhnlicher individueller Qualität“, lobte Chefcoach Andries Jonker seine Stars. Ribéry blieb gegen S04 zwar ein Treffer verwehrt. Seine Saisonbilanz liest sich dennoch überragend: Der Franzose sammelte 29 Scorerpunkte in 31 Pflichtspielen und ist mit 16 Assists der beste Vorbereiter der Bundesliga.

Gomez hat Torjägerkanone im Visier

Und den besten Torschützen hat der FCB ebenfalls in seinen Reihen: Mario Gomez. Der Nationalstürmer erzielte gegen Schalke seinen 24. Saisontreffer (Einstellung seines Bundesliga-Rekords aus der Saison 2008/09). Im Kampf um die Torjägerkanone hat er mit dem Freiburger Papiss Demba Cissé (22) nur noch einen ernsthaften Konkurrenten. „Wenn ich noch zwei gute Spiele abliefere, dann werde ich auch noch mal treffen“, prophezeite Gomez. Seine drei kongenialen Offensivpartner werden ihn dabei unterstützen.

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