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Schweinsteigers Fazit

'Wir wollen unbedingt die Schale zurück'

Flanke von der linken Seite. Im Strafraum - direkt vor der Südkurve - lauert Bastian Schweinsteiger und vollstreckt eiskalt. Er läuft in Richtung Eckfahne, lässt sich von den 69.000 Fans in der Allianz Arena feiern. Schnell eilen seine Teamkollegen herbei. Gemeinsam bejubeln sie den Siegtreffer. Es war die 71. Minute zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart, als sich diese Szene abspielte. Eine durchwachsene Bayern-Spielzeit endete genauso, wie sie begann: Mit einem Siegtor von Schweinsteiger!

„Der Treffer gegen den VfB war ein schöner Saisonabschluss“, sagt der 26-Jährige zu fcbayern.de. Und für viele Fans in der Arena ein Déjà-vu-Erlebnis. Denn auch im Saisonauftaktspiel gegen Wolfsburg war es Bayerns Vize-Kapitän, der mit einem Last-Minute-Tor zum 2:1 für die Entscheidung sorgte. Es gab weitere Parallelen: Die Hereingabe kam auch damals von links, wieder traf Schweinsteiger vor der Südkurve und erneut steuerte er beim Jubeln auf die rechte Eckfahne zu.

An 19 Toren direkt beteiligt

Zwischen diesen beiden Treffern lagen für Schweinsteiger 30 weitere Bundesliga-Partien, sieben Champions-League- sowie fünf DFB-Pokal-Spiele. Bayerns Mittelfeldantreiber verpasste einzig die Partien in Stuttgart (Erkältung), Hannover sowie in Rom (beide wegen Gelb-Sperre). Seine starke Bilanz: acht Tore, elf Vorlagen. Zudem hatte er - wie schon in der Vorsaison - extrem viele Ballkontakte, im Schnitt 86 pro 90 Minuten. Zufrieden ist Schweinsteiger dennoch nicht, eine Saison ohne Titel ist eine verlorene. „Wir haben eine Topqualität im Kader und hätten mehr erreichen müssen. Das ist sehr schade“, sagt der Nationalspieler.

Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen beim deutschen Rekordmeister - genau wie bei Schweinsteiger. In der Vorrunde trumpfte er teilweise groß auf, erzielte gegen Wolfsburg, in der Königsklasse in Basel oder im DFB-Pokal gegen Bremen entscheidende Tore und glänzte auf der für ihn ungewohnten Zehner-Position als Vorbereiter für Mario Gomez. Andere klagten über die WM-Strapazen. Schweinsteiger spielte, als hätte er den kompletten Juni im Urlaub die Beine hochgelegt und sich anschließend ausgiebig auf die Bundesliga-Saison vorbereitet. Er sagt: „Ich habe eine sehr gute Vorrunde gespielt.“ Die verkürzte Vorbereitung wegen der WM sei kein Problem für ihn gewesen.

Applaus auf der Jahreshauptversammlung

Gerne blickt Schweinsteiger zurück auf den 30. November: die Jahreshauptversammlung des Rekordmeisters. Die Halle bebte und hörte nicht mehr auf zu klatschen, als sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß in seiner Rede direkt an Schweinsteiger wendete und auf ihn einredete, wie wichtig sein Verbleib in München für den FC Bayern sei. Ein Jahr zuvor war Schweinsteiger an gleicher Stelle mit Pfiffen bedacht worden. Am 11. Dezember hatten Hoeneß und die Fans dann das, was sie sich so sehr wünschten: Schweinsteiger verlängerte bis 2016.

Nach dem letzten Heimspiel der Vorrunde gegen St. Pauli schnappte sich der Bayern-Star das Mikrofon und lüftete in der Allianz Arena das Geheimnis: „Liebe Bayern-Fans. Ich wollte es euch zu allererst mitteilen. Ich bin zwölf Jahre bei den Bayern und habe meinen Vertrag um fünf Jahre verlängert für euch.“ Der Applaus kannte keine Grenzen. Für Schweinsteiger einer der schönsten Momente der vergangenen Saison: „Das war ein Highlight. Vor allem, weil es kaum einer vorher wusste. Mir war es wichtig, es zuerst den Zuschauern zu sagen und nicht den Medien“, verrät er fcbayern.de.

Trotz Zehenbruch auf dem Platz gestanden

Die Vorrunde endete, die Rückrunde begann - und Schweinsteiger fand bedingt durch zahlreiche Blessuren nicht mehr zu alter Form zurück. „In der Rückrunde kamen Verletzungen dazu. Da war es dann schwieriger für mich, immer Topleistungen zu zeigen“, berichtet der Mittelfeldspieler. Schweinsteiger biss auf die Zähne, spielte sogar mit einem Zehenbruch und hatte in der letzten Saisonphase großen Anteil daran, dass der FC Bayern am Ende Mindestziel Platz drei doch noch erreichte. Er hofft: „Vielleicht war diese Saison rechtzeitig vor dem Champions-League-Finale in München 2012 eine Warnung für uns.“

Schweinsteiger grinst dabei. Seine Vorfreude auf die kommende Saison ist zu spüren. „Ich habe große Ziele mit der Mannschaft und dem Verein. Wir wollen unbedingt die Schale zurück“, bläst Schweinsteiger zur Attacke. Mit 26 Jahren gewann er bereits fünf Mal Meisterschaft und Pokal - die Champions League fehlt ihm noch in seiner Titelsammlung.

Damit dieser Traum vielleicht schon im kommenden Jahr in Erfüllung geht, steht nun erst einmal Erholung am Strand an. Wegen seines gebrochenen Zehs hat Schweinsteiger seine Teilnahme an den Länderspiele gegen Uruguay, Österreich Aserbaidschan abgesagt. „Ich freue mich sehr auf den Urlaub. Er wird uns allen gut tun. Denn die nächste Saison wird anstrengend“, weiß Schweinsteiger. Vielleicht beginnt sie ja dann wieder, wie die letzte endete.

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