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Mission erfüllt

Zufriedener Jonker sichert das Mindestziel

Er holte 13 von 15 möglichen Punkten, er machte Platz drei vorzeitig perfekt und fast hätte es sogar noch zu Platz zwei gereicht - Andries Jonker hat seine Fünf-Spiele-Mission beim FC Bayern mit Bravour erfüllt. „Ich bin zufrieden, mehr nicht“, zog der 48-Jährige ein positives, aber nicht überschwängliches Fazit seiner fünfwöchigen Tätigkeit als Chefcoach des deutschen Rekordmeisters. „Zufriedenheit ist das richtige Wort, denke ich.“

Am 11. April hatte der bisherige Assistenzcoach das Amt von Louis van Gaal übernommen und das geschafft, was sich Uli Hoeneß erhofft hatte: Die Spieler streiften ihre „Zwangsjacke“ ab. Bei den Siegen gegen Leverkusen (5:1), Schalke (4:1) und St. Pauli (8:1) ließen sie ihre Klasse aufblitzen. Bei Jonkers Antritt war der FCB Tabellenvierter, einen Punkt hinter Hannover und neun hinter Leverkusen. In der Abschlusstabelle sind die Münchner Dritter, fünf Punkte vor Hannover und nur noch drei hinter Leverkusen.

„Ich bin Andries Jonker sehr, sehr dankbar. Er hat einen hervorragenden Job gemacht. Die letzten Wochen haben viel Spaß gemacht“, lobte Hoeneß die Arbeit des Holländers, der als einziger Chefcoach in der Geschichte des deutschen Rekordmeisters kein Spiel verlor. Auch Christian Nerlinger ist voll des Lobes: „Er hat die richtige Ansprache gefunden und die richtigen Impulse im Training gesetzt.“

'Ein schöner Abend' auf der Couch

Grundsätzlich verfolge er dieselbe Philosophie wie Van Gaal, erklärte Jonker. „Aber meine Art und Weise ist anders.“ Im Training und im Spiel habe er daher „viele kleine Sachen“ verändert. Seine Mannschaft zog voll mit. „Ich bin sehr zufrieden, wie die Spieler trainiert haben, wie sie sich auf die Spiele vorbereitet haben, wie sie gespielt haben“, sagte er.

Schon am vorletzten Spieltag sicherte Jonker dem FC Bayern das erklärte Ziel Platz 3 und konnte sich vorzeitig das gönnen, was er sich selbst als Prämie ausgelobt hatte: sich zuhause zufrieden auf die Couch zu setzen. „Es war ein schöner Abend“, berichtete er.

Neue Aufgabe FCB II

Nach dem abschließenden Sieg im Saisonfinale gegen Stuttgart (2:1) drehte Jonker noch eine Ehrenrunde mit der Mannschaft, stimmte vor der Fankurve aber nicht die Welle an. „Wir haben am Ende nichts gewonnen, nur das Mindestziel erreicht. Das ist kein Grund, eine große Feier zu machen. Das würde nicht passen“, sagte er, „Bayern muss um Titel spielen, nicht um den zweiten oder dritten Platz.“

„Nüchtern“ blickt Jonker jetzt seiner Zukunft entgegen. Zur neuen Saison übernimmt er die zweite Mannschaft des FC Bayern. Pfullendorf und Großaspach heißen dann die Gegner in der Regionalliga Süd, nicht mehr Leverkusen und Schalke. „Von 70.000 Zuschauern nach 700“, weiß der Holländer, dass ihm ein extremer Schritt bevorsteht. Doch den scheut er nicht.

'FCB vor großer Zukunft'

Dass er zum FCB II wechseln wird, stand schon fest, bevor er die Profis übernahm. Daran ändere sich jetzt nichts, betonte Jonker. „Wir haben eine Vereinbarung gemacht und dabei war ich nicht betrunken. Damals habe ich gedacht: Das ist eine schöne Aufgabe, eine Herausforderung, da kann ich Spaß haben. Davon bin ich noch immer überzeugt. Ich will das machen, ich freue mich darauf.“

Als Chefcoach der zweiten Mannschaft wird Jonker auch weiter in Kontakt zum Profiteam stehen. Und dem prophezeite er eine erfolgreiche Zukunft. „Es ist großes Potenzial da, das Gerüst für mehrere Jahre ist da“, sagte er, „ich denke, dass Bayern in den kommenden Jahren eine große Rolle spielen kann in Deutschland und der Welt.“ Er will das eine oder andere Talent dazu beisteuern.

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